Verschärfte Maskenpflicht - auch für Kinder?

Bald sind beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr nur noch FFP2- und OP-Masken erlaubt. Wer dann mit Kindern unterwegs ist, steht vor einem Problem. Schließlich passen Masken für Erwachsene selten bei Kindern.

EIn Kind mit Schutzmaske und Handschuhen in der Moskauer Metro.
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Wenn ab nächster Woche dann in ganz Deutschland die Verschärfung der Maskenpflicht in Kraft tritt, stellt das vor allem Eltern vor ein Problem. FFP2- und OP-Masken sind in den meisten Fällen für Erwachsene ausgelegt. Es gibt sie zwar in Kindergrößen, aber die zu bekommen ist gar nicht so leicht.

Ab wann müssen Kinder Maske tragen?

Die genauen Modalitäten der verschärften Maskenpflicht werden in den einzelnen Corona-Verordnungen der Länder geregelt, die aber noch nicht ganz fertig sind. Im Beschluss der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten sind die Details nicht geregelt. Bisher waren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Kinder bis sechs Jahren von der Maskenpflicht ausgenommen. In Bayern, wo eine FFP2-Maskenpflicht bereits vergangene Woche beschlossen wurde, gilt sie erst für Jugendliche ab 15.

Problematisch könnte die verschärfte Maskenpflicht für finanziell schwächere Familien werden. FFP2-Masken sind sehr teuer und kosten teilweise fünf Euro pro Stück für Erwachsene. Kindergrößen sind nicht nennenswert billiger. Dazu kommt, dass die Masken eigentlich Wegwerfprodukte sind. Mehr als ein Mal sollten sie nicht getragen werden, damit sie ihre Schutzwirkung nicht einbüßen. Eine Reinigung ist zwar möglich, aber schwierig. Dazu kommt, dass es immer mal wieder zu Lieferengpässen kommt.

OP-Masken sind zwar günstiger, aber auch nicht billig und können zudem nicht gereinigt werden. Das heißt, eine Zehnerpackung aus dem Drogeriemarkt ist oft auch schnell aufgebraucht.

Kritik von Sozialverbänden

Sozialverbände kritisieren deshalb die Einführung der medizinischen Maskenpflicht. Es brauche schnelle und unbürokratische Lösungen für die Beschaffung solcher Masken für Menschen mit geringem Einkommen, hatte unter anderem der Sozialverband VdK gefordert.

Die bayerische Arbeiterwohlfahrt forderte unterdessen kostenlose Masken für alle: "Wenn Fachleute FFP2-Masken nur zur Einmalnutzung zulassen und das Stück mindestens zwei Euro kostet, dann überfordert der Freistaat Bayern nicht nur Grundsicherungsempfänger und Menschen mit wenig Einkommen, sondern auch Familien und alle Arbeitnehmer, die täglich mit dem ÖPNV pendeln müssen", argumentierte der bayerische Landesvorsitzende Thomas Beyer.

Die Kritik führte dazu, dass die bayerische Staatsregierung 2,5 Millionen FFP2-Masken an Bedürftige verteilt. Das sei aber trotzdem nicht genug, rechnen Kritiker weiter vor. Diese Überlegungen hatten auch dazu geführt, dass sich die Ministerpräsidenten auf eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken und nicht ausschließlich partikelfilternder Masken geeinigt hatten.

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 20. Januar 2021 | 14:00 Uhr

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