Wo sind mitteldeutsche Corona-Hotspots?

Aus einzelnen Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden immer wieder neue Infizierte gemeldet. Dabei fällt auf: Einige Orte sind besonders stark betroffen. Wir geben einen Überblick über aktuelle Schwerpunkte.

Absperrband hängt um den Moritzplatz in Magdeburg
Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus musste ein Bereich rund um den Moritzplatz in Magdeburg abgesperrt werden. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen in Mitteldeutschland war lange Zeit relativ stabil. Nach aktuellem Stand (20.06.2020, 12 Uhr) gibt es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiterhin wenige Infizierte. Als aktive Fälle werden weniger als 400 Personen gezählt. Auffällig ist, dass sich die Neuinfizierten vor allem auf einige wenige Orte konzentrieren.

Sachsen-Anhalt: Magdeburg ist Corona-Hotspot

Vor allem in Magdeburg wurden in den vergangenen Tagen viele Neuinfektionen gemeldet. Damit das Coronavirus eingedämmt werden kann, wurden seit Montag mehrere Schulen geschlossen, weil die Infektionskette nicht mehr nachvollziehbar war. Mittlerweile sind elf Schulen davon betroffen. Sie sollen für 14 Tage geschlossen bleiben. Vorsorglich wurden Krankenhäuser und Pflegeheime für Besucher geschlossen. Besonders viele Neuinfektionen gab es im Stadtteil Neue Neustadt.
Laut Oberbürgermeister Lutz Trümper gab es in Magdeburg in der vergangenen Woche 120 neue Corona-Fälle. Er sagte dem MDR: „Davon sind 100 in einem Bereich von fünf, sechs Straßen. Das ist der Schwerpunkt, von dem es verbreitet wird.“ Deshalb wird darüber nachgedacht, besonders stark betroffene Wohnblöcke und Straßenzüge abzuriegeln.

Wenn sich die Menschen nicht an die Auflagen halten, dann müssen wir zu schärferen Maßnahmen greifen

Lutz Trümper, Oberbürgermeister Magdeburg

Am Montag soll entschieden werden, wie es weiter geht. Möglich wäre, die betreffenden Bereiche mit Hilfe der Polizei abzusperren. „Ich werde nicht zugucken, dass weitere Stadtteile infiziert werden. Aber es ist noch kein Grund, dass die ganze Stadt lahmgelegt wird“, so Trümper weiter.

Update (21.06.2020): Mittlerweile wurde bekannt, dass 19 Hausaufgänge in Magdeburg unter Quarantäne gestellt werden.

Die Neue Neustadt von oben
Ein Corona-Hotspot: Die Neue Neustadt in Magdeburg Bildrechte: MDR/ Matthias Strauss

Thüringen: Hotspots schwächen ab

In den vergangenen Tagen galten vor allem die Landkreise Greiz und Sonneberg als Corona-Hotspots in Thüringen. Nachdem eine Lehrerin eines Gymnasiums in Greiz positiv getestet wurde, bleibt die Schule noch bis zum 25. Juni geschlossen.

Mittlerweile gelten beide Landkreise als stabil. Am Freitag wurden keine Neuinfektionen mehr gemeldet. Nach aktuellem Stand (20.06.2020, 12 Uhr) hatten die Landkreise Sonneberg (17), Hildburghausen (11) und Greiz (10) die höchste Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Die Kreise Sömmerda, Saale-Orla, das Weimarer Land und der Ilm-Kreis sind im Moment ohne Infizierte.

Sachsen: Hotspots im Landkreis Mittelsachsen

Im Landkreis Mittelsachsen ist vor allem Augustusburg stark betroffen. Dort wurde das Regenbogen-Gymnasium als der Ort vieler Infektionen identifiziert. Die Schule wird daher bis zum 1. Juli geschlossen bleiben. Alle Sportstätten wurden geschlossen. Auch Bewohner und Mitarbeiter von zwei Pflegeheimen sollen vorsorglich auf das Coronavirus getestet werden. Mit 24 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen ist der Landkreis Mittelsachsen Spitzenreiter in Sachsen. Gefolgt wird die Region vom Vogtlandkreis mit 15 Neuinfektionen in diesem Zeitraum.

Mitarbeiter in blauer Schutzkleidung verlässt mit einer gelben Kiste ein Gebäude
Am Gymnasium in Augustusburg wurden Corona-Tests durchgeführt. Bildrechte: Harry Härtel

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 19. Juni 2020 | 17:40 Uhr

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