Warum steigen die Corona-Infektionszahlen wieder?

Lange sah es so aus, als würde sich mit dem Einsetzen des Frühlings auch die Corona-Lage entspannen. Doch mittlerweile steigen die Zahlen wieder. Welche Gründe das hat, ist nicht ganz klar.

Ein Lehrer unterrichtet bei geöffnetetn Fenstern und geöffneter Türe vor einer Klasse Corona Schutzmaßnahmen im Unterricht einer Berufsschule
Bildrechte: imago images/Mattias Christ

Eigentlich sah es ganz gut aus, die Kurve mit den Corona-Neuinfektionen verlief in den letzten Wochen langsam aber stetig nach unten. Seit Montag sind in vielen Bundesländern die Schulen wieder offen und ab 1. März sollen die Friseure öffnen dürfen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag 4.369 neue Fälle binnen eines Tages. Vor einer Woche waren es 4.426. Eigentlich sollte die Zahl deutlicher unter der der Vorwoche liegen. Die sieben-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zu Sonntag wieder leicht an, auf 61,0. Am Sonntag lag sie bundesweit noch bei 60,2, am Samstag bei 57,8. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steigen die Sieben-Tage-Inzidenzen wieder, vor allem in Thüringen.

Warum steigen die Zahlen wieder?

Woran der Anstieg liegt, ist schwer, genau festzumachen. Allerdings gibt es einen Hauptverdächtigen: Eine mutierte, wesentlich ansteckendere Variante des Corona-Virus, mit dem Namen B.1.1.7. Sie war zuerst Anfang Dezember in Großbritannien aufgetreten und führte dort zu einer verheerenden dritten Welle mit teilweise über 50.000 Neuinfektionen am Tag. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass aktuell etwas weniger als ein Viertel der Infektionen auf die mutierte Variante des Virus zurückgehen. Vor wenigen Wochen lag der Anteil noch bei fünf Prozent. Die Tendenz ist weiter steigend.

B.1.1.7 gilt als Hauptverdächtige, weil die Variante wesentlich ansteckender ist, als das 'normale' Corona-Virus, der sogenannte Wildtyp. Laut einer Studie der Universität Harvard könnte das daran liegen, dass Menschen, die sich mit dieser neuen Variante angesteckt haben, länger weitere Menschen anstecken können.

Kommt die dritte Welle?

Einige Experten befürchten bereits, dass wir am Beginn einer dritten Welle stehen könnten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das sogar schon für "gesichert", sagte er der Tagesschau.

Der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler will momentan dagegen noch keine rechte Prognose abgeben: "Ich glaube, wir können innerhalb der nächsten Woche sagen, ob es weiter nach unten geht, oder ob wir durch die Varianten wieder einen leichten Anstieg haben werden."

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 22. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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