In diesen Städten und Gemeinden gelten jetzt verschärfte Corona-Regeln

In Sachsen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter: Der Freistaat ist das am stärksten betroffene Bundesland in Deutschland. Damit gelten ab heute in vielen Teilen Sachsens deutlich verschärfte Regeln.

Ähnlich wie in Frankfurt/Main auch gilt jetzt auch in vielen Regionen Sachsens eine Maskenpflicht an besonders belebten Orten in der Öffentlichkeit.
Ähnlich wie in Frankfurt/Main auch gilt jetzt auch in vielen Regionen Sachsens eine Maskenpflicht an besonders belebten Orten in der Öffentlichkeit. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

"Die Zahlen müssen weiter runter", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstagmorgen in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. In Sachsen allerdings geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter nach oben: Für den Montag wurden mehr als 2.300 neue Infektionen gemeldet. Damit ist Sachsen im deutschlandweiten Vergleich am stärksten betroffen. In vielen Regionen des Freistaats werden daher ab Anfang Dezember die Corona-Maßnahmen deutlich strenger.

Ausgangsbeschränkungen in Corona-Hotspots

Nur Leipzig und der Landkreis Leipzig melden bisher noch weniger als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen liegen inzwischen über der kritischen Schwelle, nach der in der jetzt geltenden Corona-Verordnung verschärfte Maßnahmen gelten:

  • Ausgangsbeschränkungen: Die eigene Wohnung darf nur noch für den Weg zur Arbeit, das Einkaufen oder einen Arztbesuch verlassen werden. Auch Sport oder Bewegung im Freien sind erlaubt, im Umkreis von 15 Kilometern um Wohnung oder Haus. Laut Sachsens Corona-Veordnung sind auch Besuche bei anderen erlaubt, wenn dabei die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Auch der eigene Kleingarten darf besucht werden.
  • Mund-Nasen-Schutz: Die Maske wird auch in Fußgängerzonen, auf Parkplätzen, auf Spielplätzen und in Parkanlagen Pflicht.
  • Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: Der Ausschank ist untersagt. Je nach Landkreis gilt das rund um die Uhr (Meißen und Nordsachsen) oder nur in der Nacht (Chemnitz und Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist überall rund um die Uhr verboten.

Die Landkreise und Städte sind verpflichtet, diese Einschränkungen zu erlassen: Auf diese haben sich die Landräte der zehn betroffenen Kreise am Montag bereits geeinigt, teilte das Landratsamt Nordsachsen dem MDR mit. Der Landkreis Meißen, der Landkreis Görlitz und der Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge haben nach MDR-Informationen bereits entsprechende Verordnungen erlassen. Kai Emanuel, Landrat im Landkreis Nordsachsen sagte dem MDR:

Das Virus kennt keine Kreisgrenzen. Die Regionen sind eng miteinander verflochten. Um die Zahlen wieder nach unten zu bekommen, brauchen wir keine Kleinstaaterei, sondern geschlossenes Handeln.

Bund und Länder hatten sich letzte Woche auf darauf geeinigt, dass für Schulen in Corona-Hotspots besondere Regeln gelten können. So könnten Schulen vorübergehend geschlossen werden oder Klassen im Wechselmodell unterrichtet werden: Ein Teil der Schüler lernt zu Hause, der andere in der Schule. Das hat aber Stand jetzt noch kein Landkreis in Sachsen umgesetzt.

Auch Leipzig will ab Donnerstag strengere Regeln durchsetzen, auch wenn die Stadt anders als Chemnitz und Dresden noch nicht zu den Corona-Hotspots gehört. So soll auf auf ausgewiesenen Plätzen und weiten Teilen der Innenstadt von sechs bis 24 Uhr Maskenpflicht gelten. Der Verkauf von Glühwein und anderen alkoholischen Heißgetränken ist in der ganzen Stadt dann verboten.

In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert.
In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert. Bildrechte: imago images / xcitepress

Für die Kontrolle der neuen Regeln zur Maskenpflicht sind die Gesundheitsämter zuständig, so der Sächsische Städte- und Gemeindetag. Der wies aber bereits Ende November darauf hin, dass die Ämter bereits am Limit arbeiten. Daher hat zum Beispiel in Leipzig am Wochenende die Polizei mit einem Großaufgebot kontrolliert, ob die Abstands- und Maskenregeln eingehalten werden. Das würden die meisten Menschen machen, so das Fazit. Die verschärften Regeln für Hotspots sollen zunächst bis zum 28. Dezember gelten.

Thüringen: Massentests im besonders betroffenen Landkreis Hildburghausen ab Dienstag

Martkplatz in Hildburghausen
Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

In Thüringen haben sich in den letzten sieben Tagen etwas mehr als 3.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Für Montag wurden 392 Neuinfektionen gemeldet. Besonders stark betroffen ist der Landkreis Hildburghausen. Dort wurden letzte Woche mehr als 600 neue Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen registriert. Dieser Wert ist jetzt laut Robert Koch-Institut leicht auf 519 gesunken. In dem Landkreis gilt ein strenger Lockdown, Kitas und Schulen sind geschlossen. Jetzt machen mobile Testteams bei Kindern, Jugendlichen, Lehrern und Erziehern Schnelltests. So will man herausfinden, wie viele Kinder infiziert sind und ob Kitas und Schulen wieder öffnen können. Die Tests sollen noch bis zum 4. Dezember laufen.

Thüringen hat mit der neuen Corona-Verordnung ab dem 1. Dezember die Corona-Regeln im Freistaat etwas verschärft: So gelten schärfere Kontaktbeschränkungen und eine erweiterte Maskenpflicht. Bei privaten Zusammenkünften dürfen maximal fünf Personen aus zwei Hausständen zusammenkommen. Die Maskenpflicht gilt in Thüringen ab Dienstag in allen geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder in denen Publikumsverkehr besteht. Landkreise und Städte können eine Maskenpflicht für die Orte vorschreiben, an denen sich Personen auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten.

Auch Thüringen will ähnlich wie Sachsen für Corona-Hotspots schärfere Maßnahmen vorschreiben. Die Details dieser Regeln werden aber erst in den nächsten Tagen im Detail veröffentlicht. Thüringen hat bisher noch keine Regeln für Weihnachten und Silvester bekanntgegeben. Die aktuelle Verordnung gilt bis zum 20. Dezember.

Sachsen-Anhalt: "Wir haben es in der Hand, wie Weihnachten und Neujahr werden."

Für Montag meldete das Sozialministerium 189 Neuinfektionen. Damit ist die Lage in Sachsen-Anhalt derzeit noch nicht ganz so angespannt wie in Sachsen und Thüringen. Das Bundesland setzte mit einer neuen Corona-Verordnung auch das um, was Bund und Länder zuletzt beschlossen haben. Es gibt aber kleine Unterschiede: Auch in Sachsen-Anhalt dürfen sich jetzt nur noch höchstens fünf Personen treffen. Die sollen aber aus mehr als zwei Hausständen kommen dürfen. Beim Kinder- und Jugendsport hat Sachsen-Anhalt vorsichtig gelockert: Jetzt ist wieder Training in Gruppen von bis zu fünf Personen einschließlich Betreuer oder Trainer möglich. In Schulen ist ab Anfang Dezember ab Klasse 7 im Unterricht der Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gelten die Regeln zunächst bis zum 20. Dezember. Eine Regelung zu verschärften Maßnahmen für Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen fehlt aber.

Im Burgenlandkreis ist die Zahl der Corona-Infektionen massiv gestiegen, über den Inzidenzwert von 200. Der Landkreis hat daher die Regeln ab Mittwoch verschärft: So ist die Maske im besonders betroffenen Weißenfels und seien Ortsteilen Pflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss auf allen öffentlichen Plätzen und Straßen getragen werden. Im Landkreis wurde die Maskenpflicht auf Haltestellen und Bahnhöfe sowie vor und in Kirchen und gastronomische Einrichtungen ausgeweitet. Für Schüler ab der siebten Klasse sieht der Burgenlandkreis bis Weihnachten Wechselunterricht vor. Laut Landkreis werden die Klassen- und Kursgrößen auf 15 Kinder und Jugendliche begrenzt. Landrat Götz Ulrich (CDU) sagte dem MDR:

Eine Hälfte der Klasse wird also weiter wie bisher in die Schule gehen, die andere im  Home-Schooling unterrichtet, sofern keine andere räumliche Lösung gefunden werden kann. Die genaue Ausgestaltung hängt an mehreren Faktoren und wird deshalb von jeder Schule individuell beschlossen.

Wir hatten in einer früheren Version des Artikels die Bedingungen für die Ausgangsbeschränkungen nicht komplett dargestellt. Das haben wir nachgeholt.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und epd.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 01. Dezember 2020 | 19:10 Uhr

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