Spanien, Italien oder Ägypten – das gilt für euren Urlaub

Reisen während Corona kommt mit neuen Hindernissen. Damit ihr euren Urlaub trotzdem entspannt genießen könnt, erfahrt ihr hier alles wichtige zur Einreise, Abreise und dem Aufenthalt vor Ort.

Ein einsamer Sandstrand am blauen Meer mit großen Palmen und einer Strandliege
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Einreise, Hygieneregeln, Quarantäne – wer gerade in den Urlaub fahren möchte, muss sich mit den verschiedenen Vorschriften der einzelnen Länder auseinandersetzen. Wir haben uns die beliebtesten Reiseziele angeschaut und wissen, was ihr bei eurer Planung und vor Ort beachten solltet.

Spanien

Strand auf Mallorca mit Strandstühlen
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Zuletzt hat Spanien viele Neuinfektionen bei jüngeren Menschen gemeldet. Der Chef-Epidemiologe des spanischen Gesundheitsministeriums, Fernando Simon, berichtete über eine Inzidenz von fast 600 bei den Jüngsten. Die landesweite Inzidenz lag bei 204 pro 100.000 Einwohnern in den letzten 14 Tagen.

Die Einreise aus Deutschland nach Spanien ist erstmal grundsätzlich möglich. Wichtig ist, dass ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausgefüllt wird. Daraus wird dann ein QR-Code erzeugt, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. In Ausnahmefällen kann auch ein Formular in Papierform ausgefüllt werden.

Fluggesellschaften müssen vor dem Abflug das elektronische Einreiseformular (also den QR-Code) oder das Einreiseformular in Papierform sehen. Bei der Einreise erfolgt dann eine Temperaturmessung und die Auswertung des Einreiseformulars. Wer eine erhöhte Temperatur aufweist, wird zu einer weiteren Untersuchung gebracht.

Vor Ort gilt die Pflicht zum Tragen einer Maske an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Maskenpflicht im Freien entfällt dann, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Nähere Infos findet ihr in der spanischen Verordnung.

Italien

Gebäude und Meer in Boccadasse in Italien
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Italien ist ein relativ sicheres Reiseziel für Urlauber aus Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 8,7 und sinkt seit einiger Zeit kontinuierlich. Aktuelle und detaillierte Zahlen könnt ihr euch beim Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten kurz vor eurer Reise nochmal genauer anschauen.

Die Einreise ist grundsätzlich ohne jegliche Quarantänepflicht möglich. Urlauber aus Deutschland müssen bei ihrer Einreise ein „EU Digital COVID-Certificate“ vorlegen, das entweder ein negatives Testergebnis (PCR oder Antigentest, der nicht älter als 48 Stunden ist), eine vollständige Impfung oder einen Genesenen-Nachweis enthält. Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht ausgeschlossen. Wer ohne diesen Nachweis einreisen möchte, muss sich selbst zehn Tage isolieren, um sich am Ende dieser Quarantäne „freizutesten“.

Die Anreise mit dem Auto durch Österreich oder die Schweiz ist nach Angaben des ADAC ziemlich unkompliziert, da nach aktuellem Stand kein Test benötigt wird.

Vor Ort gilt keine Maskenpflicht im Freien, manche Strände verlangen aber eine Anmeldung. Am besten ist es, sich vor Ort nach den jeweiligen Regelungen zu erkundigen. Sicher ist immer: 1,5m Sicherheitsabstand am Strand einhalten und in geschlossenen Räumen einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Frankreich

Gäste sitzen an Tischen auf der Terrasse des Caffe Quadri auf dem Markusplatz,
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In Frankreich werden vermehrt Fälle der Delta-Variante gemeldet, die Infektionszahlen gehen jedoch kontinuierlich zurück. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 24,0. Damit ist Frankreich eines der sicheren Urlaubsorte. Über die aktulle Situation, Regeln und genaue Zahlen informiert die französische Regierung regelmäßig.

Einreisende aus Deutschland müssen einen höchstens 72 Stunden vor Reisebeginn vorgenommenen negativen PCR-Test oder Antigentest vorweisen – gleichwertig ist dabei ein vollständiger Impfschutz oder der höchstens sechs Monate alte Nachweis der Genesung einer Infektion. Wer in Frankreich einreist, muss außerdem eine Erklärung zur Symptomfreiheit abgeben.

Nachgewiesen werden kann der Impf-, Test- oder Genesenenstatus in Papierform oder digital, z.B. über einen Eintrag in der französischen App „TousAntiCovid“.

Die Außengastronomie, Museen, Konzertsäle oder Freibäder sind mit Einschränkungen geöffnet. Vor eurem Besuch lohnt es sich, die aktuellen Regelungen der französischen Regierung zu überprüfen.

Griechenland

Blick auf die mittelalterliche Festungsstadt Monemvasia
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Die Delta-Variante ist mittlerweile auch in Griechenland angekommen. Die Inzidenz steigt seit Ende Juni wieder, liegt aber aktuell noch unter der kritischen 50er-Marke bei 48,5. Zuletzt gab es auch einige Lockerungen: die Maskenpflicht im Freien ist nun ausgesetzt.

Wer in Griechenland einreist, muss eine Bescheinigung in digitaler oder schriftlicher Form über einen negativen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) oder einen Schnelltest (nicht älter als 48 Stunden) eines anerkannten Testlabors aus dem Abreiseland vorweisen. Das gilt nicht für Kinder unter 12 Jahren.

Vollständig geimpfte oder genesene Menschen (in den letzten neun Monaten) benötigen diese Bescheinigung über ein negatives Testergebnis nicht. Das gelbe Impfbuch reicht in der Regel bei einer Impfung aus. Genesene können ihren Status durch eine Genesenenbescheinigung in digitaler oder schriftlicher Form, ausgestellt durch eine Behörde oder ein zertifiziertes Labor, vorlegen.

Es gibt zudem eine Online-Anmeldepflicht. Reisende müssen spätestens 24 Stunden vor Abreise nach Griechenland ein Online-Formular ("Passenger Locator Form") ausfüllen. 24 Stunden vorher erhalten Reisende dann einen QR-Code, der an der Grenze kontrolliert wird – entweder in Papierform oder auf dem Handy.

Unabhängig davon kann bei der Einreise ein stichprobenartiger (zum Glück kostenloser) Schnelltest durchgeführt werden. Fällt dieser positiv aus, muss eine bis zu zehntägige Quaränte in einem dafür bereitgestellten Hotel absolviert werden. Bis das Ergebnis da ist, müssen sich Urlauber gedulden und dürfen zwar zum Zielort weiterreisen – sich vor Ort aber in Selbstisolation begeben.

Menschen, die vor Ort mit einer griechischen Fähre fahren wollen, müssen entweder negativ getestet, geimpft oder genesen sein. Auf den Schiffen herrscht Maskenpflicht und vor dem Ablegen muss ein Formular ausgefüllt werden.

Ägypten

Pyramiden
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Ägypten kann sich über eine wirklich niedrige Inzidenz freuen: 1,5. Nun wurden auch die Einreiseregelungen für Urlauber gelockert. Vollständig Geimpfte müssen nicht länger ein negatives Testergebnis vorweisen. Für sie reicht der Nachweis eines vollständigen Impfstatus (inkl. QR-Code) mit einem von der WHO zugelassenen Impfstoff.

Für alle anderen gilt der Nachweis eines negativen PCR-Tests, der nicht länger als 72 Stunden alt sein darf. Wer über den Frankfurter Flughafen einreist, hat ein verlängertes Zeitfenster von 96 Stunden. Wichtig: das Ergebnis muss in englischer oder arabischer Sprache vorgelegt werden. Kinder unter sechs Jahren sind von dieser Pflicht ausgenommen.

Die Öffnungszeiten der öffentlichen Einrichtungen, wie Parks, Museen oder Gastronomie, können vor Ort noch eingeschränkt sein. Im öffentlichen Raum muss außerdem ein Mundschutz getragen werden.

Vor Ort können außerdem Gesundheitsprüfungen in Form von Temperaturmessungen und Tests stattfinden. Wer positiv getestet wird oder Symptome aufweist, kann in einem staatlichen Krankenhaus isoliert werden. Die ägyptischen Krankenhäuser liegen unter den deutschen Standards und eine Behandlung kann teuer werden – hier ist also Vorsicht geboten. Wer sich krank fühlt, sollte vor allem in Ägypten (aber auch generell) lieber auf Nummer sicher gehen und zuhause bleiben. Viele Reiseanbieter haben ihre Stornierungsbedingungen aufgrund der Pandemie geändert. Hier lohnt sich ein Blick in die Bedingungen des Anbieters.

Türkei

Straße in Aydin in der Türkei
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Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in der Türkei relativ stabil bei knapp unter 50. Wenn die Zahlen weiterhin sinken, könnte ab Freitag der Risikostatus des Landes aufgehoben werden.

Einreisende müssen sich zuvor über ein elektronisches Formular  des türkischen Gesundheitsministeriums anmelden. Die Kontrolle des Formulars erfolgt dann bei der Einreise bzw. beim Check-In. Daraufhin erhalten Urlauber einen sogenannten Genehmigungscode („HES-Code“), der bei Kontrollen im Land vorgezeigt werden muss. Diesen Code kann man auch per SMS oder über eine App bekommen.

Urlauber aus Deutschland müssen bei ihrer Einreise entweder ein negatives PCR-Testergebnis (nicht älter als 72 Stunden), das Ergebnis eines Antigen-Tests (nicht älter als 48 Stunden vor Ankunft), den Nachweis eines vollständigen Impfschutzes (mind. 14 Tage vor Ankunft) oder die Dokumentation einer Genesung (nicht älter als 6 Monate) vorlegen.

Bei eurer Einreise können außerdem stichprobenartige PCR-Tests angeordnet werden. Nach dem Test könnt ihr direkt weiter an euren Zielort reisen. Außerdem werden bei der Einreise auch Temperaturmessungen durchgeführt.

Vor Ort sind die Einschränkungen fast vollständig aufgehoben. Im gesamten öffentlichen Raum, Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln ist jedoch das Tragen einer Maske verpflichtend. Außerdem sollte der Mindestabstand eingehalten werden.

Was gilt bei der Einreise in Deutschland?

Für die Einreise aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland gilt eine 14-tägige Quarantäne – unabhängig von Impfung oder Genesung. Außerdem müssen sich Reisende, die sich in den letzten 10 Tagen in einem Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben, müssen sich vor ihrer Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de registrieren und den Nachweis über die Anmeldung bei ihrer Einreise mit sich führen. Wer nur durch ein Risikogebiet durchfährt ohne einen richtigen Zwischenstopp zu machen, ist davon ausgenommen.

Das Auswärtige Amt hat verschiedene Sicherheits- und Reisewarnungen auf ihrer Seite gesammelt. Portugal, Großbritannien, Nordirland, Ägypten gelten außerdem nicht länger als Virusvariantengebiete, sondern als Hochinzidenzgebiete – damit ist das Freitesten nach Reisen in diese Länder wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt zudem die Quarantänepflicht, für alle anderen wird sie verkürzt.

Es gibt also eine generelle Nachweispflicht für Einreisende im Luftverkehr. Urlauber müssen dann – unabhängig davon, ob sie in einem Risikogebiet waren oder nicht – vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen.

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich direkt zum Wohnort oder einer anderen Unterkunft begeben. Die grundsätzliche Quarantänezeit nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet oder einem Hochinzidenzgebiet beträgt 10 Tage. Nach dem Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet 14 Tage. Ihr könnt die Quarantäne aber auch früher beenden. Bei einem einfachen Risikogebiet reicht ein negativer Testnachweis, ein Genesenennachweis oder ein Impfnachweis, das über das Einreiseportal übermittelt werden kann.

Nach der Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet könnt ihr euch ab dem fünften Tag freitesten oder früher einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Nach dem Aufenthalt in einem Virusvariantengebieten sind alle Reisenden zu einer vierzehntägigen Quarantäne verpflichtet, die auch nicht früher beendet werden kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 07. Juli 2021 | 19:20 Uhr

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