Deutsche bekommen die meisten Spam-Mails

21.05.2019 | 10:37 Uhr

Spam-Mails nerven, verstopfen den Posteingang und obendrein tragen viele auch noch Viren mit sich rum. Mit Filtern kann man die eigentlich ganz gut in den Griff bekommen. Trotzdem bekommen Deutsche mehr Spam-Mails.

Die Menge an Spam-Mails, die die Deutschen bekommen, hat sich im letzten Jahr offenbar deutlich erhöht. Nach einer Statistik der beiden E-Mail-Anbieter Web.de und GMX kamen bei deren Kunden 2018 rund 150 Millionen Spam-Mails pro Tag an. Das waren 38 Millionen Mails mehr, als im Jahr davor. Das Plus betrug demnach rund 34 %.

Der Grund für den Zuwachs sei simpel, erklärt Martin Wilhelm, der Sprecher von GMX und Web.de: "Die Absender verschicken einfach mehr Spam, in der Hoffnung, dass doch was durch den Filter kommt."

Deutschland ist Spam-Weltmeister

Deutschland ist aber auch abseits von Web.de und GMX internationaler Spam-Spitzenreiter. Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky veröffentlicht regelmäßig Statistiken zu Spam- und Phishing Mails. 2018 gingen 11,5 Prozent der Spam-Attacken, die das Unternehmen verzeichnet hat, nach Deutschland. Im ersten Quartal 2019 waren es mit 11,8 Prozent der Attacken sogar noch ein bisschen mehr. Auf Platz zwei und drei der Ziele lagen Anfang des Jahres Vietnam und Russland.

Die Ursachen dafür sind laut Kaspersky vielfältig. Grundsätzlich ist Deutschland in puncto Technologie ein wichtiges Land, sagt Maria Vergelis, Sicherheitsforscherin bei Kaspersky-Lab: "Internationale Unternehmen und Dienstleistungen bedienen eine große Zahl an Kunden in Deutschland. Darüber hinaus ist Deutsch eine der am häufigsten verwendesten Sprachen der Welt. Diese Kombination macht Deutschland zu einem sehr attraktiven Ziel für Cyberkriminelle."

Der afrikanische Prinz ist ein Evergreen

In ihrer Statistik konnten GMX und Web.de feststellen, dass Themen wie Kryptowährung und Heilungserfolge mit Cannabis-Öl gerade im Trend liegen, genauso wie "Zukunftsvorhersagen". Kryptowährungen seien seit fast zwei Jahren einer der Haupttrends im weltweiten Spam-Traffic, sagt Sicherheitsforscherin Vergelis. GMX-Sprecher Wilhelm fügt hinzu, dass die Evergreens, wie eine unverhoffte Erbschaft oder der afrikanische Prinz aber immer noch aktuell, seien.

Das Kaspersky-Lab hat auch besondere Ereignisse als Trend-Themen ausgemacht. Zum Valentinstag seien zum Beispiel vermehrt angebliche von Datingportalen oder Blumenlieferdiensten aufgetaucht. Zum Start neuer Apple-Produkte sei außerdem zu beobachten gewesen, dass Spam-Mails vermehrt versucht haben, ihre Empfänger dazu zu bringen, sich auf falschen Apple-Webseiten einzuloggen. So sollen die Login-Daten abgegriffen werden.

Auch bei GMX und Web.de sei zu beobachten, dass sich die Spam-Absender immer schneller und besser an aktuelle Themen anpassen, sagt Martin Wilhelm. Auch fänden sie immer neue Tricks und Kniffe, um Spam-Filter zu umgehen. Nichtsdestotrotz seien die Filter der gängigen Email-Anbieter sehr effektiv: Mehr als 99 Prozent der Spam-Mails würden abgefangen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 22. Mai 2019 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 19:50 Uhr

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