Notarzt Rettungswagen des DRK Deutschen Rotes Kreuz
Bildrechte: imago/Ralph Peters

Fußballspieler rettet Schiri das Leben!

20.08.2019 | 14:28 Uhr

Fußballspieler und Schiedsrichter sind sich nicht immer grün. Ein Fall aus Merseburg zeigt aber: Wenn es hart auf hart kommt rettet ein Spieler dem Unparteiischen schonmal das Leben.

Notarzt Rettungswagen des DRK Deutschen Rotes Kreuz
Bildrechte: imago/Ralph Peters

Es hat ein bisschen gedauert, bis Fridtjof Seiffert begriffen hat, was er da eigentlich geleistet hat. Anfang August: Ein ganz normales Testspiel zwischen den beiden Fußballvereinen SV Burgwerben und dem SV Merseburg-Meuschau. Fridtjof spielt im Mittelfeld für die Merseburger. Nach gut einer halben Stunde - mitten im Spiel - bricht der Schiedsrichter plötzlich zusammen, erzählt Fridtjof:

Wir sind dann gleich hingerannt. Anfangs hatte er noch bisschen Schnappatmung. Wir haben ihn dann erstmal in die stabile Seitenlage gedreht. Aber dann hat er relativ zügig aufgehört zu atmen.

Fridtjof hat den Schiedsrichter dann auf den Rücken gedreht und ihn reanimiert, bis der Notarztwagen eintraf. Dass er auf dem Platz stand, war ein Glücksfall.

Durch meinen Hintergrund als Krankenpfleger wusste ich die Situation einzuschätzen. Also mir war nicht unbekannt, welche Schritte man unternehmen muss, wenn einer blau anläuft und keine Luft mehr holt.

Glück für den Schiedsrichter, dass Fridtjof genau wusste, was er tut. Leuten, die in so einer Situation Angst haben, etwas falsch zu machen, kann er beruhigen:

Der größte Fehler wäre, gar nichts zu machen. Und wenn man den Notruf wählt, dann hilft einem die Leitstelle ja auch, bis der Notarztwagen da ist.

Fridtjof Seiffert
Fridtjof Seiffert hat einem Fußballschiedsrichter das Leben gerettet. Bildrechte: privat

So hatte Fridtjof parallel immer noch die Rettungsleitstelle am Telefon, die ihm erklärt haben, was er machen muss. Zwar hätte Fridtjof mit seiner Ausbildung die Hilfestellung übers Handy nicht gebraucht, aber für Laien wäre das in so einer Situation auf jeden Fall sehr hilfreich, meint er.

Dem Schiedsrichter geht es mittlerweile wieder gut. Er ist aus dem Krankenhaus entlassen worden und kam sogar extra zu Fridtjofs Training, um sich zu bedanken.

Wir haben ein paar Minuten vor dem Training geredet. Natürlich hat man noch gemerkt, dass er etwas geschwächt ist, aber ich hab mich sehr gefreut, wie fit er schon wieder ist.

Jetzt hofft Fridtjof, dass seine Geschichte mehr Menschen dazu anregt, im Notfall einzuschreiten, zu helfen und nicht wegzuschauen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Feierabendshow | 21. August 2019 | 14:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 14:39 Uhr

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