To-Do-Liste hängt an einer Kork-Pinnwand
Bildrechte: Colourbox.de

Warum deine To Dos ruhig mal liegen bleiben können

18.10.2018 | 16:17 Uhr

Wer kennt nicht die guten Vorsätze: "Morgen räume ich auf", "Nächsten Monat höre ich auf zu rauchen" oder "Nur noch eine halbe Stunde schlafen, dann kaufe ich ein" - Aber selten halten wir die guten Vorsätze wirklich ein und dann stressen wir uns selbst. Das muss nicht sein und ist kontraproduktiv, zeigt eine neue Studie.

To-Do-Liste hängt an einer Kork-Pinnwand
Bildrechte: Colourbox.de

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen?!

Unangenehme Aufgaben schieben wir gerne vor uns her. Morgen wird alles anders!, ist oft das Motto. Doch die sogenannte Aufschieberitis ist manchmal gar nicht so verkehrt, meinen Psychologen. Denn Vorsätze, die wir sowieso nicht einhalten, enden meistens in Enttäuschungen - und neuen, nicht erreichbaren Vorsätzen.

Einfach mal locker bleiben

Amerikanische und israelische Psychologen kommen in einer Studie zur der Erkenntnis: Selbstkontrolle lässt sich nicht erzwingen. Wer sich vornimmt allen Ablenkungen zu widerstehen, erreicht meistens das Gegenteil.

Die Studie der Psychologen hat gezeigt, wenn sich Versuchsteilnehmer explizit vorgenommen hatten, sich besser zu kontrollieren, haben sie es meistens nicht geschafft, eine unangenehme Arbeit schnell zu erledigen. Die Psychologen gehen deshalb davon aus, dass der Wunsch nach Selbstkontrolle auf die Teilnehmer hemmend gewirkt hat. Denn wurde in schon ziemlich disziplinierten Versuchsteilnehmern der Wunsch ausgelöst, etwas Lästiges zu erledigen, scheiterten selbst sie.

Die Lösung: To Do-Listen

Eine weitere Studie des amerikanischen Wissenchaftlers Roy Baumeister zeigt übrigens, dass eine To Do-Liste helfen kann, auch unangenehme Arbeiten zu erledigen. Wenn ihr eine To Do-Liste schreibt, solltet ihr euch auch gleichzeitig einen Plan machen, wie und wann ihr die Aufgaben darauf erledigen wollt. So fühlt ihr euch bereits beim Schreiben der Liste, als sei die Aufgabe schon fast erledigt.

Denn anstatt ewig über das Problem oder die Aufgabe nachzudenken, ist der Punkt so gut wie abgehakt und wirkt auf euch weniger belastend. Außerdem konzentriert ihr euch so nicht mehr so stark darauf Selbstkontrolle zu erzwingen, sondern lenkt den Fokus auf die Erledigung der Aufgabe weg von euren Schwächen.

Für die nächsten lästigen Aufgaben gilt also: Seid ruhig etwas gnädiger zu euch selbst, wenn die Liste der Aufgaben mal wieder etwas länger ist!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 19. Oktober 2018 | 07:40 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP