Themenwoche Garten Rasenpflege im Frühjahr

09.04.2018 | 15:08 Uhr

Satt, grün und gesund – so sollte der perfekte Rasen aussehen. Im Moment sieht es aber in vielen Gärten so aus: kahle Stellen, viel braun und ocker und lauter trockene Halme. Der Winter hat deutliche Spuren hinterlassen. Nun ist die richtige Pflege gefragt, damit sich der Rasen wieder erholen kann. Wie das richtig funktioniert, verrät Thomas Bäder vom Verband der Greenkeeper.

Eine Schnecke Gastropoda im nassen Gras
Bildrechte: IMAGO/Karina Heßland-Wissel

Rasen braucht viel Sonne, Feuchtigkeit und Wärme.

Thomas Bäder Vorsitzender des Regionalverbands der Greenkeeper Mitte

Mähen, mähen, mähen

Tatsächlich tut man schon beim Mähen dem Rasen etwas Gutes. Wichtig dabei: Regelmäßig sollte es sein. So festigen sich die Wurzeln in der Erde, die über den Winter kürzer geworden sind. Die gesunden Pflanzen werden so stabiler und robuster. Und je regelmäßiger ihr mäht, desto weniger Chance haben ungeliebte Unkräuter.

Vertikutieren

Auf einer Rasenfläche sind mehrere vertikale Rillen, die mit einem Vertikutierer gemacht wurden
Bildrechte: IMAGO

Wenn der Rasen trockene, braune Stellen hat, lohnt sich das Vertikutieren. Dabei schneidet eine Maschine mit scharfen Klingen kleine Schlitze in den Boden, erklärt Bäder: „Man sollte nicht zu tief in den Boden gehen - vielleicht einen halben Zentimeter. Damit reißt man abgestorbene Gräser aus, bringt Luft in den Boden und gleichzeitig stimuliert man auch das Gräserwachstum.“

Nach dem Vertikutieren heißt es aufräumen: Die verdörrten Pflanzen müssen weg. Das geht mit einem Rechen sehr unproblematisch oder auch mit einem Rasenmäher mit Fangkorb. Wenn alles sauber ist, sieht der Rasen erst mal erschreckend aus – eben voller vertikaler Linien und dünn. Aber nicht mehr lange!

Sähen und Sanden

In die Rillen kommt nun sofort neue Saat. Das ist ganz wichtig, damit hier wieder neuer Rasen nachwachsen kann. Dann kommt noch eine dünne Schicht Sand darüber, rät Greenkeeper Bäder: „Das macht man am Besten am Vormittag, lässt ihn dann zwei Stunden liegen und ein bisschen die Sonne darauf scheinen. Danach geht man mit einem einfachen Straßenbesen drüber und kehr den Sand in die Schlitze. So kriegt man auch die Fläche wieder grade.“

Dünger - im Frühjahr und im Herbst

Damit der Rasen gedeiht, braucht er Dünger. Im Frühjahr sollte er stickstoffhaltig sein. Denn Stickstoff sorgt dafür, dass Pflanzen wachsen.

Gerade im Frühjahr will man ja schnell ein entsprechendes Wachstum haben. Da wachsen auch die Winterschäden schneller zu. Stickstoff braucht der Rasen das ganze Jahr. Ich würde für den Hausrasen einen Langzeitdünger empfehlen.

Rasen
Bildrechte: Colourbox.de

Der gibt den Stickstoff nach und nach an die Erde ab. So sprießt nicht sofort nach dem Düngen der Rasen in die Höhe, sondern schön gleichmäßig die ganze warme Jahreshälfte über.

Im Herbst dann könnt ihr mit Kali-Dünger nachhelfen. Er kräftigt die Pflanzen und macht sie bereit für den Winter.

Was tun bei kahlen Stellen?

In vielen Gärten gibt es zurzeit noch unschöne kahle Stellen in der Rasenfläche. Die könnt ihr entweder mit sogenanntem Rasenpflaster reparieren oder auf den Profi-Tipp von Thomas Bäder setzen: "Ich würde mir ein Substrat aus Sand und Mutterboden selbst mischen, etwas Saatgut dazu und dann das Loch damit auffüllen. Wichtig ist auch, es dann feucht zu halten." 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 10. April 2018 | 16:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2018, 15:00 Uhr

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