Familie mit Apfelschorle auf dem Tisch
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Apfelschorle besser selbst mischen statt fertig kaufen

27.03.2019 | 15:14 Uhr

Apfelschorle gilt als gesunder Durstlöscher. Die meisten fertig gemischten Schorlen lässt man aber besser im Regal stehen. Viele Fertigschorlen sind laut Stiftung Warentest nicht zu empfehlen. Die Tester kritisieren, dass in den Flaschen Saft aus verdorbenen Äpfeln landet.

Familie mit Apfelschorle auf dem Tisch
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Drei Teile Wasser, ein Teil Apfelsaft: Die klassische Apfelschorle empfiehlt beispielsweise der Deutsche Fußballband als guten und gesunden Durstlöscher. Den mischt man aber besser selbst als zu Fertigprodukten zu greifen. Das zeigt ein aktueller Test von Stiftung Warentest (Komplettabruf ist kostenpflichtig).

Günstig ist manchmal auch "gut"

Nur eine von 24 fertigen Apfelschorlen bekam von den Testern die Note "gut". Das war ausgerechnet eine der günstigsten Schorlen, die bei Aldi gerade mal 39 Cent pro Liter kostet. Sieben Apfel-Wasser-Mischungen bekamen nur ein "ausreichend", sieben weitere sogar nur ein "mangelhaft". Die Tester bemängeln unter anderem, dass viele der Fertigschorlen zu wenig Aroma enthalten. Swantje Waterstraat von Stiftung Warentest:

Apfelsaft
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Bei der Konzentrat-Herstellung wird Wasser entzogen und dabei entweichen Aromastoffe und die müssen später zugefügt werden, wenn man das Ganze wieder mit Wasser mischt. Bei einigen Schorlen im Test war der Aromastoff-Gehalt niedriger als bei einem Direktsaft und das ist aber gesetzlich vorgeschrieben.

Das merke man aber nicht am Geschmack. Die fehlenden Aromastoffe seien vor allem für den Geruch zuständig.

Gute Qualität mit Gütesiegel?

Äpfel mit Bio-Siegel
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Auch wer zu Bio-Schorlen greift, bekommt nicht automatisch ein gutes und gesundes Produkt. In zwei Fertigschorlen mit Bio-Siegel fanden die Tester vergleichsweise viel Methanol. Der Alkohol kann entstehen, wenn beim Pressen der Äpfel Enzyme dazugegeben werden. Mit diesem Trick kann die Saftausbeute aus den Früchten erhöht werden. Die gefundenen Mengen an Methanol seien nicht gefährlich, sagen die Tester. Sie kritisieren das Ganze aber als "keine gute Herstellungspraxis". Der Aufdruck "aus Direktsaft" auf Saft ist für viele Käufer eigentlich ein Zeichen für hohe Qualität. Bei dieser Herstellungsmethode wird der Saft nicht erst zu Konzentrat verarbeitet und dann wieder verdünnt. Erhitzen und mit Aromen versehen dürfen die Hersteller den Direktsaft trotzdem. Bis auf eine Schorle aus Direktsaft enthielten allerdings alle Direktsaft-Fertigschorlen Mikroorganismen wie Hefe:

Bei sechs Schorlen aus Direktsaft zeigen die chemischen Analysen, dass die Äpfel zum Teil verdorben waren oder nicht sorgfältig verarbeitet wurden. Da die Schorlen aber pasteurisiert waren, ist das gesundheitlich kein Problem. Keime waren nicht nachweisbar.

Selber mischen spart Zucker

Die Warentester raten, die Apfelschorle selbst zu Hause zu mischen. Die Fertigprodukte enthalten oft vergleichsweise viel Zucker, weil die Hersteller den Mix-Getränken meist 50 bis 60 Prozent Saft zusetzen. In halben Liter Apfelschorle sind dann schon neun Zuckerwürfel drin und damit die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis für Erwachsene.

Wenn sie einen guten Apfelsaft haben, würde ich ihnen empfehlen: Ein Teil Saft und drei Teile Wasser. Da ist man bei der Hälfte beim Zucker bei dem, was die fertigen Apfelschorlen im Test bieten.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP-Feierabendshow | 27. März 2019 | 14:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. März 2019, 15:14 Uhr

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