Süßigkeiten in der Brotdose - Ja oder Nein?

Klar, wenn die Kids schon den ganzen Tag in der Schule hocken müssen, dann sollen sie wenigstens in der Pause was Gutes bekommen. Die Frage ist nur: Süßes oder nicht?

Mädchen mit Brotdose mit gesunden Sachen
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Wir wollten von euch wissen, ob Süßigkeiten wirklich was in der Brotdose zu suchen haben. Dabei hat sich vor allem eine Antwort herauskristallisiert: Ein bisschen ist ok.

Tin Chen schrieb zum Beispiel, dass sie fast alles Mögliche in die Brotdosen ihrer Kinder packt:

Brot, mal ein Würstchen oder Ei oder Hackklops fürs Mittag und dann immer 2 Sorten Obst oder Gemüse. Für Nachmittags dann einen Keks oder Joghurt oder auch nen Schokoriegel.

Ihr Fazit: Man sollte es mit nicht übertreiben, weder mit dem Gesunden, noch mit den Süßigkeiten. Diana hält es ähnlich. Sie schreibt in ihrem Kommentar:

Sattmacher, Vitamine und was Süßes... macht die perfekte Mischung.

Damit halten die beiden es, wie viele von euch: Ein bisschen was von allem, Obst oder Gemüse, ein Brot und eine Kleinigkeit zum Naschen. Manche Schulen halten davon aber offensichtlich nicht so viel. In einigen Schulen ist Süßes in der Brotdose nicht erlaubt. Das wiederum finden die Meisten von euch völlig übertrieben. Yasmin etwa schreibt:

Solange die Brotdose nicht nur aus Süßigkeiten besteht sehe ich das Problem nicht. Wer von den Eltern hat denn nicht auch mal während eines stressigen Arbeitstages mal eine Kleinigkeit Nervenfutter nötig?

Kinder brauchen keine Kekse

Aber wie viel Süßes ist denn nun richtig? Berthold Koletzo ist Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit und Leiter der Kinderklinik am Uniklinikum München. Er sagt ganz klar: "Kinder brauchen keine Kekse."

Wenn es darum geht, was man im Alltag macht, würde ich nicht empfehlen, Süßigkeiten mit in die Brotdose zu packen. Lieber süßes Obst, das gerade im Garten wächst.

Sein Tipp: Die Brotdose mit den Kindern zusammenpacken und sie selbst das Obst schneiden zu lassen. So würden sie das als was eigenes wahrnehmen und lieber essen.

Gerade kleine Kinder sollten wenig Süßigkeiten essen, erklärt Koletzko, denn das bestimmt die Geschmackspräferenzen. Konkret heißt das, wer als Kind viel Süßes ist, der wird auch als Erwachsener öfter zu Süßigkeiten greifen. Das sorgt kurzfristig für Übergewicht und schlechte Zähne und kann dann auch im Alter ein Problem werden.

Kinder essen zu viel Zucker

Hinzu kommt, dass Kinder sowieso schon zu viel Zucker zu sich nehmen. Nicht, weil sie zu viel Süßigkeiten essen, sagt Koletzko, sondern weil in sehr vielen Produkten Zucker drin ist. Zusätzlichen Zucker durch Süßes hält er also eigentlich für unnötig. Aber er plädiert auch dafür, gelegentlich fünfe gerade sein zu lassen:

Die Welt geht nicht unter, wenn das Kind von einem Mitschüler oder der Oma mal ein Stück Kuchen oder einen Keks bekommt. Süßigkeiten dürfen sein, aber nicht regelmäßige Alltagsroutine.

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