Frauen schlafen besser neben Hunden als neben Männern

Schatzi schnarcht? Er zerrt immer an der Decke? Eine US-Forscherin hat einen lebensnahen Tipp für besseren Schlaf – aber auch der hat keine individuelle Erfolgsgarantie.

Ein Hund liegt mit einer Frau gemeinsam im Bett
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In einer funktionierenden Partnerschaft kann das gemeinsame Bett ein Ort der Freude sein. Also theoretisch jedenfalls. In der Praxis ist es nämlich oft eher ein Ort des Konflikts: Da wird an der Decke gezerrt, da wird geschnarcht, da wird Platz beansprucht, der nicht da ist – und so weiter. Ganz zu schweigen von Kindern, die mitten in der Nacht vor der elterlichen Schlafstatt stehen und auch noch untergebracht werden wollen. Viele von uns werden da ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen haben.

Vor diesem Hintergrund sind Forschungsergebnisse eines Teams um Christy Hoffmann vom Canisius College in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) extrem spannend. Demnach ist es offenbar für Frauen entspannter, mit ihrem Hund das Bett zu teilen als mit ihrem Mann. Das muss man erstmal sacken lassen – aber es gibt durchaus eine nachvollziehbare Erklärung dafür.

Die Tochter störte, die Hunde nicht

Begonnen hat Hoffman ihre Forschungen als junge Mutter. Damals war ihr aufgefallen, dass sie zwar nachts durch ihre kleine Tochter gestört wurde, aber niemals durch ihre Hunde. In der Forschungsliteratur fand sie allerdings sehr wenig Erkenntnisse darüber, wie Haustiere den menschlichen Schlaf beeinflussen – also entschied sie sich, die fehlenden Daten selbst zu sammeln. „Da Schlaf für unsere geistige und körperliche Gesundheit so wichtig ist, schien es wichtig, mehr darüber zu erfahren, wie Haustiere unseren Schlaf beeinflussen“, sagt sie.

Als die Forscherin daraufhin 962 Amerikanerinnen befragte, von denen 57 Prozent ihr Bett mit einem Partner teilten, 55 Prozent mit einem Hund und 31 Prozent mit mindestens einer Katze, kam sie zu dem Ergebnis, dass von allen drei Schlafpartnern  - Mensch, Hund, Katze - der Hund als am wenigsten schlafstörend eingestuft wurde. Dazu kam: Mit einem Hund im Bett gaben die Teilnehmerinnen der Studie an, dass sie ein stärkeres Gefühl an Sicherheit und Komfort verspürten.

Hoffmann erklärt sich das Ergebnis so, dass sich Hunde im Vergleich zu menschlichen Bettpartnern besser dem Schlafverhalten ihrer Besitzerinnen anpassen. Dagegen gehen die Partner in menschlichen Beziehungen oft zu verschiedenen Zeiten ins Bett und wachen dementsprechend versetzt auf – und das stört dann jeweils den Schlaf oder unterbricht ihn sogar.

Der Kauf eines Haustiers hilft nicht gegen Schlafstörungen

Sie merkt aber auch an, dass die Befragten ihre Schlafqualität jeweils subjektiv angegeben haben. Es zählte also das persönliche Gefühl und es gab keine Messungen nach irgendwelchen objektiven Kriterien. Dazu kommt ein weiterer Aspekt: Die Effekte zeigen sich im Durchschnitt und bei einer genügend großen Menge an Befragten. Das heißt: Wenn man – beziehungsweise natürlich Frau – schlecht schläft, dann bringt es nicht unbedingt was, sich deswegen einen Hund zuzulegen.

Und vielleicht abschließend auch noch ein Wort zu Katzen: Forscherin Hoffmann fand in ihrer Studie heraus, dass die nachtaktiven Stubentiger im Bett ihrer Frauchen „als ebenso störend empfunden“ wurde wie menschliche Bettpartner. Gleichzeitig wurden sie mit einem geringeren Gefühl von Komfort und Sicherheit in Verbindung gebracht als Menschen und Hunde als Bettpartner. Also: keine gute Idee, die mit ins Bett zu nehmen!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 29. Januar 2022 | 10:37 Uhr

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