Freiwillige Corona-Tests: Was kosten sie? Wo kann man sie machen?

Habe ich es gerade oder hatte ich es bereits? Viele Menschen möchten Sicherheit, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind oder waren. Egal ob vor einem Urlaub oder einem anderen Anlass: Ein freiwilliger Corona-Test kann teuer werden.

Vielleicht auch bald in Deutschland? Eine Urlauberin aus Stockholm wird am Flughafen in Rhodos, Griechenland getestet.
Vielleicht auch bald in Deutschland? Eine Urlauberin aus Stockholm wird am Flughafen in Rhodos, Griechenland getestet. Bildrechte: imago images / TT / Stina Stjernkvist

Seit Beginn der Pandemie hat es in Deutschland mehr als 18 Millionen Corona-Tests gegeben. Nur bei einem Bruchteil davon wird der Sars-CoV-2-Erreger nachgewiesen. Aktuell liegt die sogenannte Positivquote bei 5,62 Prozent und ist damit in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass sich die Infektionen in unserer Gesellschaft wieder mehr verbreiten – und dass steigende Corona-Zahlen nicht allein durch eine steigende Anzahl von Tests zu erklären sind.

Normalerweise werden entweder Leute getestet, die Symptome haben oder die engen Kontakt mit einem Erkrankten hatten. Doch inzwischen ist ein Corona-Test womöglich auch für Leute interessant, die zu keiner der beiden Gruppen gehören – als mehr oder weniger aussagekräftiger Beweis dafür, dass man gesund ist. Interessant kann das zum Beispiel für Reisen sein (wenn diese wieder möglich sind). Auch andere Gründe sind denkbar.

Wie aber kommt man nun an einen – hoffentlich negativen – Coronatest? Anlaufstelle für den Mund-Nase-Rachen-Abstrich ist der Hausarzt. Regional gibt es oft weitere Teststellen. Spezielle Praxen für Reisemedizin haben in einer Stichprobe von MDR JUMP unter anderem an sogenannte Fieberambulanzen oder die Nummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, 116117, verwiesen. Auch bei den örtlichen Gesundheitsämtern sollen entsprechende Teststellen vermittelt werden.

Kosten werden nicht von der Kasse übernommen

"Auf keinen Fall sollte man unmittelbar vor Reiseantritt zum Flughafen fahren in der Hoffnung, dass dort ein Abstrich gemacht wird, dessen Ergebnis in wenigen Minuten vorliegt, sodass man an Bord gehen kann", sagt Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Laborärzte.

Die Sache ist nämlich so: Für die aktuell genutzten Corona-Tests kommt das sogenannte PCR-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird in der Probe nach charakteristischen Erbgutabschnitten des Virus gesucht. Und das dauert mindestens vier Stunden. Dazu kommt die Zeit für die Probenvorbereitung, den Transport und die Rückübermittlung der Resultate.

Bei einem freiwilligen Coronatest wird die Analyse nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Man muss privat in die Tasche greifen. Individuelle Gesundheitsleistung heißt dann das Ganze, kurz IGel.

Laut Gebührenordnung kostet der Test 128 bis 147 Euro pro Person. Durch Nebenkosten kann die Summe aber in der Realität durchaus höher ausfallen. Preise wie 169 Euro sind möglich. Der Preis versteht sich immer pro Person, nicht pro Familie. Wobei es durchaus einzelne Labore gibt, die weniger abrechnen. Sie argumentieren, dass ihre Geräte ja fast 100 Proben gleichzeitig analysieren können und sie deswegen nicht so abrechnen müssen, als finde immer nur eine Untersuchung nach der anderen statt.

War es Corona?

Wer wissen möchte, ob die Symptome vor wenigen Tagen durch das Coronavirus ausgelöst wurden, kann einen Antikörpertest nutzen. Sie sagen aus, ob die getestete Person bereits mit dem Coronavirus infiziert war. Dieser Test lässt sich in Apotheken kaufen - oder mittlerweile sogar online bei einer Drogeriekette für knapp 60 Euro. Dennoch muss die Probe von einem Labor untersucht werden.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels wurde darauf verwiesen, dass spezielle Praxen für Reisemedizin die Coronatests durchführen würden. Diese Information gilt nicht flächendeckend. Daher wurde der Hinweis und ein entsprechender Link entfernt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. Oktober 2020 | 10:00 Uhr

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