Erste Führerscheine abgelaufen: Was passiert, wenn die Frist versäumt wurde?

Viele alte Führerscheine laufen am 19. Januar ab. Sie müssen umgetauscht werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie sind vielerorts die Termine auf den zuständigen Ämtern knapp.

Eine Frau hält einen Führerschein der DDR in der Hand.
Auch einige DDR-Führerscheine müssen in diesem Jahr umgetauscht werden. Bildrechte: dpa

In den kommenden Jahren müssen Millionen von Führerscheinen umgetauscht werden. Sie sollen künftig EU-weit einheitlich und fälschungssicher sein. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden. Das hatte der Bundesrat beschlossen. Der ADAC sagt, es geht insgesamt um etwa 43 Millionen Dokumente, die neu ausgestellt werden müssten. Damit nicht alle zeitgleich in die Ämter stürmen, gibt es einen Stufenplan, wer wann seinen Führerschein umtauschen muss.

Wer ist in diesem Jahr dran?

Los geht es in diesem Jahr. Bis zum 19. Januar müssen bereits die ersten Führerscheine umgetauscht worden sein. Das Betrifft alle Menschen mit den Geburtsjahren 1953 bis 1958, wenn sie noch einen alten Führerschein haben, der nicht im Scheckkarten-Format ist. Also die grauen oder rosafarbigen Papierführerscheine, sowie alte DDR-Führerscheine. Alle anderen haben eine längere Frist. Diese reicht teilweise bis ins Jahr 2033.

Das bedeutet: Viele Führerscheine werden zum 19. Januar ungültig.

Was passiert, wenn ich noch keinen neuen Führerschein habe?

Aufgrund der Corona-Pandemie waren viele Ämter geschlossen und es ist teilweise schwierig, einen Termin für den Umtausch zu bekommen. Deshalb hat die Innenministerkonferenz noch kurzfristig die Umtauschfrist um ein halbes Jahr verlängert. Dadurch sind die betroffenen Führerscheine zwar ungültig, doch das soll bis 19. Juli 2022 nicht geahndet werden. Bedeutet also, dass kein Verwarngeld erhoben werden soll, wenn der ungültige Führerschein bei einer Polizeikontrolle auffliegt. Die Übergangsfrist stammt als Handlungsempfehlung von der Verkehrsministerkonferenz. Anschließend droht bei einer Kontrolle ein Verwarngeld von zehn Euro.

Wenn kein gültiger Führerschein vorliegt, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Die Scheckkarte ist der Nachweis darüber, dass eine Person ein Fahrzeug fahren darf. Die Fahrerlaubnis ist also dennoch gegeben, nur der Nachweis, also der Führerschein fehlt. Anders ist es, wenn aufgrund von Verstößen im Straßenverkehr eine Konsequenz gezogen wird: Dann wird vorübergehend auch die Fahrerlaubnis entzogen.

Neue "Fleppe" nicht endlos gültig

Das neu ausgestellte Dokument ist 15 Jahre gültig. Danach musst du dir wieder einen neuen Führerschein holen. Aktuell liegen die Kosten für den Führerscheinumtausch bei rund 25 Euro. Wer sich nicht rechtzeitig einen neuen Schein geholt hat, muss 10 Euro Strafe zahlen. Deine alte Fleppe kannst du zum Andenken behalten. Sie wird aber in der Führerscheinstelle entwertet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 27. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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