Geht die Impfbereitschaft zurück?

In immer mehr Impfzentren in Mitteldeutschland werden Termine nicht gebucht oder nicht wahrgenommen. Vor allem die Zweitimpfung ist betroffen. Dabei kann es gefährlich sein, wenn man den zweiten Termin ausfallen lässt.

Eine junge Frau wird geimpft.
Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

In Sachsen sind Mitte Juni mindestens 7000 Zweitimpfungen ausgefallen. Viele, die einen Termin gebucht hatten, seien nicht zur zweiten Impfung im Impfzentrum erschienen, hieß es vom Deutschen Roten Kreuz. Auch in Sachsen-Anhalt werden zunehmend Termine nicht wahrgenommen oder gar nicht erst gebucht. Ein Sprecher der Stadt Magdeburg sagte dem MDR:

Für uns ist das schwer nachvollziehbar.

Ein Grund könnte sein, dass Leute, die sich bereits bei einem Impfzentrum eingebucht haben, kurzfristig einen Termin beim Haus- oder Betriebsarzt bekommen. Möglicherweise seien aber auch noch nicht geimpfte Personen impfunwillig oder sähen aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens keine Notwendigkeit zur Impfung. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping warnt daher:

Das hochsommerliche Wetter und die gesunkenen Infektionszahlen dürfen uns nicht täuschen oder gar zu Leichtsinn verleiten.

Darum ist die Zweitimpfung so wichtig

In Deutschland ist die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 15 Prozent, Tendenz schnell steigend. Laut Europäischer Gesundheitsbehörde ECDC zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten. Die gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen böten.

Wann kommt die dritte Impfung?

Experten rechnen damit, dass eine Auffrischungsimpfung nötig ist. Ob im Herbst oder im Winter oder in einem Jahr – darüber sind sich die Fachleute nicht einig. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens geht davon aus, dass möglicherweise alle im nächsten Jahr eine Booster-Impfung gegen das Coronavirus brauchen. Grund ist, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlasse und außerdem durch die Virusvarianten nicht mehr so wirksam sei. Derzeit wird in klinischen Studien untersucht, ob und wann eine Auffrischungsimpfung nötig ist.

Impfabstände beachten

Wer den Impfstoff von Biontech, Moderna oder Astrazeneca erhält, muss zwei Piekse über sich ergehen lassen. Dabei ist es wichtig, den zeitlichen Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung einzuhalten:

  • Biontech und Moderna: 6 Wochen
  • Astrazeneca: 12 Wochen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) teilte mit: Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden. Dagegen reicht mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson derzeit nur eine einzige Immunisierung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 24. Juni 2021 | 19:20 Uhr

Weitere Informationen zu Corona