Sanitäter bei einer Übung von Rettungsdiensten
Bildrechte: IMAGO/Jochen Tack

Tag des Ehrenamtes: Nachwuchs dringend gesucht

03.12.2018 17:18

Der fünfte Dezember ist den vielen Menschen gewidmet, die ehrenamtlich anderen helfen. Doch vielen ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen fehlt der junge Nachwuchs. Schuld ist oft schlicht Zeitmangel.

Sanitäter bei einer Übung von Rettungsdiensten
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt am 5. Dezember 28 Menschen mit dem Verdienstorden. Der geht an Ehrenamtliche aus allen Bundesländern und auch aus Frankreich und Tschechien, die sich in ihrer freien Zeit für Gedenkstätten einsetzen oder Schülern Demokratie nahe bringen. Die 28 Ehrenamtlichen stehen dabei für die geschätzt fast 20 Millionen Menschen in Deutschland, die ehrenamtlich in Sportvereinen, Bürgerinitiativen oder bei Rettungsorganisationen arbeiten. An ihre wichtige Arbeit soll der der Tag des Ehrenamtes (International Volunteer Day for Economic and Social Development, IVD) erinnern, der jedes Jahr am 5. Dezember stattfindet. Er wurde 1985 von den Vereinten Nationen beschlossen.

Nachwuchsprobleme

Rettungsschwimmer der DLRG an der Blauen Lagune am Berzdorfer See in Sachsen
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Zahlreiche ehrenamtliche Vereine und Organisationen nutzen den Tag des Ehrenamtes auch, um auf ein drängendes Problem aufmerksam zu machen: Ihnen fehlt flächendeckend der Nachwuchs. Zwar steigt laut Bundesfamilienministerium die generelle Bereitschaft, sich für andere zu engagieren. Den Schritt hin zum Ehrenamt machen dann aber offenbar doch nur wenige. So schlug dieses Jahr unter anderem die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Alarm: Ihr fehlten nach eigenen Angaben fast 1.000 Rettungsschwimmer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unter anderem fehlten Ausbildungsstätten, in strukturschwachen Gegenden finde man nicht genügend Freiwillige. Viele Helfer seien zudem beruflich oder im Studium zu stark eingespannt, um dann noch Hilfseinsätze leisten zu können. Ohne ausreichend Rettungsschwimmer sei beispielsweise der Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche nicht mehr zu stemmen. Bei den Schöffenwahlen in Sachsen-Anhalt gab es 2018 so wenige Bewerber wie nie zuvor. Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren gehen die Mitgliederzahlen stetig zurück: In Sachsen-Anhalt waren es zuletzt knapp 32.000, 2007 waren noch knapp 37.000 ehrenamtliche Helfer. Das Land suchte daher mit einer großangelegten Kampagne nach neuen Freiwilligen.

Mehr Anerkennung nötig

Die Bundesregierung sollte einen bundesweit einheitlichen „Kompetenznachweis Ehrenamt“ einführen, schlagen jetzt die Katholischen Frauenverbände vor. Mit einem solchen einheitlichen Nachweis könnten ehrenamtliche Helfer ihr berufliches Profil verbessern und hätten zudem besser Karten bei Gehaltsverhandlungen. Bisher vergeben alle Bundesländer bis auf Sachsen und Bremen eigene Nachweise für Ehrenämter. Die sind aber viel zu wenig bekannt. Auch einheitliche Regeln für das Freistellen von Ehrenamtlichen von der Arbeit fehlen noch immer.

Der Weg ins Ehrenamt

Freiwillige Feuerwehr
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Wer sich informieren möchte, welche Ehrenämter in der Region offen sind, findet dazu online eine ganze Menge. Viele Städte haben eigene Jobportale für Ehrenämter. Vereine und Organisationen suchen außerdem aktiv mit Anzeigen. Die meisten ehrenamtlichen Tätigkeiten nehmen übrigens nur wenige Stunden pro Woche in Anspruch und für einige Ehrenämter gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. Dezember 2018 | 10:15 Uhr

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