Facebook hat Geburtstag Die Macht des sozialen Netzwerks bleibt ungebrochen

Am 4. Februar 2004 ging Facebook online. Das soziale Netzwerk steckt nun also mitten in der Pubertät und ein bisschen so verhält es sich auch so. Aktuell stellt es gerade den Algorithmus seines Newsfeeds um. Die gerade veröffentlichen Quartalszahlen waren rekordverdächtig.

Eine Benachrichtigung für eine Freundschaftanfrage auf Facebook.
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War das alles nur geklaut?

Als Facebook vor 14 Jahren online ging nannte es sich noch thefacebook.com. 600 Menschen nutzten die Plattform am 1. Tag. Seit dem stiegen die Nutzerzahlen stetig. 2008 ging Facebook auch in den deutschen Markt. Mittlerweile hat das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben rund zwei Milliarden Mitglieder, die mindestens einmal im Monat aktiv sind.

Neben Mark Zuckerberg waren die Studenten Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Huges an der Idee beteiligt, allerdings gab es von Anfang an Anschuldigungen gegen Mark Zuckerberg, der damals ein 19-jähirger Harvard-Student war: Er habe die Idee seinen Kommilitonen geklaut. Auch ein Gerichtsverfahren wurde angestrengt, in dem 2008 den Brüdern Cameron und Tyler Winklevoss in einem Vergleich 65 Millionen Dollar zugesprochen wurden. Facebook selbst kommentiert die Vorwürfe nicht. Geschadet haben sie dem Konzern nicht.

Die Macht von Facebook

Große Unternehmen und Medienhäuser werden sofort zapplig, wenn Facebook etwas verändert. Das zeigt, welche Macht das soziale Netzwerk derzeit hat. Nicht nur für Werbetreibende ist das Netzwerk interessant. Auch als Nachrichtenkanal ist Facebook immer wichtiger geworden. Laut einer Langzeitstudie von 2014 der TU Dresden und der TU Darmstadt wurden 91 Prozent aller Online-Nachrichten von Medienhäusern über Facebook verbreitet.

Facebook dominiert den Werbemarkt. Das Anzeigevolumen wuchs im vergangenen Quartal um 84 Prozent - auch dank Whatsapp und Instagram, die mittlerweile zu Facebook gehören und dafür sorgen sollen, dass das stetige Wachstum des Konzerns nicht nachlässt. Allein WhatsApp hat derzeit 1,3 Milliarden Nutzer.

Facebook entscheidet, was du siehst

Seit Wochen geistern Berichte durch die Medien, dass Facebook seinen Algorithmus umstellt. Das betrifft vor allem Seitenbetreiber und soll das soziale Netzwerk für private Nutzer wieder attraktiver machen. Sie sollen in ihrem Newsfeed wieder mehr Beiträge von Freunden und weniger Werbung sehen.

Diese Umstellung des Newsfeeds macht eins deutlich: Die Nutzer sehen schon lange nicht mehr alle Beiträge von ihren Freunden oder Seiten, die sie geliket haben in ihrem Newsfeed, sondern nur das was Facebook ihnen ausspielt. Das kann mal mehr, mal weniger Werbung sein, mal mehr von Freunden oder von Kollegen - Facebook zeigt jedem das, von dem das Netzwerk meint, es könnte einen interessieren und blendet alles andere aus.

Rekordverdächtige Quartalszahlen

Facebook hat im vergangenen Jahr mehr Geld umgesetzt als erwartet- es verzeichnete einen Rekordumsatz von 40,6 Milliarden Dollar 2017 und einen Rekordgewinn von 4,3 Milliarden allein im letzten Quartal. Trotz der fantastischen Zahlen, läuft momentan nicht alles so, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg sich das wünscht: Denn die Nutzerzahlen boomen nicht mehr so stark, seit 2015 hatte Facebook das langsamste Nutzerwachstum.

Im letzten Quartal 2017 kamen "nur" noch 32 Millionen Nutzer hinzu, in den USA sank sogar die Zahl der täglich aktiven Nutzer erstmals von 185 auf 184 Millionen. Außerdem verweilen die Nutzer nicht mehr so lang in dem Netzwerk: Pro Tag ist der Facebook-Konsum um mittlerweile 50 Millionen Stunden zurückgegangen. Allerdings sieht Facebook das nicht als anhaltenden Trend.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 04. Februar 2018 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2018, 14:32 Uhr

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