Corona-Neuinfektionen auf Rekordhoch - RKI ändert Teststrategie

Weiterhin ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf einem hohen Niveau. Die Labore sind teilweise stark überlastet. Deshalb gibt es für den Winter eine neue Strategie, wer getestet werden soll.

Coronatest werden an Menschen durchgeführt.
Wer bekommt einen Coronatest? Die Antwort wurde neu bewertet. Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Fast 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus: Diese Zahl meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (5. November 2020). Das ist zu diesem Zeitpunkt ein neuer Höchstwert. Parallel zeigt sich: Die Testkapazitäten auf das Virus sind ausgereizt. Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Labormediziner in Deutschland bei einer Pressekonferenz mit. Die Testkapazität wurde über den Sommer weit ausgebaut und liegt derzeit bei etwa drei Millionen PCR-Tests pro Woche.


Warum allein die Zahl der Tests nicht aussagekräftig ist:

Kein Test mit Erkältungssymptomen

Die Zahl der möglichen Tests reiche nicht aus, um jeden zu testen, der Erkältungssymptome hat, hieß es auf der Pressekonferenz weiter. Daher wurde die Teststrategie angepasst. Einen Test soll es vor allem bei schweren Symptomen (Atemnot und Fieber) geben. Außerdem werden bevorzugt Menschen aus der Risikogruppe oder aus dem medizinischen Bereich getestet. Außerdem werden vor allem Menschen getestet, die Kontakt zu einer anderen, positiv getesteten Person hatten.

Das RKI empfiehlt, dass sich Menschen mit Erkältungssymptomen auch ohne Coronatest für mindestens fünf Tage zu Hause isolieren sollen. In einer Strategie-Ergänzung heißt es zu der Selbstisolation bei Erkältungssymptomen:

Diese unerkannten Patienten mit COVID-19 reduzieren so während einem Großteil der Phase, in der sie ansteckend sind, ihre Kontakte und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Virus weitergegeben.

Höhere Dunkelziffer möglich

Während im Frühjahr diskutiert wurde, ob die angestiegenen Infektionszahlen aufgrund vermehrter Tests zustande kommen, kann es nun ins Gegenteil umschlagen: Die Zahl der Neuinfektionen wird weniger aussagekräftiger. Nicht jedem Verdacht wird mehr nachgegangen. Wie schwer die Pandemie gerade verläuft, muss dann vermehrt aufgrund der Auslastung des Gesundheitssystems bewertet werden.

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL | 03. November 2020 | 19:30 Uhr

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