Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Zuckerberg rechnet damit, dass Nutzer künftig weniger Zeit auf Facebook verbringen. Langfristig werde das dem Geschäft nutzen. Bildrechte: dpa

Strategiewechsel Facebook legt wieder mehr Wert auf Familie und Freunde

Das weltgrößte Online-Netzwerk ändert seine Unternehmensstrategie. Bei Facebook sollen Beiträge von Freunden und Angehörigen wieder Vorrang haben. Inhalte von Firmen, Medien und Parteien sollen in den Hintergrund rücken.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Zuckerberg rechnet damit, dass Nutzer künftig weniger Zeit auf Facebook verbringen. Langfristig werde das dem Geschäft nutzen. Bildrechte: dpa

Facebook rückt die Beiträge von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen wieder mehr in den Hintergrund. Dagegen werden Beiträge von Freunden und Familienangehörigen wieder prominenter platziert. Dazu kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk ein Update für seinen News Feed an. Konzernchef Mark Zuckerberg schrieb, das Online-Netzwerk solle wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausgerichtet werden, persönliche Kontakte zu ermöglichen.

Facebook kehrt zurück zu den Wurzeln

Zuckerberg schrieb weiter, er rechne damit, dass die Neuerung dazu führen werde, dass die Nutzer weniger Zeit bei Facebook verbringen würden. Diese Zeit werde aber wertvoller sein als bisher. Auf lange Sicht sei das gut für das Geschäft.

Facebook hatte jahrelang Inhalten Vorzug gegeben, die Menschen zu Kommentaren oder zum Teilen des Beitrags anregen. Das waren zuletzt vor allem kommerziell produzierte Videos.

Die Werbeanzeigen sind von der Neuordnung allerdings nicht betroffen. Sprudelnde Werbeeinnahmen haben Facebook erst zu dem gemacht, was es heute ist: ein Technologiegigant mit einem Jahresumsatz von 36 Milliarden Dollar und fast 2,1 Milliarden Nutzern weltweit.

Mehr tun gegen Hass

Zuckerberg hatte in seiner Neujahrsbotschaft angekündigt, das soziale Netzwerk 2018 verbessern zu wollen. Für Facebook gebe es angesichts von Missbrauch und Hass viel zu tun. Zugleich wolle er dafür sorgen, dass Nutzer ihre Zeit bei Facebook sinnvoller nutzten.

Facebook war zuletzt in die Kritik geraten. Dem Konzern wurde unter anderem vorgeworfen, Aufrufe zu Hass, Verteidigung von Terrorismus oder sogenannte Fake News nicht konsequent genug zu bekämpfen. Unter anderem soll sich Russland mit Facebook-Anzeigen in den US-Wahlkampf eingemischt haben. Der Kreml bestreitet das.

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL RADIO | 12. Januar 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 10:18 Uhr