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Deutschland surft hinterher Internet ist langsamer als versprochen

Die Internetanschlüsse in Deutschland sind viel langsamer, als die Anbieter es den Kunden verkaufen. Die mobilen Verbindungen sind sogar noch mieser. Das belegen Zahlen der Bundesnetzagentur.

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Verbraucher in Deutschland surfen mal wieder hinterher: Viele haben einen viel langsameren Internetanschluss als vertraglich vereinbart. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, hatten fast drei von zehn Nutzern (28,4 Prozent) eine Festnetz-Verbindung mit einer Datenübertragung von nicht mal der Hälfte der vereinbarten Höchstgeschwindigkeit.

Bei mobilen Verbindungen ist die Datengeschwindigkeit noch schlechter: mehr als acht von zehn Surfern (81,4 Prozent) hatten Anlass zur Klage und surften langsamer als vereinbart.
"Das stellen wir als Verbraucherzentralen schon seit mehreren Jahren fest, dass die Provider immer mit ‚bis zu‘-Angaben locken", erklärt Ute Bernhard von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt:

Da hat der Gesetzgeber an der Stelle schon reagiert und mit der Transparenzverordnung vom Juni letzten Jahres die Anbieter verpflichtet anzugeben, was die Minimale und Maximale Übertragungsrate ist.

Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen jedoch, dass sich, im Vergleich zu der vor einem Jahr publizierten Vorgängerstudie, die Situation kaum verbessert hat.
Auf einer Deutschlandkarte könnt ihr euch hier die Messergebnisse für eure Region ansehen. Die Messungen lassen jedoch keine Rückschlüsse auf die Breitbandversorgung zu, denn die Ergebnisse der Breitbandmessung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Insofern können auf der Grundlage der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden.

Testet eure Datengeschwindigkeit

Ausgewertet worden waren von der Bundesnetzagentur rund 700.000 Messungen im Zeitraum von Oktober 2016 bis September 2017. Die Bundesnetzagentur bietet nun an, seine eigene Geschwindigkeit zu messen. Wichtig ist, dass man zu verschiedenen Zeit misst, erklärt Ute Bernard:

Wir als Verbraucherzentrale empfehlen das Mess-Tool der Bundesnetzagentur zu nutzen und das auch zu protokollieren.

Kommt nämlich die Leitung über einen längeren Zeitraum nicht auf die vereinbarte Leistung, sollte man als Verbraucher handeln und seinen Provider informieren, der nachbessern muss.

Wenn Sie dauerhaft nur halb so schnell wie vereinbart surfen können, dann sollten Sie zunächst die Zahlungen auch reduzieren und das auch anmahnen. Wenn dem nicht abgeholfen wird, dann den Vertrag auch kündigen.

Ute Bernhard, Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 18. Januar 2018 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2018, 16:29 Uhr

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