Erste Hilfe: Notfalltipps für Hitze-Erkrankungen

Der strahlende Sonnenschein der letzten Tage hat viele in Mitteldeutschland ins Freibad oder an den Baggersee gelockt. Dauerhaft hohe Temperaturen sind aber auch eine Gefahr für den menschlichen Körper. Wie du Hitze-Erkrankungen vermeiden kannst und im Notfall am besten hilfst – hier sind die wichtigsten Fakten in Sachen Erste Hilfe im Hochsommer.

Ein Muss bei der Hitze: Freibad
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Die Wettertendenz: Die Temperaturen der kommenden Tage liegen über 30 Grad. Glücklich, wer da im Freibad oder einer Eisdiele Abkühlung suchen kann. Allerdings kann große Hitze auch bei vielen Menschen zu Herz- Kreislauf-Erkrankungen führen.

Fakt ist: Hitzeerkrankungen können jeden Menschen betreffen. Besonders gefährdet sind alte Menschen. Aber auch junge Leute kann die Hitze deutlich zu schaffen machen.

Auf die Signale des Körpers achten

Es geht vor allem darum, ausreichend zu trinken. Als Faustregel gilt, an heißen Tagen braucht ein Erwachsener mindestens einen halben Liter Wasser zusätzlich, insgesamt rund drei Liter. Gesunden Menschen empfehlen unsere Experten, bei extremer Hitze auf Alkohol und Kaffee zu verzichten. Sie weiten die Hautgefäße und fördern so das Schwitzen.

Außerdem sollte man, wenn möglich, in dieser warmen Zeit die Sonne zu meiden. Wer unbedingt in die Sonne muss, sollte sich bedecken. Zusätzlich sollte man sich immer mit Sonnencreme einreiben. Schließlich steigern die Sonnenstrahlen das Risiko für Sonnenbrand und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Empfohlen wird Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20.

Immer öfter sind auch junge Menschen von Hitze-Erkrankungen betroffen. Sie unterschätzen häufig alltägliche Belastung für den Körper. Einige seien bei diesem Wetter noch aktiver als sonst. Oft spiele auch Alkohol eine Rolle. Erhöhte Vorsicht sei im Straßenverkehr gefragt. Weil die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit bei Hitze eingeschränkt sei, steige die Unfallgefahr.

Hier erfährst du, wie du Hitze-Erkrankungen erkennst und wie du helfen kannst:

HITZEKOLLAPS / HITZEOHNMACHT

Was ist es: Überlastung des Kreislaufes durch Hitze und/oder körperliche Anstrengung.

Wann passiert es: Wenn man in warmer Umgebung lange stehen muss.

So erkennst du die Gefahr: Der Betroffene verliert, meist nur für kurze Zeit, das Bewusstsein.

Wie du am besten hilfst: Mit den Standards: Stabile Seitenlage, bei Bewusstsein der Person für Kühlung und Getränke sorgen. Bleibt der Kreislauf instabil unbedingt einen Arzt verständigen.

Sicherheitsvorkehrungen treffen: Du solltest immer ausreichend trinken und bei großer Hitze zurückhaltend mit körperlichen Belastungen sein.

SONNENSTICH

Was ist es: Hitze hat an Hirnhaut oder Hirngewebe Entzündungsreaktionen verursacht.

Wann passiert es: Durch viel direktes Sonnenlicht auf Kopf und/oder Nacken.

So erkennst du die Gefahr: Patienten klagen über Kopfschmerzen, Nackenschmerzen oder Nackensteifigkeit; auch erst Stunden später. Oft haben Betroffene einen roten, heißen Kopf.

Wie du am besten hilfst: Betroffene unbedingt aus der Sonne holen. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen: kühlen und ruhen. Wenn möglich, sollten die Betroffenen trinken: am besten Fruchtschorle, Mineralwasser oder Boullion.

Sicherheitsvorkehrungen treffen: Am besten starke Sonnenstrahlung auf Kopf und Nacken meiden. Hüte oder Kopf- und Nackentücher nutzen. Gleich für ausreichen Kühlung des Kopfes sorgen. Übrigens: Keinen Schutz vor einem Sonnenstich bietet Sonnencreme.

HITZSCHLAG

Was ist es: Bei einem Hitzschlag bricht die körpereigene Wärmeregulierung zusammen, die Körpertemperatur klettert auf 41 Grad und mehr. Ohne ärztliche Hilfe verläuft ein Hitzschlag tödlich, denn das hohe Fieber hat Hirnschäden, Herz- oder Nierenversagen zur Folge.

Wann passiert es: Ausgelöst wird der Hitzschlag durch körperliche Überanstrengung in sehr warmer Umgebung. Ein Hitzschlag droht besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, da die Selbstkühlung des Körpers durch Schweißabsonderung nicht richtig funktioniert. Die Haut ist trocken, heiß und gerötet. Am Ende versagt der Kreislauf.

So erkennst du die Gefahr: Symptome sind auch hier Müdigkeit, Schwindel, Erbrechen und zunächst übermäßiges Schwitzen, das später vollkommen aufhört. Die Haut ist trocken, gerötet und heiß. Es folgt Bewusstlosigkeit, schließlich versagt der Kreislauf.

Wie Du am besten hilfst: Den ganzen Körper kühlen, Flüssigkeit zuführen und den Betroffenen ruhig lagern und umgehend einen Notarzt alarmieren. Atmung und Bewusstsein regelmäßig kontrollieren.

Sicherheitsvorkehrungen treffen: Steigt nach einem längerem Aufenthalt in der Sonne die Körpertemperatur - unbedingt einen Arzt anrufen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. August 2020 | 11:50 Uhr

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