Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
Bildrechte: dpa

MDR JUMP Morningshow Eure Fragen zur Bundestagswahl

Gestern war Bundestagswahl, das Endergebnis steht fest. Trotzdem sind noch einige Fragen offen. Die MDR JUMP Morningshow hat sie für euch mit einem Experten geklärt.

Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
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Die Bundestagswahl ist gelaufen, das amtliche Endergebnis steht fest. Trotzdem bleiben noch einige Fragen offen. Ihr konntet in der MDR JUMP Morningshow anrufen und eure Fragen loswerden. Unser Experte Dr. Benjamin Höhne, der stellvertretende Leiter des Instituts für Parlamentarismusforschung in Halle, hat sie beantwortet.

Das habt ihr gefragt

Warum sind manche Wahlzettel gelocht und manche nicht?

Warum sind manche Wahlzettel gelocht und manche nicht?

Benjamin Höhne: "Es gibt spezielle Wahlzettel für Blinde, die in der rechten oberen Ecke abgeschnitten oder eben gelocht sind. Das macht man, damit Blinde wissen, wo sie die Schablonen anlegen müssen, die ihnen beim Ausfüllen des Wahlzettels helfen sollen. Diese Wahlzettel sollten aber eigentlich nur an Blinde ausgegeben werden. "

Wird eine eventuelle Schwarz-Gelb-Grüne Koalition eine gute Politik machen?

Wird eine eventuelle Schwarz-Gelb-Grüne Koalition eine gute Politik machen?

Benjamin Höhne: "Das ist natürlich ein Experiment. Das ist neu, das gibt es bisher noch nicht. Zusammen hätten die Parteien auf jeden Fall die absolute Mehrheit, das heißt, sie könnten ohne Oppostion ihre Politik durchsetzen, wenn die eigenen Reihen stimmen. Es wird aber sicher lebhafte und kontroverse Debatten geben."

Wieso führen nicht die beiden Parteien mit den meisten Stimmen Koalitionsgespräche?

Wieso führen nicht die beiden Parteien mit den meisten Stimmen Koalitionsgespräche?

Benjamin Höhne: "Ich würde erstmal von der stärksten Partei ausgehen, das ist die Union. Und die hat - das sagt sie auch - den Auftrag eine Regierung zu bilden und wird sich nun darum bemühen, dass eine Mehrheit im Bundestag zustande kommt. Klappt das nicht, dann kann auch eine kleinere Partei versuchen, eine Mehrheit zusammenzubringen. Letztlich geht es darum, dass eine Mehrheit zusammenkommt. Aber die größte Partei hat erstmal klar den Auftrag."

Wo kommen die 18-Uhr-Prognosen her?

Wo kommen die 18-Uhr-Prognosen her?

Benjamin Höhne: "Das sind sogenannte Exit Polls, die Meinungsforschungsinstitute machen. Die sind ziemlich genau, die werden auch immer besser. Die fragen die Leute, direkt nachdem sie ihre Stimme im Wahllokal abgegeben haben, wen sie gewählt haben. Das weicht in der Regel so zwei, drei Prozentpunkte ab. Ist also schon sehr genau."

Dr. Benjamin Höhne hat auch eure Kommentare auf Facebook durchgelesen. Sein Eindruck ist, dass das Thema das euch am meisten beschäftigt die AfD ist.

Es gibt natürlich die einen, die das ganz gut finden, aber auch Leute, die ihre Angst ausdrücken und sich fragen, wie das jetzt weitergeht. Aber ich glaube, denen kann man die Angst nehmen. Die Bundesrepublik Deutschland ist eine stabile Demokratie, das wird man aushalten, wenn jetzt auch mal Stimmen kommen, die man bisher so nicht gehört hat.

Das Wahlergebnis und die Erklärung der SPD, in die Opposition gehen zu wollen, lässt eigentlich nur eine Jamaika-Koalition zu (also Schwarz, Gelb, Grün). Die Verhandlungen darüber werden spannend, meint Höhne, denn vor allem FDP und die Grünen sind sich in einigen Punkten "nicht grün". Er hält es auf jeden Fall für möglich, dass die CDU ihr selbstgestecktes Ziel erreicht und bis Weihnachten eine neue Bundesregierung präsentieren kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 25. September 2017 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 11:36 Uhr

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