Praktische Führerscheinprüfung wird teurer und dauert länger

Eine objektivere Bewertung und ein besseres Feedback – das verspricht das neue Prüfverfahren für den Führerschein ab 1. Januar. Aber die Prüfung wird auch deutlich teurer und dauert länger.

Schild "Fahrschule" auf dem Dach eines Autos.
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Fahranfänger müssen sich ab Januar auf eine veränderte praktische Fahrprüfung einstellen. Die "Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung" (kurz OPFEP) soll unter anderem dazu beitragen, das hohe Unfallrisiko von Fahranfängern zu vermeiden. Das neue und verbesserte Prüfverfahren sei ein Meilenstein im Fahrerlaubniswesen, sagte Roland Krause vom Dresdner Dekra-Vorstand.

Neu: mehr Fahraufgaben und ausführlicheres Abschlussgespräch

Für die OPFEP haben TÜV, Dekra sowie das Institut für Prävention und Verkehrssicherheit, die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Behörden und die Bundesanstalt für Straßenwesen die Fahrprüfung standardisiert sowie methodisch und inhaltlich optimiert. Die Prüfung dauert zehn Minuten länger, weil es mehr Fahr-Aufgaben zu bewältigen gibt und im Anschluss die Fahrleistung ausführlicher als bisher bewertet wird. Der Prüfer schreibt seine Bewertung auch nicht mehr per Hand auf Zettel, sondern gibt sie in ein Tablet ein, das mit einer speziellen Software ausgestattet ist. Jochen Krebs, Leiter Serviceline Fahrerlaubnis bei TÜV SÜD erklärt:

Führerschein
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Mit der OPFEP haben wir jetzt den gesamten Prozess digitalisiert. Die schnelle Auswertung macht die Prüfung transparent und der Bewerber bekommt sofort ein Feedback dazu, wie er gefahren ist. Dabei geht es nicht nur um die Fehler, sondern erstmals auch ausdrücklich um Lob, wenn Situationen besonders souverän gemeistert wurden.

Ziel: besser wissen, wo es noch hakt

Das Verfahren soll künftig für mehr Objektivität in der Bewertung sorgen. Der Prüfling bekommt zusätzlich zum Gespräch nach der Prüfung noch eine schriftliche Rückmeldung, was er gut gemacht hat und was nicht - und zwar unabhängig davon, ob er die Prüfung bestanden hat oder durchgefallen ist. Sowohl Fahranfänger als auch die Fahrschulen sollen so einen besseren Überblick bekommen, wo es etwa noch Probleme in der Fahrpraxis gibt, so Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände:

Der Fahraufgabenkatalog beschreibt überhaupt zum ersten Mal umfassend, wie man sicher Auto fährt. Damit greifen alle, die an der Fahranfängervorbereitung beteiligt sind, auf dieselbe Grundlage zurück - ein ganz entscheidender Vorteil.

Das neue Prüfverfahren gilt künftig für alle Führerscheinklassen. Es wurde bereits in rund 9000 Prüfungen erprobt.

Mehr Aufwand – höhere Kosten

Das neue Verfahren macht die Führerscheinprüfung deutlich teurer. Die Kosten in der Pkw-Klasse steigen um fast ein Drittel. Derzeit bezahlt man für die Autoführerschein-Prüfung 89,44 Euro (mit reduzierter Mehrwertsteuer von 16%). Ab Januar werden 116,93 Euro fällig. Auch die Preise für Moped- und Motorrad-Prüfungen steigen – auf 116,93 Euro (AM, A1) und 146,56 Euro (A2, A, inkl. AM).  

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