Mit 29 in den Bundestag: Das sind die jüngsten Abgeordneten aus Mitteldeutschland

Wer konnte als junger Politiker seinen Wahlkreis gewinnen? Wer gehört zu den Älteren? Und wem reichten schon vergleichsweise wenige Stimmen? Wir haben uns die Wahlergebnisse für unsere Region genauer angeschaut.

Wahlplakate vor der Bundestagswahl in Magdeburg - darunter auch eins für Martin Kröber
Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Die Altersfrage spielte im Wahlkampf eine große Rolle: Entscheiden vor allem die Älteren, mit welchen Politikern und Parteien es in Berlin weitergeht? Wie wichtig ist es, wem die Jüngeren ihre Stimme geben? Werden dann auch die Wünsche und Sorgen von Kindern, Jugendlichen und Familien mehr gehört als bisher?

Der jüngste Direktkandidat Sachsen-Anhalts kommt von der SPD

Noch ist offen, wer die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) antritt und mit welcher Koalition regiert. Zahlreiche Politiker aus unserer Region wissen aber schon, dass sie im Bundestag sitzen werden. Sie konnten ihre Wahlkreise direkt gewinnen. Dazu gehören auch einige Neulinge und junge Politiker - jung zumindest im Vergleich mit Olaf Scholz (SPD, 63) oder Armin Laschet (60, CDU).

Der Bundestagsabgeordnete Martin Kröber
Bildrechte: SPD

Einer von ihnen ist Martin Kröber. Der 29-jährige gewann seinen Wahlkreis Magdeburg/Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Der Gewerkschafter (Eisenbahn und Verkehr EVG) ist zudem neu im Bundestag. Den kennt Sepp Müller (CDU) schon. Der 32-jährige holte für die CDU den Wahlkreis Landkreis Wittenberg und Stadt Dessau-Roßlau.

Der älteste Direktkandidat für Sachsen-Anhalt im neu gewählten Bundestag ist mit 71 Jahren Robert Farle (AfD). Er hat den Landkreis Mansfeld gewonnen und ist trotz seines Alters ein Neuling im Bundestag. Der soll spätestens Ende Oktober das erste Mal zusammenkommen. Nur zwei der Direktkandidaten für Thüringen sind Frauen.

Wahlhelfer leeren Wahlurne
Auszählung in Heidenau in Sachsen Bildrechte: Daniel Förster

Neben den neun Direktkandidaten ziehen in Sachsen-Anhalt wahrscheinlich noch neun Abgeordnete über die jeweilige Landesliste in den Bundestag ein. Die im Vergleich wenigsten Stimmen für den direkten Sieg im Wahlkreis brauchte in Sachsen-Anhalt Herbert Wollmann von der SPD. Ihm reichten 29.594 Stimmen in der Altmark, so Landeswahlleiterin Christa Dieckmann. Zum Vergleich: SPD-Politiker Karamba Diaby wurde in seinem Wahlkreis - Halle (Saale), Kabelsketal, Landsberg und Petersberg – mit 42.334 Stimmen gewählt. Dieser Wahlkreis hatte auch die höchste Wahlbeteiligung (70,8 %). Im Wahlkreis Anhalt war die Wahlbeteiligung mit 64,9 % dagegen am niedrigsten.

Jüngster Direktkandidat in Thüringen kommt von der AfD

Marcus Bühl, AfD
Bildrechte: dpa

Marcus Bühl ist Jahrgang 1977 und damit auch schon „Ü40“. Im Landesvergleich ist der AfD-Politiker aber trotzdem der jüngste Direktkandidat. Er gewann den Wahlkreis Gotha - Ilm-Kreis. Zweitjüngster Direktkandidat für Thüringen ist mit 45 Jahren Carsten Schneider von der SPD, so Wahlleiter Günter Krombholz. Beide Politiker waren bereits für ihre Parteien im Bundestag.

Die wenigsten Stimmen für den Sieg brauchte Holger Becker (SPD). Er gewann den Wahlkreis Jena - Sömmerda - Weimarer Land I mit 30.673 Stimmen und bekam damit rund 20 Prozent. Frank Ullrich von der SPD sammelte 56.786 Stimmen für sich und bekamt damit 33,6 Prozent im Wahlkreis Suhl - Schmalkalden-Meiningen - Hildburghausen - Sonneberg. Die höchste Wahlbeteiligung in Thüringen hat der Wahlkreis Jena - Sömmerda - Weimarer Land I (77,6 %), die niedrigste hat Gera - Greiz - Altenburger Land mit 73,2 %. Alle Direktkandidaten in Thüringen sind Männer. Im Freistaat schaffen nach aktuellem Stand elf Politiker den Sprung in den Bundestag über die Landesliste.

In Sachsen sind die drei jüngsten Direktkandidaten Frauen

Nachtaufnahme des Deutschen Bundestages (Aufnahme mit langer Verschlusszeit und bewegter Kamera).
Bildrechte: IMAGO / photothek

Carolin Bachmann hat mit 33 Jahren den Wahlkreis Mittelsachsen für die AfD gewonnen und zieht zum ersten Mal in den Bundestag ein. Das gilt auch für Barbara Lenk. Die 38-jährige holte für die AfD den Wahlkreis Meißen. Die 41 Jahre alte Yvonne Magwas von der CDU gewann erneut den Vogtlandkreis als Direktkandidatin. Aus Sachsen kommen zudem 22 Frauen und Männer über die Landeslisten ihrer Parteien in den Bundestag. Unter ihnen ist der 23-jährige Florian Funke (SPD). Raha Nasr (29), der 27-jährige Carlos Kasper (beide SPD), der 26 Jahre alte Philipp Hartewig (FDP), die 25-jährige Merle Spellerberg und der 28-jährige Kassem Taher Saleh (beide B90/Grüne) drücken den Altersschnitt im Bundestag zumindest etwas. Trotzdem bleiben im neu gewählten Plenum jüngere Politiker eine Minderheit. Gerade einmal 50 von voraussichtlich 735 Abgeordneten sind jünger als 30.

In der Übersicht: So wurde in den Wahlkreisen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gewählt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. September 2021 | 12:45 Uhr

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