Umfrage: Corona-Regeln und Lockerungen verwirren viele

Die Restaurants öffnen, Kinder dürfen teilweise wieder in Kindergarten oder Schule. Die Regelungen unterscheiden sich in jedem Bundesland. Das ist uneinheitlich und unübersichtlich. mdrFRAGT wollte wissen: Geht es zu schnell, oder zu langsam?

Mit Absperrband umwickelte Spielgeräte auf einem Spielplatz
Spielplätze sind an vielen Orten wieder geöffnet. Allerdings gelten oft unterschiedliche Regelungen. Bildrechte: MDR /Karina Heßland

Mittlerweile gibt es bundesweit viele Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Viele Hotels bereiten sich auf die Öffnung vor, Schulen und Kindergärten gehen nach und nach in einen umfangreicheren Betrieb über. Allerdings gilt für jedes Bundesland ein eigener Zeitplan. Alle aktuellen Änderungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben wir hier zusammengefasst.

Für manche zu schnell, für andere zu langsam

Viele Menschen sind sich uneinig: Kommen die Lockerungen zu schnell oder zu langsam? Sind starke regionale Unterschiede okay oder zu unübersichtlich? Wir wollten das Meinungsbild aus Mitteldeutschland erfassen und haben bei mdrFRAGT gefragt:

  • Was hältst du vom Zeitpunkt der Lockerungen?
  • Hat sich deine Bereitschaft, sich an die bestehenden Auflagen zu halten, geändert?
  • Werden sich bestimmte Verhaltensweisen durch die Corona-Krise für dich dauerhaft ändern?

Lockerungen stiften Verwirrung

  • 61 Prozent der Befragten fällt es schwer, den Überblick zu behalten, was erlaubt ist und was nicht.
  • Knapp die Hälfte meint, die Politik und die Medien müssen die Regelungen klarer kommunizieren.
  • 35 Prozent halten die Regeln für zu kompliziert.
  • Gut zwei Drittel sind aber immer noch bereit, sich an die Regeln zu halten.
  • Die Zustimmungen zu den Maßnahmen nimmt aber insgesamt ab.
  • Besonders jungen Befragten kommen die Lockerungen zu früh. Ein Drittel hält den Zeitpunkt für genau richtig. Für 22 Prozent kommen sie zu langsam.

Erste Ergebnisse zu Schulen und Kitas

Fast 17.000 Menschen aus Mitteldeutschland haben in den vergangenen Tagen bei der Umfrage mitgemacht. Das sind die ersten Ergebnisse:

  • Viele sächsische Eltern (37%) finden Schulöffnungen zu früh und zu weitgehend
  • Thüringische Eltern sind unzufrieden mit Kita-Öffnungen
  • Ein Fünftel der thüringischen Eltern sind unzufrieden mit Aufgabenumfang für Schüler
  • Sachsen ist Spitzenreiter bei digitalem Lernen in Corona-Zeit
  • Große Zufriedenheit mit Notbetreuung in Grundschule und Kita - fast ein Viertel der Eltern hatte die Notbetreuung genutzt, 91% davon waren zufrieden

Hier die Ergebnisse im Detail

Über mdrFRAGT mdrFRAGT ist eine neue Plattform für Online-Befragungen, mit der die Menschen in Mitteldeutschland regelmäßig ihre Meinung zu aktuellen Themen äußern können. Ob Tempolimit, Braunkohle-Aus oder Breitbandausbau – Ihre Meinung zu gesellschaftlich relevanten Themen findet hier einen besonderen Platz. Teilnehmen kann jeder, der seinen Wohnsitz in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen hat und mindestens 16 Jahre alt ist.

Dieses Thema im Programm MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 18. Mai 2020 | 19:30 Uhr

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