Frau sitzt vor Facebook-Logo auf Computer-Monitor.
Bildrechte: IMAGO

Daten werden analysiert So will Facebook Selbstmorde verhindern

Facebook sammelt viele Daten. Das ist prinzipiell keine beliebte Eigenschaft des sozialen Netzwerkes. Jetzt soll aber genau das helfen, Leben zu retten.

Frau sitzt vor Facebook-Logo auf Computer-Monitor.
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Name, Telefonnummer und Standort: Dass Facebook diese Daten über uns sammelt, ist vielen bekannt. Aber das soziale Netzwerk wertet auch weitere Informationen aus. So kann Facebook viel über uns als Person herausfinden. Dabei helfen Informationen, wie zum Beispiel auf welche Beiträge wir reagieren und was wir uns besonders gern anschauen.

Schlaue Computer

Facebook analysiert dieses Verhalten der Nutzer und kann mithilfe von künstlicher Intelligenz erkennen, ob ein Mensch Selbstmordgedanken hat, erklärt Marcus Schuller, MDR JUMP Korrespondent in Los Angeles.

Es analysiert dessen Einträge. Weisen diese Selbstmordabsichten auf, schaut sich ein speziell geschulter Moderator die Posts genauer an. Sind diese tatsächlich auffällig, nimmt der Moderator mit dem Nutzer Kontakt auf oder kann Freunde und Bekannte aktivieren. So soll auf die gefährdete Person Einfluss genommen werden.

Nicht überall

Die Technologie soll allerdings nicht in Europa eingesetzt werden. Laut Facebook sind die Datenschutzrichtlinien in der EU zu streng.

Facebook hat Sorge, dass man das Unternehmen bezichtigen könnte, die Technologie auch anderweitig einzusetzen. Zum Beispiel politische Gesinnungen zu entlarven oder Straftaten vorzubeugen.

Außerdem kann der Mitarbeiter von Facebook lokale Selbsthilfeeinrichtungen benachrichtigen, die zu dem Nutzer fahren.

Selbstschutz für Facebook

Dass Facebook die frühzeitige Suiziderkennung einsetzen möchte, hat einen tragischen Grund. In den vergangenen Monaten ist es vermehrt zu Selbstmorden vor laufender Kamera gekommen. Zuletzt hat sich ein Familienvater in der Türkei erschossen.

Solche Taten sollen künftig verhindert werden.

Hilfe bei Selbsttötungsgedanken gibt es bei der Telefonseelsorge. 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222
www.telefonseelsorge.de

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 28. November 2017 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2017, 08:00 Uhr