Urlaub 2021 – was trotz Corona alles geht

Mitten in der Corona-Pandemie den nächsten Urlaub planen? Ja, das ist möglich. Wir haben einen Tourismusexperten zu Frühbucher-Rabatten, Reiserecht und möglichen Urlaubszielen befragt.

Strand von Mallorca.
Bildrechte: imago/Eibner

Weltweit gelten wegen der Corona-Krise Reisebeschränkungen und Reisewarnungen. Noch nie war die Unsicherheit in Sachen Urlaubsplanung so groß wie jetzt. Dabei locken viele Anbieter mit Frühbucher-Rabatten. Ob du für 2021 schon zuschlagen solltest oder nicht, und worauf zu achten ist, verrät Tourismusexperte Prof. Dr. Torsten Kirstges im MDR JUMP-Gespräch.

MDR JUMP: Herr Kirstges - wie sinnvoll ist es, jetzt schon den Urlaub für 2021 zu buchen?

Torsten Kirstges: Wenn man schon konkrete Vorstellungen hat, macht das jetzt schon durchaus Sinn. Es gibt einige attraktive Angebote, Frühbucherangebote von Veranstaltern, auch mit einer gewissen Sicherheitsgarantie, dass man im Zweifelsfall wieder zurücktreten kann. Also wer jetzt schon Zeit, Lust, Geld und den Kopf für die Planung hat, warum nicht, ansonsten halt im Januar, Februar.

MDR JUMP: Zahlt es sich aus, jetzt schon zu buchen? Locken tatsächlich schon die Frühbucher-Angebote?

Professor Torsten Kirstges, Jade Hochschule, staatliche Fachhochschule
Bildrechte: Torsten Kirstges

T.K.: Ja, gibt es in der Tat schon die Angebote. Die gelten normalerweise auch noch ein paar Wochen, noch bis zu Beginn des neuen Jahres. Je nach Veranstalter ist das natürlich unterschiedlich, aber ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, frühzeitig die guten Angebote zu vergleichen, zumal man davon ausgehen muss, dass es vielleicht auch eine reduzierte Kapazität im Markt sein wird.

MDR JUMP: Derzeit lässt sich ja schwer voraussagen, wie es mit Corona weitergeht. Wenn ich jetzt so ein Frühbucher-Angebot annehme und der Anbieter geht pleite, was ist dann?

T.K.: Da ist man bei der Buchung über einen deutschen Veranstalter recht gut abgesichert. Gerade im Falle der Insolvenz gibt es gesetzlich vorgeschrieben eine Insolvenzabsicherung, d.h. man ist gesetzlich zu 100 % abgesichert, bekommt entweder sein Geld zurück, oder - wenn man schon unterwegs ist - kann man die Reise noch beenden, wird auch zurückgeholt trotz Insolvenz. Da haben wir Dank der EU eine sehr gute Kundengeldabsicherung.

MDR JUMP: Darüber hinaus – ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll?

T.K.: Ja, für den individuellen Krankheitsfall macht das auf jeden Fall Sinn. Da muss man im Detail gucken, was da alles abgesichert ist. Ist auch der Reiseabbruch versichert? Also wenn ich während der Reise beispielsweise Corona bekomme oder aus anderen Gründen abreisen muss. Da muss man ein bisschen ins Kleingedruckte schauen, aber es macht Sinn sich so eine Police zu holen, sei es für die einzelne Reise, sei es eine Jahrespolice.

MDR JUMP: Worauf muss ich außerdem bei der frühzeitigen Buchung achten?

T.K.: Na ich würde schon auf Veranstalter schauen, die eine gewisse Garantie bieten, für den Fall, dass die Reise abgesagt werden muss wegen Corona. Sei es persönlich Corona, sei es Ausreisebestimmung, sei es Einreisebestimmung, dass man dann die Reise kostenlos stornieren kann, zumindest umbuchen auf einen anderen Termin oder ein anderes Zielgebiet. Viele Veranstalter bieten solche Serviceleistungen heute an und damit ist man, auch wenn man frühzeitig bucht und einen guten Tarif jetzt schon nutzt, auf der sehr sicheren Seite, falls es dann wirklich dazu kommen sollte, dass dieser ganze Restriktionszwang was das Reisen angeht, auch noch im nächsten Frühjahr oder Sommer gelten sollte.

MDR JUMP: Gibt es Urlaubsregionen, die Sie im Moment empfehlen können?

T.K.: Naja was das Infektionsgeschehen angeht, da gibt’s jetzt schon Destinationen, die auch heute bereist werden können. Destinationen an die man gar nicht denkt. Sie können nach Namibia beispielsweise fahren aktuell. Es steht nie auf der Liste der Reisewarnungen, kann frei gebucht werden. Die Infektionsgefahr ist äußerst gering, weil Sie sowieso kaum Leuten begegnen, wenn Sie da so eine Art Safari machen. Es gibt innerhalb Europas Destinationen, wie z.B. die Kanaren, die eine sehr geringe Infektionszahl haben. Aber da kann man natürlich auch keine sinnvollen Prognosen machen. Das kann sich ja relativ schnell wieder ändern. Ich denke die Deutschen haben weniger Sorge wegen des Virus und verreisen wegen des Virus weniger, sondern wegen der Unsicherheit der Maßnahmen: Also muss ich Quarantäne halten, muss ich einen Test machen, wird ein Reisegebiet plötzlich als Risikogebiet deklariert. Ich denke, das sind im Moment eher die Dinge, die für Unsicherheit sorgen und abhalten. Dass man auf der Welt irgendwo auch krank werden kann, genauso wie zu Hause, das weiß inzwischen wohl jeder Deutsche.

MDR JUMP: Vielen Dank für das Gespräch!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Feierabendshow | 25. November 2020 | 15:40 Uhr

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