Erfolgreich Richtung ISS gestartet: Die Sojus-Rakete mit Alexander Gerst an Bord
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"Passt auf euch auf, meine Freunde!" Astronaut Alexander Gerst ist zur ISS gestartet

06.06.2018 | 15:22 Uhr

"Astro Alex" ist wieder unterwegs zur Internationalen Raumstation ISS. Dort wird er für sechs Monate der erste deutsche Kommandant sein. Raumfahrt-Fans konnten ganz nah dabei sein: Alexander Gerst berichtete in den sozialen Netzwerken sehr ausführlich über die Vorbereitungen und den Start der Mission. Den übertrug die Europäische Raumfahrtbehörde ESA live ins Internet.

Erfolgreich Richtung ISS gestartet: Die Sojus-Rakete mit Alexander Gerst an Bord
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"Nächster Halt #ISS in zwei Tagen, wenn alles glatt geht": Das war die letzte Twitter-Botschaft von Astronaut Alexander Gerst vor dem Start. Danach stieg er gemeinsam mit seinen Kollegen, der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew, in die enge Kapsel an Bord einer Sojus-Träger-Rakete. Die Rakete startete planmäßig kurz nach Mittag am Mittwoch von einem historischen Startplatz. Von der Plattform auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan war schon Raumfahrtpionier Juri Gargarin in den Kosmos geflogen. Den Start konnten Raumfahrt-Fans im Livestream der ESA verfolgen.

Beim Start in Baikonur war auch DDR-Weltraumlegende Sigmund Jähn dabei. Alexander Gerst hatte den 81-jährigen nach Kasachstan eingeladen. Von dort war der Kampfjetpilot aus Sachsen vor 40 Jahren als erster Deutscher ins All geflogen.

Lange Wartezeit


Die drei Astronauten müssen mehr als zwei Tage in der engen Sojus-Kapsel ausharren. Erst nach 34 Erdumrundungen haben sie die ISS eingeholt, nachdem ihre Kapsel in zwei Schritten auf die Umlaufbahn der Raumstation gestiegen ist. Um 15.07 Uhr (MESZ) soll das Andockmanöver klappen. Um 17.05 Uhr wird dann laut Plan die Einstiegsluke geöffnet.

Alexander Gerst hat hier über die Startvorbereitungen geschrieben und wird auch aus dem All wie schon bei seiner letzten Mission ausführlich seine Eindrücke schildern. Auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und unsere Korrespondenten in Baikonur, Markus Sambale und Christoph Seidler, berichteten hier über den Start von Mission „Horizons“.  

Gerst lässt Fans an seinem Abenteuer teilhaben

Auf der Luftfahrtmesse wird Bundeskanzlerin Angela Merkel der Roboter Cimon vorgestellt.
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"Horizons" (Horizonte) ist der Name der zweiten Mission von Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation. Von der wird er wie schon bei der letzten Mission ins All auch wieder auf seinem Instagram-Profil und seinem Blog berichten. Der deutsche Astronaut legt großen Wert darauf, seine Follower mit vielen Erlebnissen und Fotos von seinen Missionen zu versorgen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Auf den Bildern von Alexander Gerst von der ISS wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dann auch Cimon zu sehen sein. Der fliegende Roboter soll bei seinem ersten Einsatz im All dem Kommandanten als Assistent dienen und ihn auch unterhalten. Dafür kann Cimon sprechen, Witze erzählen und Videos zeigen. Der Roboter ist bewusst rund gebaut, um an den sensiblen Geräten an Bord der ISS möglichst keinen Schaden anzurichten.  

Alexander Gerst schwebt durch die ISS.
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Bei der aktuellen ISS-Mission will Alexander Gerst in Experimenten die biomechanischen Eigenschaften eines ruhenden menschlichen Muskels in der Schwerelosigkeit erforschen. Mit dabei ist auch ein Experiment des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden. Das Analysesystem soll das Astronautentraining an Bord der ISS überwachen und auswerten und so die vielen Kabel, die dazu bisher nötig waren, überflüssig machen.

Mitgenommen hat er auch eine Zeitkapsel des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Sie enthält Zeitdokumente und Fotos von Schülern und Schülerinnen, die das heutige Leben von Jugendlichen widerspiegeln. Erst auf der ISS wird Alex Gerst die Zeitkapsel versiegeln und sie nach seiner Rückkehr auf die Erde an das Haus der Geschichte in Bonn übergeben, wo sie nach 50 Jahren wieder geöffnet werden soll. Auch Schüler aus Mitteldeutschland haben Fotos für die Kapsel ausgesucht.

Alexander Gerst schaut aus der Raumstation auf den blau leuchtenen Erdball.
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Es ist so schön auch Botschaften von meinen Mitmenschen mitzunehmen und denen damit die Möglichkeit zu geben, mit mir in den Weltraum zu fliegen. Jeder der mir eine Botschaft mitgegeben hat, fliegt mit mir zur Raumstation - das finde ich eine tolle Sache. Das ist inspirierend für mich.

Mit einer Gruppe von Schülern aus Lutherstadt Wittenberg wird Alexander Gerst auch aus dem All chatten.

Damit die Verpflegung im All nicht zu einseitig wird, durfte sich Astro-Alex ein paar Gerichte aussuchen, die er mitnimmt. Mit dabei Käsespätzle mit Speck, Maultaschen und Hühnerrahm-Geschnetzeltes. Außerdem gibt es 16 Standardgerichte - darunter ist vielleicht auch eine Original Thüringer Rostbratwurst.

ISS-Kommandant Alexander Gerst Alexander Gerst ist der dritte deutsche Astronaut auf der ISS. Er hat Geophysik an der Universität Karlsruhe und Geowissenschaften in Wellington, Neuseeland studiert. 2009 begann seine Ausbildung zum Astronauten im Europäischen Astronautenzentrum (EAC). Nach Alex Gerst wurde übrigens auch ein Asteroid benannt. Ihr könnt ihm auch auf Twitter unter @Astro_Alex folgen, um seine schönen Aufnahmen aus dem All zu sehen.

So schön war Astro-Alex erster Ausflug in den Weltraum

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 04. Juni 2018 | 12:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2018, 15:23 Uhr

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