Änderungen beim Elterngeld: wer es bekommt und wer leer ausgeht

Extra-Geld für Frühchen, flexiblere Teilzeitregelung und etliche Spitzenverdiener gehen leer aus – diese Neuregelungen wird es bald beim Elterngeld geben.

Elterngeld auf Geldstapel.
Bildrechte: imago/Steinach

Nach der Geburt eine berufliche Auszeit fürs Kind nehmen - der Staat unterstützt Eltern dabei mit dem Elterngeld. Mit einer Reform sollen nun die Regeln für Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezugs vereinfacht werden und Eltern von Frühchen bekommen mehr Unterstützung. Außerdem sinken die Einkommensgrenzen bei Top-Verdienern.

Zusatzmonat für Frühchen

Mütter und Väter von Frühgeborenen sollen künftig länger Elterngeld bekommen. So wird für Kinder, die sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, in Zukunft ein zusätzlicher Monat Elterngeld gezahlt. Wird das Kind acht Wochen zu früh geboren, werden zwei zusätzliche Monate gewährt, bei 12 Wochen drei und bei 16 Wochen vier zusätzliche Monate.

Mehr Teilzeitarbeit möglich

Eltern, die schon während des Elterngeldbezugs wieder arbeiten, können jetzt wöchentlich 32 statt bisher 30 Stunden pro Woche arbeiten gehen. Damit ist rechnerisch eine 4-Tage-Woche möglich. Auch die Vorgaben für den sogenannten Partnerschaftsbonus, wenn beide Elternteile parallel in Teilzeit sind, werden gelockert. Außerdem soll Kurzarbeit künftig nicht mehr zu einer Minderung des Elterngelds führen, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auch mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Wir stellen das beliebte Elterngeld besser und krisenfester auf.

Kein Geld mehr für Spitzenverdiener

Zur Finanzierung der Änderungen sollen Spitzenverdienerpaare künftig kein Elterngeld mehr bekommen. Die Obergrenze lag bisher bei 500.000 Euro Jahreseinkommen und wird auf 300.000 Euro abgesenkt. Für Alleinerziehende bleibt die Grenze weiterhin bei 250.000 Euro. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf bereits verabschiedet. Jetzt muss er noch durch den Bundesrat. Die Änderungen sollen zum 1. September 2021 in Kraft treten. 

Elterngeld bekommen alle Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder nur wenig arbeiten wollen. Gezahlt werden zwischen 300 Euro und 1.800 Euro im Monat – abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Elterngeld gibt es für maximal 14 Monate, wenn sich beide Eltern an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus). Alleinerziehende erhalten grundsätzlich 14 Monate Elterngeld. Laut Familienministerin Giffey werden jährlich mehr als sieben Milliarden Euro für das Elterngeld ausgegeben.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 29. Januar 2021 | 15:00 Uhr

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