Wo und wann gibt es wieder Corona-Selbsttests zu kaufen?

Am Samstag gab es einen Ansturm auf die Corona-Tests für Laien: Sie waren in wenigen Stunden ausverkauft. In den nächsten Tagen und Wochen wollen Discounter, Drogerien und Apotheken mehr Selbsttests liefern.

Ein COVID-19 Antigen-Testkit (Schnelltest) zum Eigentest im Privat-Einsatz.
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Schon am Samstagvormittag meldete der Discounter Aldi: Der angebotene Schnelltest von AESKU sei ausverkauft. Bei Lidl brach kurzzeitig die Internetseite zusammen. Der Test von Boson Biotech ist erst "demnächst wiederbestellbar". Offenbar gibt es eine riesige Nachfrage nach den Tests, die seit dem Wochenende auch im Handel zu kaufen sind. Fünf Schnelltests kosten knapp über ab zwanzig Euro. MDR JUMP hat bei Supermarkt-Ketten, Drogeriemärkten und Apotheken nachgefragt, wann es wieder Tests gibt.

Rossmann: In den nächsten Tagen

Illustration: Ein Mann führt bei der Durchfuehrung eines Corona-Selbsttests von Siemens Healthineers den Tupfer mit seinem Nasenabstrich in ein Plastikroehrchen, in dem sich eine Loesung befindet.
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Die Drogeriemarktkette wird den SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest von Boson Biotech in allen 2.200 Verkaufsstellen und im Onlineshop anbieten. Wann genau das möglich ist, sagte Rossmann auf MDR JUMP-Anfrage nicht genau. Man erwarte eine entsprechende Verfügbarkeit der Tests "im Laufe dieser Woche". Wegen der hohen Nachfrage werde man die Abgabe auf vier Packungen pro Haushalt begrenzen.

dm: Im Laufe der Woche

Bei dm rechnet Geschäftsführer Christoph Werner damit, Selbsttests für zu Hause im Lauf dieser Woche (Kalenderwoche 10) anbieten zu können. Er sagte, eine Abgabemenge pro Kunde habe man noch nicht festgelegt und ergänzte:

Wir möchten, dass möglichst viele Menschen mit den Schnelltests versorgt werden können. Daher werden wir die Abgabemenge pro Person limitieren. Wir befinden uns aktuell noch in Gesprächen.

Offen bleibt auch, welche Tests zu welchen Preisen dm anbietet.

Supermärkte und Discounter mit Tests in den nächsten Tagen

Dieser Selbsttest für Corona wurde am Samstag bei Aldi Süd und Nord angeboten
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Lidl hatte bereits letzte Woche angekündigt, die Selbsttests auch in den Supermärkten zu verkaufen. Der genaue Starttermin bleibt aber offen. Auch die Supermärkte von Edeka wollen bald mit dem Verkauf beginnen. Details dazu gab es auf Anfrage nicht. Aldi will in dieser Woche seinen Kunden Test-Nachschub liefern. Das Unternehmen kündigte bereits an, wegen der hohen Nachfrage weiter die Abgabemenge zu begrenzen. Auf ein Selbsttest-Set pro Käufer. Ab der kommenden Woche wollen dann auch REWE und PENNY die Tests verkaufen, so ein Sprecher gegenüber MDR JUMP.

Netto: Werden Tests anbieten

Der Discounter Netto hält sich auf MDR JUMP-Anfrage noch bedeckt. Man wolle auch Corona-Schnelltests anbieten, wenn diese verfügbar sind. Einen genauen Termin und Details zu Preisen und Tests nannte Netto nicht.

Apotheken: Nachfragen lohnt sich

Beim Thüringer Apothekerverband geht man davon aus, dass nur einzelne Apotheken jetzt schon die Selbsttests verkaufen. Das seien Apotheken, die sehr früh bei den Großhändlern bestellt hätten. Die Mehrheit werde allerdings die Tests für Laien erst in den nächsten ein bis zwei Wochen anbieten können. Stefan Fink, Vorsitzender des Verbandes, sagte MDR JUMP:

Normalerweise können Apotheken schnell etwas bereitstellen, das Kunden bestellen oder nachfragen. Das hat der Großhandel auf Vorrat und dann ist es schnell in den Apotheken. Die Selbsttests hat man aber jetzt nicht auf Vorrat. Die Apotheken warten auf die Direktbestellungen, bis die ausliefern. Und da sind die Liefertermine recht vage, so 11. und 12. Kalenderwoche.

Der Apothekerverband Thüringen geht davon aus, dass jeder einzelne Test unter 10 Euro kosten wird. Man habe im Vorfeld dafür geworben, dass die Tests in Apotheken und nicht in Supermärkten verkauft werden.

Bei den Tests muss einiges erklärt werden: Zur Anwendung und wie man das Testergebnis auswertet. Da wäre eine Beratung sinnvoll und das ist ja die Domäne der Apotheken. Die haben dafür geschultes Personal.

Beim Apothekerverband von Sachsen-Anhalt rechnet man damit, frühestens ab dem 15. März Selbsttests liefern zu können. Die Großbestellungen der Supermärkte und Drogerien hätten den Markt für die Tests "leergefegt", vermuten die Apotheker.

Wie funktionieren die Corona-Selbsttests für zu Hause?

Ein Streifen: Test ist negativ. Selbsttest auf einem Impfpass.
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Ähnlich wie die normalen Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden. Die Tests weisen bestimmte Eiweiße des Corona-Virus in der Probe nach. Ein Strich zeigt an: Test hat funktioniert. Zwei Striche bedeuten: Positiv, in der Probe waren Corona-Viren. Bei der Variante für zu Hause müssen aber Laien eine Probe aus dem vorderen Nasenbereich nehmen. Das ist leichter zu handhaben als bei den Tests für geschultes Personal. Bei denen ist ein tiefer Nasen- oder Rachenabstrich erforderlich.

Welche Tests sind zugelassen?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat bisher sieben Schnelltests zugelassen, die Laien durchführen dürfen. Die Liste werde fortlaufend ergänzt, heißt es. Bei allen jetzt im Handel erhältlichen Tests muss ein Abstrich genommen werden. Selbsttests zum Gurgeln oder Spucken sollen folgen. Die Tests sind laut Studien ähnlich verlässlich wie Schnelltests mit geschultem Personal, wenn die Anleitung beachtet wird.

Was passiert nach einem positiven Testergebnis bei einem Selbsttest?

Das Testergebnis muss dann mit einem PCR-Test bestätigt werden. Auf diese Pflicht weist das Sozialministerium Sachsen auf Anfrage von MDR JUMP hin. Dies sei in den Allgemeinverfügungen zur Absonderung der Landkreise und kreisfreien Städte geregelt:

Personen, die sich selbst positiv getestet haben, müssen sich sofort mittels PCR-Test nachtesten lassen. Solange bis das Ergebnis vorliegt, gelten sie als sogenannte Verdachtspersonen und müssen sich absondern. Zudem sind die Hausstandsangehörigen aufgefordert, ihre Kontakte zu reduzieren.

Gemeldet werden muss ein positives Ergebnis der Selbsttests nicht, so die zuständigen Ministerien von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf Anfrage von MDR JUMP. Das sei so in der Testverordnung des Bundes nicht vorgesehen.

Mit den Selbsttests kann man sich nicht "frei-testen". Ein negatives Testergebnis bei den Selbsttests ist noch keine Entwarnung. Darauf weist das Robert Koch-Institut (RKI) hin: Dann sei die Viruslast bei der getesteten Person möglicherweise nur noch nicht sehr groß. Die könne aber trotzdem Corona-Viren weitergeben. Laut RKI sind die Tests nur eine ergänzende Maßnahme. So kann das Risiko für eine Ansteckung zumindest gesenkt werden, wenn jemand keine Symptome zeigt und trotzdem mit dem Corona-Virus infiziert ist.

Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 08. März 2021 | 19:40 Uhr

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