Helfen durch die kalte Winterzeit: Tee und Plätzchen
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Winterzeit ist Teezeit: Genießer-Fakten zum Heißgetränk

14.12.2018 | 15:07 Uhr

In der kalten, dunklen Jahreszeit ist heißer Tee für viele das perfekte Mini-Wohlfühlprogramm. Daher gehört Tee zu den kleinen Aufmerksamkeiten, die in der Adventszeit oder zu Weihnachten gern verschenkt werden. Das sind die wichtigsten Fakten, damit der Tee so richtig gut schmeckt und wärmt.

Helfen durch die kalte Winterzeit: Tee und Plätzchen
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Für viele stehen grüner oder schwarzer Tee ganz oben auf der Vorlieben-Liste. Ob man Assam, Earl Grey oder Darjeeling (Schwarztees) aufbrüht oder zu Sencha, Shincha oder Bancha (Grüntees) greift, ist reine Geschmackssache. Schwarzer Tee wird nach dem Pflücken noch fermentiert und sieht daher anders aus und schmeckt auch anders.

Gleichstand beim Koffein

Schwarzer und grüner Tee enthalten grundsätzlich gleich viel Koffein, das oft auch als "Teein" bezeichnet wird. Maximilian Wittig, Lebensmittelchemiker und Geschäftsführer des Deutschen Teeverbandes e.V. sagte MDR JUMP:

Maximilian Wittig, Lebensmittelchemiker und Geschäftsführer des Deutschen Teeverbands e.V.
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Der Koffeingehalt hängt eher von der Pflückzeit und von der Pflanze ab. Der wird durch den Prozess der Fermentierung nicht mehr beeinflusst.

Laut unserem Experten ist bisher nicht genau geklärt, ob grüner Tee gesünder ist als schwarzer Tee. Bisher gebe es keine Studie, die beide direkt miteinander verglichen habe. Der grüne Tee werde eher mit Gesundheitsaspekten in Verbindung gebracht, weil viele der bisherigen Studien in den klassischen Grün-Tee-Trinker-Nationen durchgeführt wurden.

Kochend heißes Wasser nur bei schwarzen Tees

Beim Zubereiten kann man auf ein paar Punkte achten, damit der Tee möglichst perfekt schmeckt. Grüner Tee etwa reagiert vergleichsweise empfindlich auf kochend heißes Wasser.  

Der wird dann sehr schnell bitter. Da gibt’s auch Tees, für die sind 70 Grad am besten. Da sollte man sich an die konkrete Zubereitungsempfehlung halten.

Schwarzer Tee wiederum brauche kochend heißes Wasser, so dass die ganze Inhaltsstoffe herausgelöst werden. Wer beim Heißgetränk auf losen Tee setzt, sollte dafür möglichst einen der größeren Beutel zum Füllen nutzen. Maximilian Wittig sagt:

Im Beutel ist das in Ordnung, wenn da das Teeblatt eng zusammengepfercht ist. Das ist ja sehr feiner Tee, da können die Geschmackstoffe sehr einfach extrahiert werden. Wenn sie großblättrigen losen Tee in einem Tee-Ei ganz eng zusammen packen, dann können sich die Inhaltsstoffe nicht so gut herauslösen.

Laut unserem Experten entscheidet auch das verwendete Wasser darüber, wie gut oder schlecht ein Tee schmeckt:

Bei sehr hartem Wasser mit viel Kalk könne der Tee deutlich anders schmecken als wenn vergleichsweise weiches Wasser genutzt wird. Wenn das Wasser bei ihnen zu Hause zu hart ist, zu viel Kalk enthält, dann können sie stilles Mineralwasser nehmen. Oder sie kochen das Wasser zweimal auf im Wasserkocher. Beim ersten Mal setzt sich ja meist etwas Kalk ab. Und beim zweiten Aufkochen ist es kalkärmer.

Mal anregend, mal beruhigend

Mutter mit Baby auf dem Arm kocht Tee
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Bei kürzeren Ziehzeiten wirken schwarzer und grüner Tee eher anregend, weil sich das Koffein schon innerhalb der ersten zwei Minuten fast vollständig aus den Teeblättern löst. Deutlich länger dagegen brauchen die Gerbstoffe. Die sorgen im Körper dafür, dass Koffein langsamer oder nur zum Teil aufgenommen wird. Wer seinen Tee länger also länger, bis zu zehn Minuten, ziehen lässt, bekommt ein eher beruhigendes Heißgetränk.

Gießen echte Teetrinker den ersten Aufguss vom grünen Tee wirklich weg?

Angeblich lachen Teenationen wie Japaner oder Chinesen über uns Deutsche, weil wir grünen Tee einmal aufbrühen und dann trinken. Da ist zumindest etwas dran, sagt unser Experte:

In China ist es bei den Teezeremonien Tradition, dass man den ersten Aufguss wegkippt. Da kommt der Tee aber mit dem heißen Wasser nur zwei, drei Sekunden in Berührung. Das wäscht den Tee und befreit ihn von Staub und feinem Sand.

Wird Tee irgendwann schlecht?


In vielen Familien gibt es in der Küche ein Fach oder einen Schubkasten, in dem sich besonders nach der Weihnachtszeit gefühlt unendlich viele Beutel oder Dosen mit Tee sammeln. Das ist zwar oft ein Platzproblem, mehr aber auch nicht. Tee hält sich monatelang, wenn er luftdicht, trocken und dunkel gelagert wird. Einzig ein paar Aromastoffe können sich während der langen Lagerzeit verflüchtigen.

Warum nutzen wir Teebeutel?

Teebeutel sind eine praktische Sache: Einfach in die Tasse hängen, Wasser drauf, fertig. Wie vieles andere auch waren Teebeutel eine eher zufällige Erfindung. Der US-Teehändler Thomas Sullivan verpackte kostenlose Teeproben in Mullbeutelchen und verschickte sie an mögliche Kunden.

Teebeutel
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Die haben gedacht, dass sie den Tee da drin aufgießen sollen. Das war aber möglicherweise nicht so ein gutes Geschmackserlebnis – weil die Mullbinden-Beutel, die hatten auch so einen gewissen Eigengeschmack.

Für die Teebeutel heute werde Papier ohne Eigengeschmack verwendet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 15. Dezember 2018 | 08:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2018, 15:07 Uhr

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