Feuchttücher und feuchtes Toilettenpapier verstopfen Thüringer Kanalisation.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verstopfung Feuchttücher werden in der Leipziger Kanalisation zum Problem

Die Leipziger Wasserwerke haben ein Problem mit Feuchttüchern. Sie verstopfen die Pumpen im Abwassernetz der Stadt. Die Tücher seien dafür gedacht, vor allem in feuchter Umgebung widerstandsfähig und reißfest zu sein. In der Kanalisation wird das zum Problem.

Feuchttücher und feuchtes Toilettenpapier verstopfen Thüringer Kanalisation.
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2016 hatten wir durch Verstopfungen etwa 300 Pumpenausfälle

sagt Thomas Fieberg, der bei den Leipziger Wasserwerken für das Kanalnetz verantwortlich ist. Die Kosten dafür würden auch beim Kunden landen, erzählt Fieberg weiter. 2016 hätten die Ausfälle mit 150.000 Euro zu Buche geschlagen.

Überall ein Problem

Auch in Thüringen sind Feucht- und Kosmetiktücher ein immer größeres Problem. Laut MDR Thüringen steigt auch dort die Zahl der Havarien. Die Abwasserentsorger "Mittlerer Rennsteig" und Hildburghausen registrieren wegen der Tücher sogar Probleme beim Abpumpen kleiner Kläranlagen. Einige Abwasserentsorger versuchen dort, der Lage mit speziellen Pumpen Herr zu werden, die feste Gegenstände zerschneiden können. Die Effektivität ist allerdings umstritten.

Die Lösung: Feuchttücher in den Müll

Für das Problem gibt es verschiedene Lösungsansätze. In Weimar werden im Institut für Angewandte Bauforschung Feuchttücher entwickelt, die sich leichter in Wasser zersetzen. Bis die in die Läden kommen, wird es allerdings noch dauern. Thomas Fieberg von den Leipziger Wasserwerken setzt dagegen auf eine einfache Faustregel:

Feuchttücher, die nicht explizit als biologisch abbaubar gekennzeichnet sind, müssen über den Restmüll entsorgt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 16. November 2017 | 14:20 Uhr