Der Sternenhimmel im Mai

Ein Planetentreffen am Morgenhimmel, ein angeknabberter Mond und ein Dreieck im Himmel – wir haben für euch die Astro-Highlights zusammengestellt.

Mondfinsternis
Bildrechte: Gerald Perschke

Der 16. Mai ist ein Montag – und wenn ihr das noch nicht gemacht habt, solltet ihr euch dieses Datum richtig fett im Kalender anstreichen. Oder, für die jüngeren unter uns, euch eine Erinnerung im Mobilgerät setzen. Denn dieser Montag ist eben auch ein Mondtag. Genau genommen ist es sogar ein Mondfinsternistag. An diesem Morgen tritt der untergehende Vollmond in den Erdschatten ein und verdunkelt sich.

„In den frühen Morgenstunden kann die partielle Phase der Mondfinsternis knapp über dem südwestlichen Horizont verfolgt werden“, heißt es bei der Vereinigung der Sternenfreunde. Denn leider ist es tatsächlich so, dass man bei uns hier nur den Auftakt des Spektakels verfolgen kann.

Warum das so ist, das erklären wir euch jetzt.

Ab halb vier Uhr früh schiebt sich der Mond an diesem Morgen zunächst langsam in den Halbschatten der Erde. Doch das sieht man erst, wenn die halbe Mondscheibe vom Halbschatten verdunkelt ist. In den Kernschatten tritt der Mond dann um kurz vor halb fünf ein. Der Mond leuchtet 10.000-mal schwächer als vorher. Diese partielle Phase der Finsternis lässt sich tief im Südwesten des Himmels auch noch gut beobachten.

Angeknabbert von links

Die Mondscheibe sieht von links her immer mehr angeknabbert aus. Um kurz vor halb sechs ist sie dann komplett verdunkelt – leider ist es unterdessen aber schon sehr, sehr hell geworden. Denn die Sonne ist – wir nehmen jetzt mal die Zeit von Leipzig – um 05:16 Uhr aufgegangen. Und nicht nur das: Unmittelbar nach Beginn der Phase der totalen Mondfinsternis verschwindet der Mond komplett hinter dem Horizont und der Spaß ist vorbei.

Besser beobachten lässt sich die Finsternis im Westen Europas. Aber zum Urlaub in Schottland oder Portugal sind ja gerade nur die wenigsten von uns. Leider ist es auch so, dass die nächste Mondfinsternis bei uns in der Region ebenfalls mit einem kleinen Schönheitsfehler daherkommt. Am 23. Oktober 2023 ist es soweit – dann gibt es zwar eine gute Sichtbarkeit, aber wirklich nur der unterste Rand der Mondscheibe wird kurz verschattet.

Aber zum Glück ist die Teilzeit-Mondfinsternis ja nicht das einzige Highlight für Astro-Fans im laufenden Monat. Zum Beispiel gibt’s am Morgenhimmel endlich mal wieder Planeten in großer Menge zu sehen. Weil sie uns viel näher sind als die Sterne, verändern sie ihre Position von Tag zu Tag auch viel mehr.

Eine Linie aus Planeten

Am östlichen Himmel erscheint morgens nun als erstes der Saturn, dann kommt der rötliche Mars. Anschließend tauchen die beiden hellsten Planeten am Himmel auf, Venus und Jupiter. So ergibt sich eine fast gerade Linie, die Richtung Süden aufsteigt – und im Laufe des Monats immer weiter auseinandergezogen wird. 

Schön sieht man das am Beispiel von Venus und Jupiter. Während die zu Monatsanfang noch dicht beieinanderstehen, zieht die Venus dem Jupiter dann im Verlauf des Monats davon. Dafür kommen sich am 26. Mai Mars und Jupiter am Himmel sehr nahe.

Blick in den Sternehimmel
Der Sternenhimmel bei Nacht, in dem man auch die Sterne des Frühlingsdreiecks erkennen kann. Bildrechte: MDR/Stellarium/P. Klapetz

Und die Sternbilder? Abends nach Einbruch der Dunkelheit könnt ihr euren Blick zum Beispiel auf die Jungfrau über dem Südhorizont richten. Ihr hellster Stern heißt Spica - und ein Stück weit oberhalb davon liegt Arktur. Der gehört zum Sternbild Bootes. In südwestlicher Himmelsrichtung wiederum ist Regulus im Sternbild Löwe zu sehen. Alle drei zusammen - Spica, Arktur und Regulus - bilden das sogenannte Frühlingsdreieck.

Kurze Dunkelheit

Langsam beginnt jetzt auch die Zeit der sogenannten Weißen Nächte. Das heißt, es wird irgendwann nachts gar nicht mehr so richtig dunkel. Anfang Mai sind es immerhin noch fünf Stunden richtige Dunkelheit pro Nacht, zwischen dem Ende der Abend- und dem Beginn der Morgendämmerung. Ende des Monats verkürzt sich dieser Zeitraum auf nur noch zweieinhalb Stunden – und je weiter nördlich ihr bei uns in der Region lebt, desto kürzer sind die Nächte. 

Das hat andererseits auch einen Vorteil: Die Zeit der leuchtenden Nachtwolken kommt wieder, in der die silbrig blauen Schleier am Himmel zu sehen sind. Ein tolles Spektakel!

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