Heiße Zitrone & Sauna: Das sind die schlimmsten Erkältungsmythen

Gerade im Winter erwischt es viele von uns: Eine Erkältung sorgt für einige unangenehme Symptome. Viele Hausmittel sollen die Krankheit abmildern. Doch nicht alle funktionieren so, wie wir es mal gehört haben.

Junge Frau mit einer Erkältung schaut auf ein Fieberthermometer.
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Egal ob Husten, Schnupfen oder Heiserkeit: In den kalten Monaten erwischt es viele von uns mit einer Erkältung. Doch nicht alle Hilfsmittel, die in der Familie herumerzählt werden, stimmen tatsächlich!

Vitamin C hilft nicht bei Erkältungen

Vitamin C hat nur einen kleinen Einfluss darauf, wie lange eine Erkältung dauert und wie sie verläuft. Es hat lediglich einen kleinen vorbeugenden Effekt und kann die Dauer um etwa einen halben Tag verkürzen. Doch um das zu erreichen, mussten die Probanden einer Studie die Vitamine dauerhaft auch über mehrere Jahre lang einnehmen. Auch das Bundeszentrum für Ernährung schreibt, dass die positive Wirkung von Vitamin C weniger akut bei einer Erkältung hilft, sondern es wirkt "vermutlich eher vorbeugend durch Unterstützung des Immunsystems".

Das gilt dann auch für das Getränk "Heiße Zitrone". Der Saft einer ausgepressten Zitrone mit heißem Wasser und etwas Honig bringt Vitamin C und entzündungshemmende Stoffe des Honigs. Wie das Bundeszentrum für Ernährung jetzt mitteilt, sollte das allerdings nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden, da so das Vitamin C nicht erhalten bleibt.

Deshalb sollte der Zitronensaft mit kaltem Wasser aufgefüllt werden, damit mehr Vitamin C erhalten bleibt. Dann wird das Getränk auf Trinktemperatur erwärmt. Auch der Honig sollte nicht auf mehr als 40 Grad Celsius erhitzt werden, damit seine Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Das bekannte Hausmittel sollte also eher „lauwarm“ getrunken werden als zu heiß.

Bundeszentrum für Ernährung

Warm anziehen gegen eine Erkältung?

Auch das stimmt nicht unbedingt. Zwar ist es so, dass sich Viren bei niedrigen Temperaturen leichter vermehren können und unsere Immunabwehr geschwächt ist, weil beispielsweise die Nasenschleimhäute ausgekühlt sind. Allerdings ist dieser Ort als Tor für die Eindringlinge schlecht vor der Kälte zu schützen. Deshalb helfen warme Klamotten nur bedingt gegen eine Erkältung.

Wenn die Nase läuft: Schnell putzen?

Tatsächlich wird eher dazu geraten, das was aus der Nase läuft hochzuziehen. Denn beim Naseputzen besteht die Gefahr, dass sich die Krankheitserreger in die Nasennebenhöhlen gelangen und dort noch größeren Schaden anrichten.

Erkältung herausschwitzen?

Sollten wir mit einer Erkältung in die Sauna gehen, um die Erkältung zu beseitigen? Auch das ist eher schädlich. Denn der Körper hat bereits viel damit zu tun, die Viren zu bekämpfen. Die extreme Hitze der Sauna wäre dann eine zusätzliche Belastung, die der Genesung im Weg steht.

Doch was wirkt dann gegen eine Erkältung?

Tatsächlich gibt es viele Hausmittel, die tatsächlich wirken. Dazu gehört eine frische, selbstgemachte Hühnersuppe. Diese wirkt entzündungshemmend. Auch warmes Bier hilft gegen Erkältungen. Wenn es auf bis zu 40 Grad erhitzt wurde, können die ätherischen Öle und Bitterstoffe gegen die Bakterien wirken. Und auch dieser Tipp hilft: Bei viel Bettruhe kann der Körper am besten gegen die Erkältung arbeiten.

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