Kleingärten in Corona-Zeiten - begehrt wie nie!

17.04.2020 | 15:30 Uhr

In der sozialen Isolation fällt uns mittlerweile die Decke auf den Kopf. Was liegt da näher, als sich in den Kleingarten zu flüchten? Die Landesverbände vermelden momentan eine erhöhte Nachfrage an Parzellen. Wir erklären, was dort noch erlaubt ist und wie ihr an einen der begehrten Pachtverträge kommt.

Kleingarten
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Alle Aktivitäten von Puzzlen über Backen bis hin zu Sport im Wohnzimmer sind schon ausprobiert. Glücklich schätzt sich nun, wer einen Garten hat und dort die Sonne genießen oder sich beim Pflanzen so richtig verausgaben kann. Im gesamten Sendegebiet ist seit der Corona-Krise die Nachfrage an Kleingärten gestiegen. Vor allem in den großen Städten wie Magdeburg, Halle, Erfurt und Chemnitz sind die Pachtverträge heiß begehrt. Doch wie komme ich in Anbetracht der Lage an einen Kleingarten und was ist dort dann alles erlaubt? Wir klären für alle Gartenfans die wichtigsten Fragen.

Darf ich zurzeit einen Kleingarten anmieten?

Das Anmieten eines Gartens ist in der Regel noch immer möglich. Bei einer Begehung kann der gesetzliche Mindestabstand eingehalten werden, wie Jürgen Maßalsky, Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt, erklärt. Den Pachtvertrag könnten Interessierte auch nachträglich unterzeichnen sobald die Kontaktbeschränkungen wieder aufgehoben sind. Voraussetzung für einen Pachtvertrag ist jedoch selbstverständlich eine freie Parzelle. Die sind vor allem in den Ballungsräumen der großen Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rar gesät. Auf dem Land sieht es schon vielversprechender aus.

Was ist im Kleingarten erlaubt und was nicht?

Der Aufenthalt im eigenen Kleingarten ist im gesamten Sendegebiet erlaubt, ebenso wie der Weg dorthin. Wer auf Nummer Sicher bei einer eventuellen Polizeikontrolle gehen will, kann eine Kopie des Unterpachtvertrags mitführen. In der Kleingartenanlage gelten dann die gleichen Regeln wie anderswo: mit Personen aus dem eigenen Hausstand oder maximal einer anderen Person ist der Aufenthalt erlaubt. Ab Montag gilt diese Regelung auch in Sachsen, wo es bisher zwar auch erlaubt ist, den eigenen Kleingarten zu besuchen, jedoch ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstands oder der Lebenspartnerin beziehungsweise dem Lebenspartner.

Der Präsident des sächsischen Landesverbands der Kleingärtner, Tommy Brumm, weist darauf hin, dass in den Kleingärten jedoch keine Versammlungen stattfinden sollen. „Ich kann mich mit meinem Kleingarten beschäftigen, kann den Weg dorthin nutzen. Man sollte keine großen Gesprächsrunden anberaumen.“ Das beliebte „Gespräch über den Gartenzaun“ ist laut Maßalsky auch weiterhin in Ordnung.

Was passiert, wenn ich um meinen Kleingarten nicht kümmern kann?

Wer den eigenen Kleingarten momentan nicht pflegen kann – ob aufgrund von Krankheit, Quarantäne oder weil man selbst zur Risikogruppe zählt – muss sich laut Landesverbandspräsident Brumm keine Sorgen machen. Bei Fragen oder Problemen könnten sich Pächterinnen und Pächter an den Landesverband oder den jeweiligen Verein wenden. Die Kleingartenvereine seien zudem vor allem in dieser Zeit sehr gut vernetzt und helfen sich beim Gießen auch mal gegenseitig aus.

Dem Ausspannen im eigenen Garten steht also trotz Corona nichts im Wege. Maßalsky sieht den Kleingarten als „Oase für die Seele“ – vor allem in Zeiten der sozialen Isolation. Auch Wolfgang Preuß, Präsident des Landesverbandes der Thüringer Kleingärtner sieht „diese Krise als Chance zur Rückkehr zum Eigentlichen“, wie er im Gespräch mit dem MDR sagt.

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