Google verbessert seinen Kartendienst – doch es gibt auch interessante Alternativen

Mal eben schnell von A nach B – dabei lassen viele von uns sich gern helfen. Aus unserem Leben sind Navigations-Apps oft nicht mehr wegzudenken. Die Anbieter rüsten ihre Programme immer weiter auf.

Helpful navigation map app on smartphone while driving
Bildrechte: imago images / agefotostock / Fotosearch LBRF adrian825

Statt des klassischen Auto-Navis nutzen Millionen von Menschen ihr Smartphone, um von A nach B zu kommen. Platzhirsch ist hier Google Maps. Und der bekannte Kartendienst hat gerade angekündigt, dass vor allen in Städten in Zukunft sogar noch mehr Details in der Ansicht verfügbar sein sollen, neben Ampeln sind das zum Beispiel Verkehrsinseln oder Fußgängerüberwege. Ebenso sollen in Zukunft, wo das möglich ist, auch Fußwege oder Wege und Treppen in Parks eingezeichnet werden.

Google Maps zeigt die Radstrecken von Benndorf nach Halle-Kanena
Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Zunächst gibt es die ultragenauen Karten in einigen Metropolen, doch immer mehr Orte sollen folgen. Wenn der Test erfolgreich verläuft, sollte das auch kein allzu großes Problem sein – denn die Details werden sozusagen vollautomatisch in die Karten eingetragen. Ausgangsbasis sind unter anderem die von Google genutzten Satellitenbilder und die Aufzeichnungen der firmeneigenen Kameraautos.

Apple-Autos waren bei uns in der Region unterwegs

Bei Google hofft man, dass die App durch die Ergänzungen noch besser im Alltag nutzbar wird. Denn obwohl der Kartendienst des Suchmaschinendienstes, wie gesagt, bei vielen Nutzern populär ist, schläft auch die Konkurrenz nicht. Apple Karten, Waze, Here We Go oder TomTom bieten alle jeweils interessante neue Features.

Apple Karten verbessert ebenfalls nach und nach die Qualität seines Angebots. Zuerst gab es präzisere Darstellungen in den USA, Bei uns dürfte es aber wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, hört man. Im vergangenen Jahr waren auch von Apple Kameraautos auf deutschen Straßen unterwegs, auch bei uns in der Region.

Auch an der Verbesserung der Infos zu öffentlichen Verkehrsmitteln wird bei Apple weiter gearbeitet. Denn da ist die App, nun ja, noch nicht gerade spitze. Ein interessantes Thema ist der Datenschutz, hier macht Apple vergleichsweise große Versprechen: Standortdaten der Nutzer sollen anonym bleiben, außerdem sollen weder Standort noch Suchverlauf gespeichert werden.

Interessantes Angebot für Metropolen

Apple setzt auf Daten von Open Street Maps und ist damit genau so aktuell wie kostenpflichtige Anbieter, etwa TomTom. Doch was, wenn man neben den Platzhirschen auf der Suche nach Alternativen ist? Interessant für Nutzer in Großstädten ist zum Beispiel die App Citymapper. Die Idee hier: Die Software soll unter allen möglichen Verkehrsoptionen - Bus, Bahn, U- oder S-Bahn, Straßenbahn, Fahrrad, Taxi oder Carsharing – die zu einem Zeitpunkt bestmögliche Route vorschlagen. Google Maps kann so etwas nur ansatzweise.

Der Haken: Citymapper bietet die Metropolen im Osten bisher noch nicht an. Aber die Liste der verfügbaren Regionen wird beständig ausgebaut. Gerade sind München, Nürnberg, Bremen, Hannover und Niedersachsen dazugekommen, für Berlin funktionierte die App schon länger.

Navigation auch im Wald

Man with backpack on a hiking trip in forest using cell phone
Bildrechte: imago images / Westend61

Wen es genau nicht in die Metropolen zieht, sondern nach draußen, für den könnte die App Komoot interessant sein. Sie ist für Wanderer, Jogger und Radfahrer gedacht. Hier kann man zum Beispiel nach Eingabe des eigenen Fitnesslevels du der zur Verfügung stehenden Zeit Routenvorschläge bekommen oder aber auch eigene Tourenplanen. Die Navigation klappt selbst im Wald perfekt, man kriegt notfalls gesagt, hinter welchem Baum man abbiegen muss. Allerdings ist Komoot nur in einer Basisversion gratis, wer die App intensiver nutzen will, muss Geld anlegen. Ähnlich verhält es sich auch bei Bikemap, einer anderen interessanten App für Fahrradfahrer.

Und Autofahrer? Die könnten sich als Alternative zu Google oder Apple vielleicht mal Here We Go ansehen. Die Gratis-App – übrigens auch gut nutzbar für Fußgänger, ÖPNV-Nutzer oder Radfahrer - ist kostenlos, interessant sind die guten Optionen, sich Offline-Karten herunterzuladen, für Gegenden mit schlechter Netzabdeckung, oder um das Datenvolumen zu schonen. So etwas bietet Google Maps auch an, aber nur auf bestimmte Bereiche begrenzt. Here We Go bietet die Downloadmöglichkeiten für ganze Länder oder gar Kontinente an, wenn man sich so viel Speicher vollhauen will.

Here gehörte ursprünglich mal zu Nokia, später stiegen unter anderem deutsche Autokonzerne ein. Wer die App nutzen will, muss mit – dezenten- Werbeeinblendungen leben, die aber nicht während der Navigation zu sehen sind.

Warnung vor der Polizei

Aber noch einmal zurück zum Thema Offline-Nutzung: Das ist leider der Schwachpunkt der ansonsten auch ganz netten Navigations-App Waze. Denn das kann die gar nicht, sie braucht immer Netz. Sie ist, wenn man so will, eigentlich auch ein soziales Netzwerk. Waze gehört, das nur nebenbei, übrigens auch zum Google-Imperium. Da verwundert es vielleicht auch nicht, dass die Standortdaten der Nutzer leider dauerhaft gespeichert werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 24. Januar 2021 | 16:40 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP