Update: Telefonische Krankschreibungen bei Erkältungen bis März 2021 möglich

Husten, Schnupfen, platt: Bei einer Erkältung muss man nicht zum Arzt. Patienten können sich telefonisch krankschreiben lassen. Das geht auch, wenn Eltern mit dem Kind zu Hause bleiben müssen.

Ab dem 19. Oktober wieder möglich: Bei Erkältungen direkt am Telefon krankschreiben lassen
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Schon im Frühjahr während der ersten Corona-Welle sollten Arztpraxen so entlastet werden: Patienten mit Erkältungen konnten sich direkt am Telefon krankschreiben lassen. Das sollte auch verhindern, dass möglicherweise Corona-Infizierte im Wartezimmer andere anstecken. Ende Mai lief die Regelung aus, Mitte Oktober wurde sie wieder gültig und jetzt sogar bis Ende März 2021 verlängert. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken beschlossen.

Bis zu vierzehn Tage per Telefon krankschreiben

Eine Frau mit einem Fieberthermometer inder Hand, die einen Anruf tätigt.
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Für die Krankschreibung sollen sich die Ärzte am Telefon durch eine eingehende Befragung vom Zustand der Patienten überzeugen. Die erste Krankschreibung ist bis zu sieben Tage möglich und kann dann noch mal telefonisch um eine Woche verlängert werden. Wer eine Erkältung auskurieren muss, kann also maximal vierzehn Tage ohne Arztbesuch zu Hause bleiben.

Eltern können mit dem erkälteten Kind zu Hause bleiben

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Aus den Details der Regelung geht nicht hervor, ob sich auf diesem Weg auch Eltern mit ihrem erkälteten Kind krankschreiben lassen können. Eine Nachfrage von MDR JUMP beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ergab aber: Das ist möglich. Eine GKV-Sprecherin verwies auf die entsprechende Vereinbarung zwischen den Kassenärztlichen Vereinigung und den Kassen. Damit können auch Eltern beim Arzt anrufen, mit dem erkälteten Kind zu Hause bleiben und bekommen dann Krankengeld.

Gute Erfahrungen mit Regelung in April und Mai

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, die Regelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das habe die Arztpraxen im Frühjahr erheblich entlastet. Von der Krankenkasse AOK erhobene Daten aus dieser Zeit zeigen offenbar auch, dass die Möglichkeit zumindest nicht auffällig oft ausgenutzt wurde: Danach gab es zwar im März und April mehr krankheitsbedingte Fehltage von Arbeitnehmern als im Mittel der vergangenen zehn Jahre. Helmut Schröder, stellvertretender Direktor des Wissenschaftlichen Instituts der AOK sagte:

Gleichzeitig sprechen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen sind.

So sei im Mai und im Juni 2020 der Krankenstand leicht hinter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zurückgeblieben. Die Zwischenbilanz bei den Krankschreibungen für das Jahr 2020 falle insgesamt eher unspektakulär aus.

Mit Material von dpa und AFP

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 03. Dezember 2020 | 10:00 Uhr

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