Hund mit Knochen auf einer Decke
Bildrechte: imago images / Westend61

Wegen Cadmium und Salmonellen: "Fressnapf" ruft Hundesnacks zurück

30.07.2019 | 13:17 Uhr

Der bekannte Händler für Tierbedarf warnt Hundebesitzer: Einige Snacks der Fressnapf-Marken "Real Nature Wilderness" und "MultiFit" sollten nicht mehr verfüttert werden. Der Hersteller hat darin gefährliche Inhaltsstoffe gefunden: Cadmium könnte die Nieren von Hunden schädigen. Salmonellen sind für die Hundebesitzer gefährlich.

Hund mit Knochen auf einer Decke
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Fressnapf bittet Kunden, diese Artikel mit einem bestimmten Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu verfüttern:

  • Real Nature Wilderness Adult Best Horse Wurst 800 Gramm, Mindesthaltbarkeitsdatum: 18.01.2021

  • Real Nature Wilderness Adult Best Horse Wurst 800 Gramm, Mindesthaltbarkeitsdatum: 27.02.2021

  • Real Nature Wilderness Adult Best Horse Wurst 800 Gramm, Mindesthaltbarkeitsdatum: 16.04.2021

  • Real Nature Wilderness Adult Best Horse Wurst 400 Gramm, Mindesthaltbarkeitsdatum: 12.02.2021

  • Real Nature Wilderness Adult Best Horse Wurst 400 Gramm, Mindesthaltbarkeitsdatum: 09.04.2021

Zudem ruft das Unternehmen sicherheitshalber alle weiteren "Real Nature Wilderness Adult"-Produkte auch zurück. Nach Angaben des Unternehmens habe man bei eigenen Qualitätskontrollen festgestellt, dass das betroffene Hundefutter möglicherweise über den erlaubten Grenzwert hinaus mit Cadmium belastet ist. Das kann für die Nieren der Hunde gefährlich werden. Allerdings nur dann, wenn das belastete Futter über einen längeren Zeitraum vom Tiere aufgenommen wird. Fressnapf-Sprecher Kristian Peters-Lach sagte MDR JUMP:

Damit sich eine gesundheitsrelevante Konzentration im Körper ansammelt, bedarf es einer Fütterung der explizit mit dem erhöhten Gehalt betroffenen Charge über einen Zeitraum von mehreren Wochen bzw. Monaten.

Das Unternehmen schreibt auf seiner Internetseite:

Kunden werden gebeten, die betroffenen Produkte in einem der bundesweit mehr als 900 Fressnapf-Märkte zurück zu geben.

Der Kaufpreis werde erstattet. Fressnapf hat zudem einen weiteren Rückruf veröffentlicht. Einige Hundefutter-Produkte und Snacks könnten mit Salmonellen belastet sein.

  • MultiFit native Snacks Lammlungen 150 Gramm

  • MultiFit native Snacks Kälberschlund 200 Gramm

  • MultiFit native Snacks Rinderkopfhautstange, 180 Gramm

  • MultiFit native Snacks Rinderkopfhaut, 200 Gramm

  • Real Nature Wilderness Soft Snack Pferd, 150 Gramm

Fressnapf ruft unter anderem diesen Hundesnack zurück.
Bildrechte: Fressnapf Tiernahrungs GmbH

Auch diese Produkte sollten Kunden bitte zurückbringen. Der Kaufpreis werde ebenfalls erstattet. Mögliche Salmonellen im genannten Futter sind die für die Tiere meist kein Problem und werden in der Regel ausgeschieden. Sehr junge oder alte Hunde könnten aber mit Durchfall, Erbrechen oder Fieber reagieren. Für Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit einer Immunschwäche können Salmonellen aber gefährlich werden, wenn diese in Kontakt mit Hundekot kommen. Dann können auch Salmonellen übertragen werden.

Schuld an dem möglichen Salmonellenbefall ist laut Fressnapf möglicherweise ein Lieferant aus dem EU-Ausland.

Unser Lieferant aus dem benachbarten EU-Ausland hat uns bestätigt, dass ein Problem mit einer Schneidemaschine im Ablauf der Produktion als Quelle für die Belastung mit Salmonellen vermutet wird. Daher wurde die gesamte Produktionsanlage untersucht und dann intensiv und fachmännisch gereinigt. Der Lieferant darf erst wieder Produkte an die Fressnapf-Gruppe ausliefern, die nachweislich einwandfrei getestet worden sind.

Fressnapf verkauft in 1.500 Märkten in elf europäischen Ländern Produkte und Futter für Tiere.

Nicht der erste Rückruf in letzter Zeit

Fressnapf musste bereits Ende Juni und Anfang Juli Hundefutter zurückrufen. Das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel hatte eine Warnung vor zu hohen Cadmium-Werten veröffentlicht. Die werden auch vom Bundesamt für Verbraucherschutz übernommen.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Nachrichten | 30. Juli 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 13:17 Uhr

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