Selbstgemalter Fahrradweg in Kyritz wird jetzt teuer weggefräst

Seit mehr als zwei Wochen sorgt ein mit der Hand gemalter Radweg auf einer Kreisstraße in Brandenburg für Aufsehen. Der Landkreis lässt die weiße Linie jetzt teuer entfernen. Der Asphalt muss dafür weggefräst werden.

Der selbstgemalte Radweg in Kyritz wird jetzt aufwendig weggefräst
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Vor zwei Wochen hatte eine Kreisstraße in Brandenburg plötzlich einen selbstgemalten Radweg: Über mehr als zwei Kilometer hinweg schlängelte sich die weiße Linie zwischen den Ortsteilen Berlitt und Rehfeld von Kyritz. Touristen kennen die Stadt als "Kyritz an der Knatter". Die Linie auf dem Asphalt war ganz offensichtlich von Hand aufgetragen. Aber immerhin waren die Symbole für Fahrräder und Fußgänger gut zu erkennen. Einzelne, aufgemalte Buchstaben ergaben den Satz „Liebe ist die Antwort“. Für den Landkreis ist die Nacht-und-Nebel-Aktion allerdings ein teures Problem.

Wasserfarbe wäre besser gewesen

Seit Donnerstag fräst eine Spezialfirma aus Wittstock den Asphalt mit der weißen Farbe Meter für Meter ab. Die aufgemalte Farbe lässt sich weder abwaschen noch übermalen, sagte der Sprecher des dafür zuständigen Landkreises Ostprignitz-Ruppin Alexander von Uleniecki im Interview mit dem RBB:

Die Farbe ist so dick aufgetragen, so dass sie jetzt recht kostenintensiv weggefräst werden muss.

Selbstgemalter Radweg bei Kyritz
Bildrechte: rbb/Haase-Wendt

Auf den Kosten in vierstelliger Höhe bleibt der Landkreis sitzen, wenn die Polizei den oder die „Radweg-Maler“ nicht ermitteln kann. Die sind auch zwei Wochen nach dem Auftauchen des Selfmade-Radwegs noch unbekannt. Beim Landkreis hofft man indes noch:

Wir wollen nicht auf den Kosten sitzen bleiben, die am Ende der Steuerzahler zahlen müsste.

Über Radweg auf Landstraße wird seit über zehn Jahren diskutiert

Im Prinzip finde er die Aktion richtig gut, sagte Berlitts Ortsvorsteher Harald Backhaus dem RBB. Abwaschbare Wasserfarbe wäre aus seiner Sicht dafür aber besser gewesen. Über einen Radweg an der Stelle werde seit über zehn Jahren diskutiert, so der Ortsvorsteher weiter. Passiert ist aber trotz zahlreicher Anträge von Anwohnern bisher nichts: Auf der Straße fahren vereinfacht gesagt zu wenige Autos und so konnte der Radweg bisher nicht gefördert werden. Vielleicht bringt aber die Mal-Aktion etwas. Der Landkreis prüft nach Aussage von Sprecher Alexander von Uleniecki, ob ein Radweg gebaut werden kann. Dafür gebe es jetzt auch neue Fördermöglichkeiten. Die Berichte über den selbstgemalten Radweg haben jetzt möglicherweise auch andere inspiriert, selbst für Verkehrssicherheit zu sorgen: In Berlin wurde an einer Kreuzung in Pankow ein Fußgängerbereich aufgemalt, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 26. August 2021 | 14:00 Uhr

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