Tag der gesunden Ernährung: Rausfinden, was uns wirklich gut tut

04.03.2020 | 11:39 Uhr

Ernährungs-Apps, Intervallfasten, Zuckerstop: Viele Menschen achten stärker darauf, sich und ihre Familie gesund zu ernähren. Aus Sicht von Ernährungswissenschaftlern ist das eine gute Entwicklung, weil sich viele mit dem wichtigen Thema beschäftigen. Eine Überfülle an Essens-Ratgebern, Diätvorschlägen und Kontroll-Programmen kann aber dazu führen, dass man den Überblick und das Gefühl für den eigenen Körper verliert.

Mädchen mit Brotdose mit gesunden Sachen
Bildrechte: imago images / Westend61

Wer in der Fastenzeit auf Zucker, Junk Food oder Fleisch verzichten will oder sich gleich fürs ganze Jahr "Gesünder Essen" vorgenommen hat, findet dazu Unmengen an Tipps: Es gibt zahllose Ernährungsratgeber-Bücher, das Internet ist "voll" mit Rezeptvorschlägen, Kochideen und Diätplänen. Darunter finden Nutzer auch zahlreiche Hinweise aus seriösen Quellen wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), den Krankenkassen oder den Verbraucherzentralen.

Ohne Zeitdruck herausfinden, was wir brauchen

Unmengen an Informationen zu gesunder Ernährung, Heilsversprechen von selbsternannten "Essensexperten", ständige Kontrolle durch Apps: Die dauerhafte Beschäftigung mit der Ernährung kann auf Dauer sogar ungesund sein. Inzwischen gibt es sogar das Krankheitsbild Orthorexie, die zwanghafte Fixierung auf gesundes Essen. Der Sozialethiker Kurt Remele sagt:

Wir sollten die Frage der Ernährung ernst nehmen. Aber es gibt Menschen, die wollen alles hundertprozentig richtig machen, dabei machen wir Menschen nun einmal Fehler und sind nicht perfekt.

Es gebe nicht die eine, gesunde Ernährung, sagt Daniela Liebscher. Sie ist Ärztin am Berliner Immanuel Krankenhaus und begleitet Menschen beim Fasten. Aus ihrer Sicht können Ernährungstrends ein Anreiz zum Ausprobieren sein. Menschen könnten so herausfinden, was ihrem Körper gut tun. Daniela Liebscher sagt:

Außerdem ist es wichtig, dass Wie nicht zu unterschätzen. Wenn wir nebenbei und unter Stress essen, nimmt der Körper die Mahlzeit weniger gut auf, als wenn sie mit Sorgfalt zubereitet ist und entspannt eingenommen wird.

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Trend aus Japan: Gesunde und kreative Brotdose

Eine Schnitte mit Käse oder Wurst, dazu ein Stück Gurke und ein kleine Süßigkeit: So sieht bei vielen Kindern der Inhalt der Brotdose oder besser: "Brotbüchse" aus. Fans von Bento-Boxen können damit wenig anfangen. Der Trend kommt aus Japan. Dabei werden viele kleine, möglichst gesunde Snacks in den Brotbüchsen aufwendig und schick angeordnet. Fotos dieser Kunstwerke werden im Internet geteilt.

Eine Bento-Box kostet Zeit beim Vorbereiten, hat aber einen Vorteil: Liebevoll angerichtete, appetitlich aussehende Snacks essen viele Kinder eher als das altbekannte Pausenbrot. Dann bleibt vielleicht auch Gemüse oder Obst nicht mehr einfach in der Dose. Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop sagt dazu:

Wenn eine Box dazu dient, dem Kind sehr viel Vielfalt anzubieten, dann ist das sehr begrüßenswert. Je mehr ein Kind probieren kann, desto besser.

Fernsehköchin Sarah Wiener warnt vor der Verniedlichung von Lebensmitteln. Sie setzt sich mit ihrer Stiftung für die gesunde Ernährung von Kindern ein.

Die Kinder sollen Brote, Obst und Gemüse doch essen wollen, weil sie ihnen schmecken und sie ihren Körper nähren wollen - nicht, weil sie da ein Wurstpanda anschaut, der die Bedeutung unserer Lebensmittel karikiert.

Tag der gesunden Ernährung Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. hat den Aktionstag 1998 eingeführt. Der soll immer am 7. März laut dem Verband möglichst viele für eine ausgewogene und vollwertige Ernährung begeistern. In diesem Jahr will der Verband darauf aufmerksam machen, wie man Magen-Darm-Erkrankungen mit der richtigen Ernährung vorbeugen kann. Symptome wie Sodbrennen, Durchfall oder Bauchschmerzen sind für Betroffene sehr belastend.

Mit Material von KNA und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP AM WOCHENENDE | 07. März 2020 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2020, 15:13 Uhr

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