Tagesvater: „Das soziale Leben der Kleinen geht wieder los!“

Ab dem 18. Mai können in Sachsen die Kindergärten wieder öffnen. Tagesmütter und -väter betreuen Kinder dagegen schon seit gut einer Woche. Ein Kindertagespfleger aus Leipzig erzählt, was daran gut ist und worauf er achten muss.

Tagesvater Jan Krause aus Leipzig mit seinem Krippenwagen
Tagesvater Jan Krause aus Leipzig mit seinem Krippenwagen. Bildrechte: MDR JUMP/Richard Schönjahn

Er darf wieder arbeiten: Tagesvater Jan Krause ist froh. Denn nach der langen Zeit kann nicht nur er die Kinder wieder sehen:

Dass das soziale Leben für die Kleinen wieder los geht, ist fantastisch! Diese Auszeit ohne soziale Kontakte im gleichen Alter: Ich glaube, das war das Schlimmste an der ganzen Geschichte.

Er betreut maximal fünf Kinder gleichzeitig. Deren Eltern sollten das Kind nicht direkt am ersten Tag abgeben und dann komplett arbeiten gehen. „Da habe ich im Vorfeld eine Bremse gezogen und gesagt: Nehmt euch wenigstens zwei oder drei Tage Zeit, dass wir die langsam wieder dran gewöhnen können“, sagt der Tagesvater.

Für die Arbeit hat er extra eine Wohnung im Leipziger Stadtteil Connewitz angemietet. Nach gut einer Woche, die jetzt wieder geöffnet ist, kann er ein positives Fazit ziehen: Die ursprüngliche Angst, dass sich die Kinder nach der langen Zeit nur sehr langsam wieder an ihn gewöhnen können, hat sich nicht bestätigt. „Es läuft besser als erwartet“, sagt er.

Tagesvater Jan Krause aus Leipzig mit seinem Krippenwagen
Mit den Kindern ist der Tagesvater gern in Leipzig-Connewitz unterwegs. Oft geht es in die Natur. Bildrechte: MDR JUMP/Richard Schönjahn

Strenge Hygieneregeln verändern den Alltag

Auch für den Tagesvater haben die strengeren Hygieneregeln einiges verändert. Eltern übergeben die Kinder jetzt an der Tür. Der Kontakt zu ihnen bleibt auf Abstand. „Die Herzlichkeit zu den Eltern fehlt“, sagt Jan Krause. Auch mit den Kindern müssen neue Regeln eingeübt werden. Zum Beispiel wird das Spielzeug jetzt öfter gereinigt. 

Wir versuchen, nicht mehr vom selben Essen zu essen. Das ist schwer. Die teilen auch gerne. Man guckt jetzt, dass sie nicht mehr aus einem Becher trinken.

Das sei aber alles gar nicht so einfach umzusetzen. Schließlich sind die Kinder, die er betreut, zwischen einem und drei Jahren alt.

Der Versuch von Normalität

Trotz aller Veränderungen versucht Jan Krause, mit den Kindern so normal wie möglich umzugehen. Oft sind sie mit dem Krippenwagen draußen unterwegs. Vor allem Ausflüge in den Wald stehen auf dem Programm. Der Tagesvater macht sich Gedanken, was passieren würde, wenn das Virus in seiner Gruppe auftritt. Das versucht er nicht an die Kinder zu lassen: „Wenn ich die ganze Zeit Angst habe, gebe ich das weiter. Die Kinder haben fantastische Antennen!"

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