Urlaub in Mitteldeutschland: Tourismus läuft wieder an

Nach bangen Wochen bereiten sich auch die Hotels und Gaststätten in Mitteldeutschalnd auf den Neustart vor. Die Nachfrage zieht schon wieder an. Der Urlaub hier bei uns im Osten könnte aber etwas teurer werden.

Clara-Zetkin-Park Leipzig
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In Sachsen und Thüringen geht es schon am Freitag (15. Mai) wieder los, in Sachsen-Anhalt eine Woche später – der Tourismus in Mitteldeutschland läuft wieder an. Hotels und Gaststätten dürfen öffnen. Dazu machen auch die passenden Freizeiteinrichtungen, wie etwa Museen und Schwimmbäder, teilweise wieder auf.

Urlaub in der Region

„Wir merken, dass schon ganz viele Anfragen gekommen sind“, freut sich Veronika Hiebl, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen. Gleichzeitig gibt sie aber auch Entwarnung: „Stand jetzt, bekommen Sie überall noch ein Quartier“. Von der Thüringer Touristik ist ähnliches zu hören. „Die Nachfrage zieht an und man kann sagen stündlich“, sagt die Geschäftsführerin des Tourismusnetzwerk Thüringen, Bärbel Grönegres. „Aufatmen, nicht nur bei den Anbietern, sondern auch bei den Gästen“.

Der Urlaub im Ausland erscheint unsicher, deshalb könnte das Interesse am Urlaub im eigenen Land steigen. Quasi in Anlehnung an Goethes Zeilen: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“. Das sieht auch Sachsen Tourismus-Vermarkterin Hiebl so: „Warum dieses Jahr nicht mal Urlaub in Sachsen? Es gibt so tolle Dinge zu entdecken und ich hoffe, dass das vielleicht etwas mehr in den Fokus rückt“.

Änderungen im Hintergrund

Ein Kellner serviert in einem Restaurant Essen
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Viele Betriebe bereiten sich derzeit darauf vor, unter Corona-Bedingungen wieder zu öffnen. „Wir wollen dem Gast ein Rundum-Sorglos-Paket bieten. Das ist unsere Aufgabe, das entsprechend vorzubereiten“, sagt Grönegres im Interview mit MDR JUMP. Jedes Hotel und jedes Restaurant hat ein eigenes Konzept, das zum jeweiligen Angebot passen soll. Klar ist: Auch im Urlaub soll der Kontakt soweit es geht reduziert werden. Das sei aber vor allem eine Aufgabe für die Betriebe, so Grönegres:

Als Urlauber müssen sie nichts anderes tun, als das, was sie schon im Alltag tun. Auf Mund-Nasenschutz-Achten, Hygieneregeln einhalten, regelmäßig die Händewaschen. Für die Hygienekonzepte sorgt der Betreiber.

Einige Änderungen werden die Gäste aber dennoch merken, die je nach Unterkunft unterschiedlich sein können. Kontaktloses Einchecken ist zum Beispiel denkbar und das gewohnte Frühstücksbuffet wird es erstmal nicht mehr geben. Stattdessen können zum Beispiel Lunchpakete eine Alternative sein. Dazu bieten manche Restaurants schon Online-Speisekarten an, die die klassische Karte ersetzen sollen. Auch Salz- und Pfefferstreuer stehen nicht mehr an jedem Tisch, sondern müssen erfragt werden. Sie werden nach jedem Einsatz desinfiziert.

Trotzdem Urlaub

Es laufen „viele Dinge, die die Betriebe im Hintergrund leisten und sich nicht störend auf die Gäste auswirken wird“, meint Sachsen Tourismus-Chefin Hiebl. Sie empfiehlt, möglichst viele Freizeitaktivitäten vorab online zu buchen. Denn durch den Mindestabstand, der eingehalten werden muss, sinkt die Kapazität bei vielen Anbietern.

Die Umstellung der Betriebe auf die neuen Bedingungen und das innerhalb kürzester Zeit, sei ein Kraftakt, sagt Hiebl: „Da bewundere ich das große Engagement der gesamte Branche, wie sich die Betriebe tolle Gedanken machen und ins Zeug legen“. Es wird auch ein wenig Kreativität nötig sein, um den Urlaub in Mitteldeutschland möglich zu machen.

Teurer, aber nur etwas

Weniger Plätze, aber höherer Personalaufwand – das bedeutet für die Gastronomie und die Hotellerie höhere Kosten. Werden die direkt an die Kunden weiter gegeben? Nein, sagt Thomas Einsfelder, Geschäftsführer der Investitions- und Marketing-Gesellschaft von Sachsen-Anhalt: „Das können wir noch nicht beobachten“.

Ähnliches ist auch aus Sachsen und Thüringen zu hören. „Ich gehe nicht davon aus, dass es zu großen Preissteigerung kommen wird“, sagt Veronika Hiebl. Große Preissprünge erwartet auch Grönegres nicht. Sie sagt aber: „Es wird vielleicht an der ein oder anderen Stelle mehr kosten müssen, weil der Aufwand beim Anbieter mehr geworden ist.“

Das kleinere Preiserhöhungen das Interesse am Urlauben in Thüringen schmälern wird, glaubt Thüringens Tourismus-Chefin aber nicht: „Die Menschen haben Heißhunger auf Natur“.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 14. Mai 2020 | 07:10 Uhr

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