Wie man als Single einen schönen Valentinstag erleben kann

Der Valentinstag ist für Singles oft anstrengend. Mit den Tipps unserer Expertin können Alleinstehende den Tag gut durchstehen und sogar eine Menge Spaß haben.

Frau allein zum Valentinstag
Bildrechte: Colourbox.de

Sie sind überall, die glücklichen Paare. In der Fernsehwerbung, im Supermarkt oder beim Spazieren auf der Straße. Das ist für Singles vor allem immer dann frustrierend, wenn der Valentinstag ansteht. Aber der 14. Februar ist für Singles kein Grund zur Traurigkeit. Das hat uns Diplompsychologin und Beziehungscoachin Christine Backhaus aus Frankfurt im MDR JUMP-Interview verraten.

Allein sein heißt nicht zwingend einsam sein

Die Corona-Krise führt noch viel mehr dazu, dass Singles viel Zeit alleine verbringen müssen und auch schwerer jemand Neues kennenlernen können. Aber dabei ist es laut Backhaus wichtig, zu unterscheiden:

Die müssen jetzt eben durch diese verrückte Welt rennen, doch oft ziemlich allein. Oder eben gefühlt allein. Das ist ein großer Unterschied, ob man wirklich allein durch muss oder ob man gefühlt allein durch muss.

Wer allein ist, kann auch so ein schönes Leben führen. Alleinstehende können sich in Zeiten ohne die Pandemie oft mit vielen Sachen beschäftigen. Manche entscheiden sich zum Beispiel nach gescheiterten Beziehungen ganz bewusst, erst einmal oder nie mehr eine Beziehung führen zu wollen. Dieses Konstrukt leidet aber genau dann, wenn man eigentlich kaum mehr Sachen unternehmen kann.

Pandemie und Valentinstag

Diplompsychologin Christine Backhaus
Bildrechte: Christine Backhaus

Laut Backhaus hilft es, die Situation ohne Vorurteile zu reflektieren. Was fehlt einem, welche Bedürfnisse werden derzeit nicht erfüllt und wie könnte man am besten dagegen angehen? Auch in der Pandemie kann man mit Menschen Kontakt aufnehmen. Wenn man in einem Online-Sportkurs ist, kann man auch mal mit einer Teilnehmerin oder einem Teilnehmer auch außerhalb der Kurse nett videotelefonieren und sich kennenlernen. Auch die sozialen Netzwerke sind eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Einfach mal der Person schreiben, der man schon lange nicht mehr geschrieben hat oder der sich in der Pandemie und Valentinstag genau einsam fühlen könnte. Beim Kontaktaufnehmen gilt laut Backhaus aber:

Aber absichtslos.  Nicht immer […] mit diesem Erwartungsdruck. ‘Jetzt könnte da irgendwie der Richtige oder die Richtige dabei sein.‘ Ich sage in der Pandemie auch ganz bewusst: Dankbarkeit ist das neue Glück …oder das kleine Glück.

Zu diesem Glück zählt laut Backhaus auch, zu überlegen, was denn bisher alles gut im vergangenen Jahr lief. Was waren die kleinen Momente, die einem Freude gemacht haben? Das hilft vor allem, wenn man mal wieder den Eindruck hat, dass alle anderen viel glücklicher sind, als man selbst. Was ja auch nicht so sein muss.

So wird der Valentinstag als Single ganz okay

Frau zu Hause am videotelefonieren mit Freunden
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Damit Singles nicht trostlos den Sonntag in Kummer verbringen, empfiehlt sich laut Backhaus den Tag ein wenig vorzuplanen. Alleinstehende sollten etwas unternehmen, das einen an etwas Positives erinnert. Soweit das in der Pandemie möglich ist. Das kann Kindergeschichten mit Freunden am Videotelefonie vorlesen sein. Aber auch eine digitale Party mit Freunden ist möglich. Per Videotelefonie kann man sich witzige Storys erzählen und kleine Spiele spielen. Wer es etwas ruhiger angehen will, kann sich mit einer Freundin oder einem Freund zum telefonieren verabreden oder soweit das möglich ist auch zu einem Spaziergang an der frischen Luft. Und ja, der Tag kann sich auch zum Kontakteknüpfen eignen. Ist da jemand, bei dem oder der man sich ewig nicht mehr gemeldet hat? Dann kann man den Kontakt ruhig noch mal versuchen. Laut Backhaus aber auch wirklich nur, wenn die Person es verdient hat. Wenn es sich dabei um eine Person handelt, die einen schon öfter verletzt hat, sollte man das besser sein lassen.

Und was, wenn nicht nur der Valentinstag blöd ist?

Sich einsam fühlen und Grübeln ohne Ende können aber auch Anzeichen dafür sein, dass Hilfe gesucht werden sollte. Oft hilft es, sich mit Freunden zu besprechen. Einen Anker zu haben, Menschen, die einem zuhören, wenn es einem nicht gut geht. Sollten die Probleme aber größer sein, ist auch eine professionelle Hilfe denkbar. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man aus den schlechten Gedanken gar nicht mehr herauskommt, schlecht schläft, morgens schlecht aus dem Bett kommt, man sich von Freunden zurückzieht oder sogar Suizidgedanken hat. Auch wer solche Menschen im eigenen Umfeld hat, sollte schauen, ob externe Hilfe sinnvoll ist. Dazu zählen unter anderem Beratungstelefone, Beratungsangebote von Diakonie und Caritas und bei akuter Gefahr auch der Notruf der Polizei.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 12. Februar 2021 | 18:10 Uhr

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