Diese drei Diät-Regeln sollen beim Abnehmen helfen

Low Carb, Trennkost oder Keto – es gibt unzählige Diäten. Nur was funktioniert? US-Forscher haben ein paar verblüffend simple Vorschläge.

Gesunde Lebensmittel mit hohem Proteingehalt. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Nüsse und Bohnen
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Es war eine Zahl, die wirklich unglaublich klang. Klar, der eine oder die andere von uns hat in der Corona-Pandemie schon etwas an Gewicht zugelegt. Aber laut einer Statistik der Technischen Universität München aus dem vergangenen Sommer sollte das durchschnittliche Plus bei nicht weniger 5,5 Kilogramm pro Nase gelegen haben. Bei fettleibigen Menschen seien durch weniger Bewegung und schlechte Ernährung im ersten Abschnitt der Pandemie im Schnitt sogar mehr als sieben Kilogramm dazugekommen.

Zum Glück, muss man sagen, hielt die Statistik aus Sicht von unabhängigen Experten einer Überprüfung nicht stand. Die tatsächliche Gewichtszunahme, argumentierten die Kritiker liege deutlich niedriger und sei statistisch nicht aussagekräftig.

Tatsache bleibt aber: In Deutschland sind zu viele Menschen zu schwer. Männer sind stärker betroffen als Frauen. Insgesamt sind mehr als die Hälfte (52,7 Prozent) aller Erwachsenen übergewichtig - das heißt, sie haben einen BMI von mehr als 25. Besonders problematisch dabei: Bei uns in der Region liegen die Zahlen noch einmal deutlich über dem Bundesschnitt: Sachsen-Anhalt hat 60,7 Prozent Übergewichtige, Thüringen 59,6 Prozent und Sachsen 55,7 Prozent.

Milliardenkosten für das Gesundheitssystem

Übergewicht steigert das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck oder Knochenproblemen zu erkranken. Besonders deutlich ist aber der Zusammenhang zu Diabetes: Übergewicht macht krank. Wenn man auf die gesamte Gesellschaft schaut, dann zeigt sich, dass auf diese Weise jedes Jahr rund 29 Milliarden Euro an Behandlungskosten für das Gesundheitssystem zusammenkommen, das sind rund 11 Prozent aller Gesundheitsausgaben. Oder anders ausgedrückt: Die Folgen des Übergewichts kosten jeden Steuerzahler jedes Jahr etwa 430 Euro.

Noch bedeutsamer ist allerdings der Blick auf die persönliche Ebene. Denn obwohl es natürlich und zum Glück – Stichwort: Body Positivity – auch viele glückliche Übergewichtige gibt, wollen doch auch nicht wenige Menschen abnehmen. Eine ganze Diät-Industrie ist daraus geworden.

Low Carb, Trennkost oder Keto – es gibt unzählige Diäten. Auch Intervallfasten probieren viele aus. Eine Studie eines Teams um  Christopher Gardner von der Stanford University School of Medicine hat bewiesen, was viele von uns schon ahnten: Die perfekte Diät gibt es nicht.

Wir alle kennen die Geschichten von Freunden, die eine Diät gemacht haben, die wunderbar funktioniert hat, und dann hat ein anderer Freund dieselbe Diät ausprobiert, und es hat überhaupt nicht funktioniert.

Dazu erklärt der britische Forscher Gardner: „Das liegt daran, dass wir alle sehr unterschiedlich sind, und wir beginnen gerade erst, die Gründe für diese Vielfalt zu verstehen. Vielleicht sollten wir nicht fragen, was die beste Ernährung ist, sondern was die beste Ernährung für jeden Einzelnen ist.“

In beiden Testgruppen purzelten die Kilos

Interessanterweise lassen sich aber durchaus ein paar allgemeine Regeln aus seiner Studie ableiten. Das Team hatte 609 Probandinnen und Probanden zwischen 18 und 50 Jahren untersucht. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Ein Teil sollte auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung setzen, der andere auf viele Kohlenhydrate und wenig Fett. Es keine Vorgaben zu Kalorienzahl, dem Zeitpunkt der Mahlzeiten oder ähnlichem. Die Probandinnen und Probanden sollten aber so wenig Zucker und Weißbrot wie möglich essen – dafür so viel Gemüse wie irgend geht.

Und bei den Testpersonen purzelten in beiden Gruppen die Kilos, unabhängig von der Frage, ob sie im Low-Carb oder im Low-Fat-Team waren. Das heißt: Diese Diätphilosophien spielten in der Praxis wohl gar keine Rolle. Und trotzdem verloren Probandinnen und Probanden in beiden Gruppen jeweils fast sechs Kilogramm an Gewicht während der Versuch lief – weil sie eben auf Zucker und Weißbrot verzichteten und viel Gemüse aßen.

Bekannt ist auch, dass nur ein geringer Anteil der Übergewichtigen es schafft, das Normalgewicht zu erreichen. Laut einer britischen Studie haben übergewichtige Frauen eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 124, ihr Normalgewicht zu erreichen. Bei Männern liegt die Chance mit 1 zu 200 noch schlechter. Aber das ist kein Grund, es nicht wenigstens zu versuchen!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 15. Mai 2022 | 16:37 Uhr

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