Grillschale aus Aluminium
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Grillsaison Vorsicht vor Aluminium-Grillschalen

16.05.2018 | 10:12 Uhr

Grill-Fans aufgepasst: Grillschalen aus Aluminium oder auch das Grillen auf Alufolie ist nicht gesund: Denn das Aluminium kann sich lösen, so dass man es mit seinem Steak, der Bratwurst und dem Grillkäse aufnimmt, warnt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Zum Glück gibt es andere Alternativen.

Grillschale aus Aluminium
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Aluminium-Grillschalen sind beliebt und praktisch: Es klebt nichts auf dem Rost fest und sie verhindern, dass Fleischsaft in die Glut tropft. Doch sie haben auch einen entscheidenden Nachteil: Sie geben Aluminium an das Grillgut ab. In einem Forschungsprojekt des Bundesamts für Risikobewertung kam heraus, dass vor allem bei salz- und säurehaltige Speisen, also wenn das Fleisch zum Beispiel vorher mariniert wurde, Aluminiumionen auf das Grillgut übergehen. Bei puren Fleisch besteht die Gefahr nicht, erklärt Jürgen Thier-Kundke, Sprecher des Bundesamts für Risikobewertung:

Wenn Sie allerdings das Fleisch pur braten, dann ist nicht zu erwarten, dass die Oberfläche von der Alu-Grillschale derart angegriffen wird, dass Aluminiumionen herausgelöst werden und auf das Fleisch übergehen.

Wir nehmen zu viel Aluminium auf

Jeder Mensch nimmt natürlicherweise Aluminium auf. In einem gewissen Maße ist das auch nicht schlimm. Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2008 folgende Zahlen veröffentlicht: Die Aluminium-Aufnahmemenge durch Nahrung liegt zwischen 0,2 bis 1,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche. Das entspricht für einen 60 kg schweren Erwachsenen einer täglichen Aufnahme von 1,7 bis 13 mg Aluminium. Tolerierbar sei allerdings nur eine wöchentliche Aufnahmemenge von 1 mg Aluminium je Kilogramm Körpergewicht. Bei diesen Zahlen geht es nur um die Aluminium-Aufnahme durch Nahrung. Die Aufnahme durch Kosmetik, Deo und andere Produkte ist hier noch gar nicht hinzugerechnet.

Eine zu hohe Aufnahme von Aluminium erhöht das Risiko für Nerven- und Nierenkrankheiten. Des Weiteren kann Aluminium in zu hohen Mengen Schwangeren schaden und es beeinflusst die Knochenentwicklung. Panik muss man allerdings nicht bekommen, sagt Jürgen Thier-Kundke:

Wenn man einmal, zweimal oder über einen kürzeren Zeitraum mehr Aluminium aufnimmt, bekommt man nicht gleich gesundheitliche Schäden. Die Richtwerte sind bezogen auf die lebenslange Dosis, die man aufnehmen kann.

Gesunde Alternativen: Edelstahl oder Keramik statt Alu

Statt Alu-Grillschalen kann man Schalen aus Edelstahl oder Keramik verwenden. Bei ihnen muss man sich keine Sorgen machen, dass sie giftige Stoffe abgeben. Außerdem haben sie noch einen anderen Vorteil: Alu-Grillschalen werden nach dem Benutzen weggeschmissen. Keramik- oder Edelstahlschalen hingegen kann man nach dem Grillen säubern und immer wieder verwenden. Das produziert weniger Müll und ist langfristig gesehen auch billiger.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 16. Mai 2018 | 10:12 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 10:12 Uhr

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