Ein Mann steht im Wald und benutzt sein Handy
Bildrechte: IMAGO

Digitalgipfel im Erzgebirge Schluss mit den Funklöchern

20.06.2018 | 16:02 Uhr

Es gibt Orte in Mitteldeutschland, in denen kann man nichtmal mit dem Handy telefonieren. Über 500 solcher Funklöcher gibt es allein im Erzgebirgskreis. Nun soll die Sache endlich angegangen werden.

Ein Mann steht im Wald und benutzt sein Handy
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Heiko Schmuck ist der Kreisvorsitzende der FDP im Erzgebirgskreis und er hat die Nase voll von Funklöchern:

Es kann doch nicht sein, dass eine Wirtschaftskraft wie Deutschland auch 2018 noch Funklöcher hat.

Schmuck hat deshalb einen Digitalgipfel einberufen, zu dem Vertreter der Mobilfunkanbieter, Bundestagsabgeordnete und Leute aus der Kreisverwaltung kommen. Mit dem Gipfel will Schmuck endlich Bewegung in das Thema bringen. Mittlerweile habe man sich im Erzgebirge an die Funklöcher gewöhnt:

Man weiß, wo die Löcher sind und kann dann im Zweifel rechts ranfahren, damit das Gespräch nicht abbricht.

500 Funklöcher

Trotzdem muss was geschehen, findet er. In einem ersten Schritt konnten Bewohner des Landkreises Funklöcher melden, die dann auf einer Karte verzeichnet wurden. 500 Löcher in der Netzabdeckung sind so bekanntgeworden. Schmuck will Ortstermine machen, um rauszufinden, warum in den Gebieten kein Empfang ist. Spätestens, wenn die Umstellung auf 5G - die nächste Generation des mobilen Internets - erfolgt, fürchtet er, dass das Erzgebirge den Anschluss verliert.

Wir können nicht darauf warten, dass die Funklöcher noch größer werden oder gar nichts passiert.

Der Digitalgipfel soll ein erster Schritt sein. Schmuck sagt, sein Ziel sei, dass sich alle beiteiligten erst einmal kennenlernen. Außerdem wolle man erfahren, warum es überhaupt immer noch Funklöcher gibt.

Bundesregierung plant App

Bei der Initiative wird aber nicht nur der Frust der Privatleute mit Funklöchern eine Rolle spielen. Guter Empfang sei auch entscheidend für die Standortwahl von Unternehmen heißt es auf der Website.

Die Bundesregierung plant eine App, mit der Funklöcher gemeldet werden können. Und auch die sächsische Landesregierung will aktiv werden, sagt Schmuck. Bis jetzt sei aber noch nichts passiert. Sein Ziel ist übrigens ganz profan: Ein Tourist im Wald soll endlich auch ohne Probleme ein Selfie bei Instagram hochladen können.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 20. Juni 2018 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2018, 16:02 Uhr

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