RB-Trainer Julian Nagelsmann über Corona, FC Bayern und Trikottausch

Wegen Corona leider nur per Skype: RB Leipzig-Cheftrainer Julian Nagelsmann war in der MDR JUMP Morningshow zu Gast und hat sich euren Fragen gestellt. Und dabei ging es nicht nur um Fußball.

RB Trainer Julian Nagelsmann, Sarah von Neuburg und Lars-Christian Karde
Bildrechte: MDR JUMP

Fragen von Fußballfans nimmt RB Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann sehr ernst. Deswegen hat er auch sein Instagram-Profil wieder aufgegeben, erzählt er. "Ich konnte nicht jedem so ausführlich antworten, dass ich das als gerecht empfunden hätte." In der MDR JUMP Morningshow mit Sarah und Lars hat er sich trotzdem den Fragen der MDR JUMP-Hörer gestellt und sie ausführlich beantwortet.

Keine Angst vor dem Virus

In Leipzig hat sich der 32-Jährige schon gut eingelebt und das Umland erkundet. Mit dem sächsischen Dialekt kommt er übrigens auch ganz gut klar, erzählt er:

Eigentlich komme ich ganz gut damit zurecht. Mein Bruder hat ein großes Talent Dialekte nachzumachen und daher bin ich schon lange, bevor ich bei RB angestellt wurde, mit dem sächsischen Dialekt konfrontiert worden und komme damit ganz gut klar.

Klar ging es daneben auch um Corona. Den Lockdown hat Nagelsmann mit Trainingseinheiten verbracht. Weil die Spieler getrennt voneinander trainieren mussten, war es für ihn teilweise sogar mehr Arbeit. Vor dem Virus selbst hat er keine Angst, eher vor den Konsequenzen, die er in seinem Umfeld schon sehr deutlich sieht.

Ich habe viele Freunde, die selbständig sind und um ihre Existenz kämpfen müssen. Das sind Dinge, die mich beschäftigen, wo ich auch viele Gespräche führe und versuche mit Rat und Tat auch zur Seite zu stehen. 

Das Hauptthema war aber natürlich das Geschehen auf und neben dem Platz. Die achtjährige Lisa wollte zum Beispiel wissen, mit welchem Trainer Julian mal Trikot tauschen würde. Seine Antwort: Pep Guardiola.

Er kleidet sich immer gut. Das passt mir zwar nicht, ist optisch aber immer sehr ansprechend, was er trägt.

Johanna wollte wissen, ob er den FC Bayern für einen Angeberverein hält. Seine diplomatische Antwort: "Natürlich nicht. Sie haben hart für ihre Erfolge gearbeitet und dürfen das ruhig auch genießen." Besonders pikant: Der FC Bayern war auch Julians Lieblingsverein als Kind.

Wer wird Timo Werner ersetzen?

Aber natürlich haben die MDR JUMP-Hörer auch richtige Fußball-Fachfragen gestellt. Zum Beispiel, warum bei RB so wenig Nachwuchs aus dem eigenen Haus in der ersten Liga spielt. Nagelsmanns Einschätzung ist klar: Er will die Spieler nicht ohne Vorbereitung ins kalte Wasser werfen:

Der Kampf um die Nachwuchstalente ist riesengroß, es ist gar nicht so einfach, die Top-Talente zu finden. Ich bin kein Freund davon, das immer alles schnell, schnell zu machen sondern den Spielern auch die nötige Entwicklungszeit zu geben, was den Körper angeht, aber auch was den Kopf angeht.

Die eine Frage, die wahrscheinlich gerade alle RB-Fans beschäftigt wurde natürlich auch gestellt: Wer soll Timo Werner ersetzten? Für Julian Nagelsmann wird das die Herausforderung des Sommers sagt er:

Es wird nicht einfach, ihn zu ersetzten. Wir haben natürlich Budgetvorgaben und das ganze muss wirtschaftlich machbar sein. Wir müssen einfach den Markt sondieren und schauen, was geht.

Dazu kamen Fragen über den Erzrivalen FC Bayern, ob er Lust hätte, Bundestrainer zu werden und wie eigentlich die Verständigung in der Kabine läuft, wenn so viele Spieler Deutsch nicht als Muttersprache haben.

Die gesamte Pressekonferenz mit allen Antworten von Julian Nagelsmann könnt ihr hier nochmal nachschauen.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Morningshow | 26. Juni 2020 | 10:00 Uhr

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