Ostsee-Urlaub wieder möglich

Das Urlaubs-Bundesland Nummer 1 ist wieder da: Seit Ende Mai dürfen wieder Touristen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Corona-bedingt gibt es einige Einschränkungen an der Ostsee.

Blick von Usedom auf die Ostsee
Blick von Usedom auf die Ostsee Bildrechte: Usedom Tourismus GmbH

Ein Sommer ohne Ostsee ist für viele gar nicht vorstellbar. Laut einer Reiseanalyse gingen 2019 ein Drittel aller längeren Aufenthalte in Mecklenburg-Vorpommern auf das Konto von Urlaubern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie dürfen nun trotz Corona wiederkommen. Weil die Zahl der Infektionen niedrig blieb, hat die Landesregierung entschieden, dass wieder Touristen kommen dürfen. Das gilt nicht für Tagesausflüge- nur wer eine Übernachtung gebucht hat, darf einreisen.

„Dieses Land ist ein Urlaubsland und kann es kaum erwarten, dass die Gäste zurückkehren“, sagt Tobias Woitendorf, der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, im Gespräch mit MDR JUMP: „Zum einen spielt Gastfreundschaft eine große Rolle. Zum anderen ist der Tourismus auch eine wirtschaftliche Größe. Jeder fünfte Mensch in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet direkt im Tourismus.“

Campingplatz in Prerow
Ein Campingplatz in Prerow Bildrechte: Regenbogen AG

Das Tourismusland kommt aber noch nicht mit voller Kraft zurück. So dürfen Hotels nur zu 60 Prozent belegt sein. Eine Herausforderung besonders für die Häuser mit einer deutlich höheren Auslastung. Die Branche hofft, dass die Quote schon im Juni erhöht wird, wenn sich die Infektionszahlen nicht stark erhöhen. Außerdem wird schon gegen die Beschränkung geklagt.

„Wir mussten zum Glück niemanden ausbuchen“, berichtet der Leiter des Strandhotels Hübner in Warnemünde, Dietmar Karl: „Als wir wussten, dass wir eröffnen können, haben wir alle Gäste, die wir in den Büchern hatten, angerufen und sie eingeladen. Wir haben ihnen aber auch gesagt, mit welchen Einschränkungen zu rechnen sind.“ Unter anderem seien das Schwimmbad und die Sauna, die als Hauptattraktionen des Hotels gelten, weiter geschlossen. Einige Gäste hätten nun selbst entschieden zu stornieren oder die Buchung auf einen späteren Termin zu verschieben.

Warnemünde in Corona-Zeiten
Warnemünde in Corona-Zeiten Bildrechte: Jürn-Jakob Gericke

Immer noch freie Plätze

Das Interesse am Sommerurlaub in Mecklenburg-Vorpommern ist groß. Die Telefone von vielen touristischen Anbietern klingeln seit Tagen fast durchgehend. Trotzdem sind noch Übernachtungsplätze frei, sogar an touristischen Hot-Spots. „Es sind ausreichend Kapazitäten bei unseren Ferienhäusern und Ferienwohnungen da“, berichtet Michael Steuer, Chef der Usedom Tourismus GmbH, einem der größten Vermittler auf der Sonneninsel.

Auf den Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern werden die Plätze dagegen knapp, berichten mehrere Anbieter auf Nachfrage. Die Regenbogen AG betreibt im Land fünf Ferienanlagen in Strandnähe im Bundesland: Boltenhagen, Born, Göhren, Nonnevitz und Prerow. Sie hat neben den bekannten Schutzmaßnahmen eigene Ideen entwickelt. So können Besucher beim Zutritt in eine Sanitäranlage einen Tischtennisball aus einem Korb nehmen und ihn nach dem Verlassen des Gebäudes wieder zurücklegen. So können die Gäste sehen, wie stark die Anlagen gerade genutzt werden.

Fischbrötchen warten auf hungrige Urlauber

Auch die Gastronomie freut sich auf zahlreiche zusätzliche Gäste aus anderen Bundesländern. „Es wird höchste, höchste Zeit!“, seufzt Sabine Rössler von „Backfisch Udo“ in Warnemünde im Gespräch mit MDR JUMP. Sie will den Besuchern in diesem Jahr wieder traditionellen Backfisch im Bierteig anbieten- inklusive „schlafzimmerfreundlicher Knobisauce“. Ganz wichtig sei es, auf die Möwen zu achten, die gern mal ein Brötchen aus der Hand schnappen.

Backfisch-Udo in Warnemünde
Backfisch-Udo in Warnemünde Bildrechte: Jürn-Jakob Gericke

„Die Gäste müssen sich darauf einstellen, dass der Aufenthalt anders wird als vor der Krise.“, rät Matthias Dettman, DEHOGA-Geschäftsführer im Land. Die Restaurants seien leerer, weil auf Abstände geachtet werden müsse. Zudem müsse die Bedienung einen Nase-Mund-Schutz tragen. Der Besuch muss vorab gebucht werden, pro Tisch im Restaurant sind maximal 6 Personen zugelassen.

Matthias Dettmann, DEHOGA MV
Matthias Dettmann, DEHOGA MV Bildrechte: Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern e.V

Tourismusbranche setzt auf Verständnis und Kooperation

Der Landestourismusverband hat 10 Richtlinien für ein gesundes Miteinander im Urlaub erstellt. Die Branche hofft, dass die Lockerung in der Corona-Krise, Touristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern zu lassen, keinen starken Anstieg der Infektionszahlen zur Folge hat. „Die Situation ist nach wie vor sehr fragil. Dementsprechend appellieren wir an das Verständnis und das Verantwortungsgefühl aller Beteiligten. Damit wir auch in den kommenden Wochen weiter Gastgeber sein dürfen“, sagt Michael Steuer, der Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 22. Mai 2020 | 14:10 Uhr

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