Cro verrät: Er war nicht immer persönlich unter der Maske

Cro erzählt unglaubliche Geschichten über ein Double, das er einst zum ECHO schickte, oder seine Mutter, die ihm 2012 zum Schulabbruch geraten hat. Und natürlich nehmen wir sein neues Doppelalbum "Trip" auseinander...

Cro kann nicht nur singen

Carlo Waibel alias Cro ist nicht nur Musiker, sondern auch bildender Künstler. Und so stellt Cro im Interview eine Galerie mit eigenen Werken in Aussicht.

Ich male besser als ich singe und komischerweise wurde ich aber durch Musik bekannt. Aber ich schiebe auch immer die Kunst so ein bisschen auf die Wartebank, weil ich mir denke, das kann man auch noch in zehn Jahren machen.

Sänger Cro
Bildrechte: dpa

Über 400 Werke habe Cro schon zusammen. Auch seine Masken entwirft er alle selbst.

Bye bye Maske

Die Idee zu seinem neuen, an Daft Punk erinnernden Panda-Helm kam ihm auf einer öffentlichen Toilette.

Ja, ich war da am Händewaschen und hab im Spiegel hinter mir so einen Trockner gesehen, der sehr ähnlich aussah wie die Maske: weiß mit schwarzem runden Glas.

Der Handtrockner inspirierte Cro zu einer ersten Skizze:

Auf Bali hab ich dann den ersten Prototyp gebaut. Bin zu einem Helmemacher und der hat sie mir dann superleicht nachgebaut.

Albumcover CRO Trip 2021
Bildrechte: CRO Musik

Tatsächlich fährt man auf Bali vorrangig mit dem Roller oder Fahrrad, weshalb es laut Cro „Helm-Stores an jeder Ecke“ gibt. Der futuristische Helm spiegelt nun den synthielastigen Disco-Sound der ersten Hälfte seines neuen Albums „Trip“ wider. An eine Zeit ohne Maskierung ist also noch nicht zu denken.

Cro und seine Double

In der Vergangenheit ist die Vermummung schon oft hilfreich gewesen, wie zum Beispiel bei der Verleihung des ersten ECHO-Musikpreises 2012.

Ich konnte irgendwie aus zeitlichen Gründen nicht hin und dann haben wir einen anderen Typen geschickt, der tatsächlich auch Carlo hieß.

Der Panda-Rapper hatte damals gerade mit seiner Debütsingle „Easy“ und seinem ungewöhnlichen Look für einen echten Hype gesorgt, weshalb jeder ihm die Hand schütteln wollte. Aus Angst, dass der Schwindel auffliegt, durfte das Cro-Double allerdings mit niemandem reden. Da war Ärger vorprogrammiert. „Sido zum Beispiel sagt ,Hallo’ und der Dude konnte nicht antworten. Und ich glaube ich hab’s mir da bei vielen verkackt.“ Trotzdem ist das wohl nicht Cros letzte Inkognito-Aktion geblieben.

Ich hab auch hier und da mal jemand anderen geschickt, aber dann war das schön durchdacht und ohne, dass was in die Hose gehen kann.

Mama brachte den Karrierestart

Dass Cro überhaupt so weit kam, hat er seinen Eltern zu verdanken, die ihn für seine Karriere sogar die Schule abbrechen ließen.

Ich weiß noch wie ich ankam und meinte: ,Mom, ich schreib morgen eine Matheklausur.’ Ich war glaube ich in der elften Klasse. ,Aber ich habe auch ein Interview in Berlin morgen. Ich muss mich jetzt entscheiden. Wo geh ich hin?’ Das war 2012. ,Easy’ kam raus. Dann haben wir ganz kurz eine Konferenz zuhause gehalten und dann war sie so: ,Ja, gut. Geh nach Berlin! Lass die Schule sein!’

Noch heute ist Cro seiner geliebten Mutter unendlich dankbar. Und so widmete er ihr bei den Albumaufnahmen auf Bali die Zeile: „Und ich wünscht' meine Mama wär dabei, denn grad is alles nice.“

Warum Udo Lindenberg eigentlich auf das neue Album sollte und auf der Platte stattdessen jede Menge Grillen zirpen erzählt Cro unter anderem im langen Interview.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 10. Mai 2021 | 20:20 Uhr

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