Smartphone fürs Kind: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Handys schon in der Grundschule? Um mit Freunden zu chatten oder soziale Netzwerke zu checken, sind Smartphones und Tablets mittlerweile unersetzlich. Aber wann ist mein Kind eigentlich reif für ein Smartphone – und welche Regeln sollten gelten?

Kind liegt im Bett und schaut auf ein Smartphone.
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In den letzten Jahren hat sich in der Welt der Technik einiges getan. Die Kindheit der Eltern und Kinder von heute könnten wohl kaum unterschiedlicher sein - zumindest im Bezug auf Medien. Smartphones sind nicht mehr wegzudenken und Kinder werden schon im jungen Alter auf Medien aufmerksam. Nach Angaben des Zentralinstituts für das Jugend -und Bildungsfernsehen nutzen 64 Prozent aller 6- bis 7-Jährigen einmal oder mehrmals die Woche das Internet. Bei den 12 bis 13-Jährigen sind es schon 95 Prozent.

Medienpädagogin Iren Schulz erklärt im Interview mit MDR JUMP in welchem Alter die Anschaffung eines Smartphones sinnvoll ist.

Smartphone ist ein Riesen-Kommunikationskasten

Bei der Anschaffung eines Smartphones sollte man auf jeden Fall die Entwicklung seines Kindes im Auge haben, so die Expertin. Jedes Kind ist anders und unterschiedlich weit entwickelt. Trotzdem gäbe es ein Alter, ab dem so ein Gerät erst richtig sinnvoll sei.

Ein Junge spielt ein Videospiel auf seinem Smartphone und überträgt es mit einem zweiten Handy per Facetime zu seinem Freund.
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Man kann im Allgemeinen sagen: Ein umfängliches Smartphone mit Internetverbindung, den ganzen Apps und allem was online möglich ist - das ist ein Riesen-Kommunikationskasten. Und das ist eigentlich erst ab 11 Jahren sinnvoll, vorher nicht.

Dass viele ihren Grundschulkindern Handys mitgeben, ist aber verständlich und in Ordnung, so Schulz weiter. Dabei müssen Eltern jedoch einiges beachten.

Dann sollte es ein abgespecktes Smartphone mit einer Prepaid-Karte ohne Flatrate dafür mit eingeschränkten Apps sein. Und dann kann man Schritt für Schritt mehr machen.

Ganz ohne Handy geht's nicht mehr

Handy ab 18 Jahren mag für einige Familien funktionieren, gar kein Handy aber eher nicht, so die Expertin. Ganz ohne unsere technischen Helferlein würde man heututzage einfach nicht mehr auskommen.

Ein Kind mit Brille liegt mit Handy im Bett
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Wir werden in dieser Welt ohne Handy schlecht zurecht kommen, weil mittlerweile alles mit Medien durchzogen ist. Der bessere Weg ist Kindern einen Werkzeugkasten mitzugeben, um mit diesen Medien klarzukommen.

Bei dem Werkzeugkasten geht es nicht nur darum, Kindern die technische Seite beizubringen - da sind die Kids uns sowieso meist voraus. Es geht eher darum, sie durch die Welt von Influencern, Markenplatzierungen, künstlichen Photoshop-Welten und Datenschutz zu manövrieren.

Man sollte das nicht von vornherein negativ sehen. Es gibt tolle Lernchancen. Und Kinder können sich überall in der Welt jemanden mit den gleichen Hobbys suchen und Identitäten ausprobieren, das ist alles ganz toll.

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In unserer neuen Rubrik „Elternabend“ machen wir den Praxis-Test. Wie heikel ist das Thema Handynutzung bei unseren Familien wirklich? Dazu kannst du hier auch den Elternabend-Podcast hören und abonnieren und auf unserem Facebook-Profil mit der MDR JUMP Community diskutieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 03. November 2021 | 11:15 Uhr

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